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Manche Seecontainer machen auf den ersten Blick den Eindruck, als wären sie nagelneu, andere wiederum sind gezeichnet von den Spuren des Frachtalltages, sei es durch eine unsachgemäße Beladung, sei es durch Wind und Wellen auf hoher See.

Um im Frachthandel und beim Verkauf / Kauf von Seecontainern möglichst genau den Zustand zu beschreiben, wurden unterschiedliche Kategorien geschaffen, die weltweite Gültigkeit haben. Diese „Reparaturstandards“ lassen auf den ersten Blick erkennen, welche Beschädigungen oder Gebrauchsspuren an einem Container vorhanden sind und inwieweit der Container repariert wurde, sprich in welchem aktuellen Zustand sich dieser befindet.

Containerzustände im Überblick

Neue & neuwertige Container

In der Regel werden neue Container in Asien hergestellt. Soll ein Container beispielsweise nach Deutschland geliefert werden, ist er also eine Seereise „alt“, wenn er hier ankommt.

Für die Reise von Fernost nach Europa dient der Container als Transportbehälter, dadurch können sich an einem neuen Container auch kleine Gebrauchsspuren ausmachen lassen.

Ein neuer Container ist wind- und wasserdicht und er ist nach CSC zertifiziert.

Gebrauchte Container – Klassifizierungen

A: Container in herausragender Qualität

  • Eine gültige CSC-Plakette ist vorhanden.
  • Die Beschaffenheit des Containers basiert auf der ISO-Norm.
  • Er ist wind- und wasserdicht.
  • Eventuell finden sich geringe Rostspuren an der Oberfläche innen oder außen.
  • Kleine Dellen oder Lackabschürfungen können vorhanden sein – allerdings ohne eine Beeinträchtigung der Ladung hervorzurufen.
  • Geeignet für Frachttransport, Vermietung und Lagerhaltung.
  • Reparaturen erfolgten nach IICL5.

B: Container in guter Qualität

  • Eine gültige CSC-Plakette ist vorhanden.
  • Die Beschaffenheit des Containers basiert auf der ISO-Norm.
  • Er ist wind- und wasserdicht.
  • An der Oberfläche können sich sowohl innen als auch außen leichte bis stärkere Roststellen zeigen.
  • Dellen und Abschürfungen sind eventuell in leichter bis mittelstarker Form vorhanden.
  • Geeignet für den Export sowie die Lagerung.
  • Der Conatiner ist stahlrepariert und befindet sich in einem frachttauglichen Zustand – genannt: cargo worthy condition.

C: Container in Lager-Qualität

  • Der Container ist repariert – entweder mittels Stahl oder mit Aluminium.
  • Er ist wind- und wasserdicht.
  • Die Oberfläche weist eventuell mittlere bis starken Rost auf – innen und außen.
  • Dellen und Abschürfungen sind eventuell in mittlerer bis starker Form vorhanden.
  • Geeignet für die Lagerhaltung.

D: Container in minderwertiger Qualität

  • Der Container ist nicht repariert.
  • Er kann starke Beschädigungen aufweisen und eignet sich eventuell als Lagercontainer.

Mehr zu den Container-Zuständen finden Sie auch auf unserer Informationsseite „Zustände“.

Weitere wichtige Begrifflichkeiten

CSC Plakette

Die Abkürzung „CSC“ steht für „International Convention for Safe Containers“ – zu
Deutsch „Internationales Übereinkommen über sichere Container“.

Mit diesem Übereinkommen soll höchstmögliche Sicherheit im Umgang mit den Containern erreicht werden.

Dabei gilt das Übereinkommen für alle im internationalen Umlauf befindlichen Container auf See und in den Häfen.

In dem Übereinkommen ist detailliert festgehalten, welche Anforderungen an das Material bei der Produktion gestellt werden, damit der Stahltross die Plakette erhält.

Auch dass der Eigner eines Containers für dessen Sicherheit, Instandhaltung und Wartung sorgen muss, ist in dem weltweit gültigen Abkommen festgehalten.

Jeder Container ist mit einer CSC-Plakette versehen, die exakte Angaben in englischer oder französischer Sprache beinhaltet:

  • CSC-Sicherheitszulassung
  • Das Land, in dem die Zulassung erfolgte sowie der Zulassungsbereich
  • Das Jahr und der Monat der Herstellung
  • Eine Identifizierungs-Nummer – entweder vom Hersteller oder eine von der Verwaltung vergebene Nummer
  • Höchstes Bruttogewicht
  • Erlaubtes Stapelgewicht
  • Der Belastungswert bei der Querverwindungsprüfung

Auch über die Plakette selbst wurden Regeln geschaffen, denn sie muss mindestens 200 x 100 mm groß sein und das Schild muss von rostfreier, feuerfester und rechteckiger Form sein.

Die Angaben „CSC-Sicherheitszulassung“ müssen in Buchstaben mit mindestens 8 mm Höhe dauerhaft lesbar sein können. Die restlichen Angaben müssen mit mindestens 5 mm großen Buchstaben auf dem Schild stehen. Zudem muss ein Freiraum auf der Plakette bleiben, in dem dann das Datum der ersten Instandhaltungsprüfung und die Daten der nächsten Überprüfung eingetragen werden.

Dabei darf zwischen der Herstellung und der ersten Überprüfung ein Zeitraum von höchstens fünf Jahren liegen. Die nächsten Überprüfungen folgen dann in einem Zeitraum innerhalb der nächsten 30 Monate.

IICL5

Der IICL5 ist ein Reparaturstandard, der durch den Verband der Container-Leasinggesellschaften (Institute of International Container Lessors) und den Reedereien gemeinschaftlich bestimmt wurde. Container, die nach dem Qualitätsstandard ICCL5 repariert wurden, entsprechen der besten Klasse der gebrauchten Container.

Aus diesem Grund eignen sie sich für die langfristige Vermietung sowie den Transport

Cargo Worthy kurz: CW

Container der Kategorie CW (cargo worthy) machen zwar immer noch einen guten optischen Eindruck, doch die Qualität ist geringer als die eines nach ILLC5 reparierten Containers. Dennoch sind sie zum Transport noch geeignet.

Wind und wasserdicht kurz: WWT

Dass Container der Kategorie IILC5 und CW wind- und wasserdicht sind, erklärt sich fast von selbst.

Eine weitere Kategorie beschreibt Container, die in der Qualität unterhalb eines CW-Containers stehen – der „Wind an Wathertight“ – kurz WWT. Er ist zwar wind- und wasserdicht, hat aber keine gültige CSC Plakette, somit kann er nicht für den Transport eingesetzt werden – Hauptsächlich eignet er sich zur Lagerhaltung.