Container abladen: Ladekran, Seitenlader, Container-Trailer oder Mobilkran?
Beim Containerkauf achten die meisten auf Größe, Zustand und Preis. Wie der Container am Zielort vom Lkw kommt, wird dagegen oft erst geklärt, wenn der Fahrer schon vor dem Grundstück steht. Dabei entscheidet die Ablademethode über Lieferkosten, Zufahrt, Untergrund und darüber, ob der Container am Ende dort steht, wo er stehen soll. Diese Seite zeigt die fünf gängigen Ablademöglichkeiten in Deutschland, ihre Voraussetzungen und ihre Grenzen.
Die Ablademöglichkeiten im Überblick
| Methode | Containergrößen | Absetzposition | Platzbedarf | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| Lkw mit Ladekran | 8, 10, 20 Fuß | neben oder hinter dem Lkw, Reichweite wenige Meter | Zufahrt Lkw-tauglich, fester Untergrund für die Stützen | Privatkunden, Gewerbe ohne eigenes Hebezeug |
| Seitenlader | 20 und 40 Fuß | parallel neben dem Lkw | rund 6 bis 7 m Breite neben der Fahrspur | 40-Fuß-Lieferung ohne Kran |
| Container-Trailer mit Containerstützen | 8, 10, 20 Fuß | am Standort des Anhängers, Feinpositionierung mit den Stützen | Pkw-Zufahrt reicht, keine 4 m Durchfahrtshöhe nötig | Enge Zufahrten, niedrige Durchfahrten, Privatgrundstücke |
| Standardchassis | alle Größen | Abladen durch den Kunden | Stapler oder Kran vor Ort | Betriebe mit eigenem Hebezeug, Laderampe |
| Mobilkran | alle Größen | frei wählbar innerhalb der Reichweite | Stellfläche für den Kran, fester Untergrund | Schwer erreichbare Standorte, Stapelung, Umbauten |
Lkw mit Ladekran

Der Lkw mit Ladekran ist die Standardlieferung für 10- und 20-Fuß-Container an Privatkunden. Der Kran sitzt hinter dem Fahrerhaus, der Container liegt auf der Ladefläche. Am Zielort fährt der Fahrer die Stützen aus, hebt den Container an und setzt ihn neben oder hinter dem Fahrzeug ab. Die Reichweite hängt vom Kran und vom Gewicht ab. Ein leerer 20-Fuß-Container wiegt rund 2,2 Tonnen, dafür reichen die meisten Ladekrane einige Meter weit. Über Zäune, Hecken oder Garagen hinweg wird es schnell eng, weil mit der Auslage die Tragkraft sinkt.
Für 40-Fuß-Container ist der Ladekran die Ausnahme. Ein leerer 40-Fuß-High-Cube wiegt knapp 4 Tonnen und ist über 12 Meter lang. Dafür braucht es einen großen Kran und ein entsprechend langes Fahrzeug, das nur wenige Spediteure vorhalten.
Voraussetzungen: Die Zufahrt muss für einen Lkw mit rund 12 Metern Länge, 2,55 Metern Breite und 4 Metern Höhe befahrbar sein, inklusive Kurvenradius. Die Stützen des Krans bringen mehrere Tonnen Punktlast auf den Boden. Auf Rasen, weichem Kies oder frisch verlegtem Pflaster sind Stützplatten nötig, sonst sinken die Stützen ein oder beschädigen den Belag.
Seitenlader
Der Seitenlader ist ein Sattelauflieger mit zwei Kranarmen, die den Container seitlich vom Fahrzeug heben und parallel daneben absetzen. Er ist die übliche Methode für 40-Fuß-Container, kann aber auch 20-Fuß-Container fahren. Der Absetzvorgang dauert wenige Minuten und ist sehr präzise, allerdings nur in einer Richtung: Der Container landet immer direkt neben dem Lkw, in der Regel mit einem Abstand von ein bis zwei Metern zur Fahrzeugkante. Soll der Container an einer anderen Stelle stehen, muss der Lkw so rangieren, dass er genau daneben zum Stehen kommt.
Voraussetzungen: Neben der Fahrspur werden rund 6 bis 7 Meter Breite benötigt, für den Container selbst und für die ausgefahrenen Stützen. Der Boden unter den Stützen muss tragfähig sein. Ein Seitenlader kann nicht über Hindernisse hinweg absetzen und den Container nicht drehen.

Container-Trailer mit Containerstützen

Der Container-Trailer ist ein Anhänger für 8-, 10- und 20-Fuß-Container, der hinter einem Fahrzeug bis 3,5 Tonnen gefahren wird. Zum Abladen werden vier Containerstützen in die unteren Eckbeschläge des Containers eingehängt. Mit den Stützen wird der Container so weit hochgekurbelt, dass der Anhänger darunter herausfahren kann. Anschließend wird der Container mit den Stützen abgelassen und positioniert. Beim Abholen läuft der Vorgang umgekehrt. Ein Kran ist nicht nötig.
Der Vorteil liegt in der Zufahrt. Ein Lkw mit Ladekran braucht rund 4 Meter Durchfahrtshöhe und deutlich mehr Platz zum Rangieren. Wo Tore, Vordächer, Bäume oder Leitungen niedriger hängen oder ein Lkw in Wohnstraßen und Hofeinfahrten schlicht zu sperrig ist, kommt ein Transporter mit Anhänger noch durch. Auf diese Weise liefern wir selbst einen großen Teil unserer 10- und 20-Fuß-Container aus.
Voraussetzungen: Der Absetzpunkt muss eben und fest sein, weil die vier Stützen das gesamte Containergewicht auf kleine Flächen bringen. Auf Rasen oder Kies gehören Platten unter die Stützen. In Fahrtrichtung muss so viel Platz frei sein, dass der Anhänger unter dem angehobenen Container herausfahren kann. Über Hindernisse hinweg absetzen kann diese Methode nicht.
Standardchassis mit Abladen durch den Kunden
Bei der Lieferung auf einem normalen Containerchassis bringt der Lkw den Container nur bis zum Zielort. Das Abladen übernimmt der Kunde mit eigenem Gerät. Für Betriebe mit Gabelstapler oder Laderampe ist das die günstigste Variante, weil nur der reine Transport berechnet wird.
Für das Abladen mit Gabelstapler muss der Container Staplertaschen haben. Bei 20-Fuß-Containern ist das üblich, bei 40-Fuß-Containern die Ausnahme. Der Stapler braucht lange Gabeln oder Gabelverlängerungen und eine Tragkraft, die deutlich über dem Leergewicht liegt: für einen 20-Fuß-Container mindestens 3 Tonnen, für einen 40-Fuß-Container mindestens 5 Tonnen. Ein beladener Container darf mit dem Stapler nur gehoben werden, wenn Tragkraft und Lastschwerpunkt das zulassen.
Wer keinen Stapler hat, kann für diese Variante einen Mobilkran bestellen. Dann müssen Lkw und Kran zeitlich abgestimmt werden, sonst entstehen Wartezeiten, die beide Unternehmen berechnen.

Mobilkran

Der Mobilkran ist die flexibelste Lösung. Er hebt jeden Container an jede Stelle innerhalb seiner Reichweite, auch über Gebäude oder Mauern hinweg, auf Fundamente, in Hinterhöfe oder auf einen zweiten Container. Bei Umbauprojekten, gestapelten Containern oder Standorten ohne direkte Zufahrt gibt es oft keine Alternative.
Voraussetzungen: Der Kran braucht eine eigene Stellfläche mit tragfähigem Untergrund für die Stützen. Der Stützdruck liegt je nach Kran und Auslage bei mehreren Tonnen pro Stütze, weshalb Lastverteilplatten Standard sind. Der Kranführer muss die Situation vorher kennen: Entfernung von der Stellfläche zum Absetzpunkt, Höhe von Hindernissen, Gewicht des Containers. Auf dieser Basis wählt das Kranunternehmen die Krangröße. Ein zu klein bestellter Kran fährt unverrichteter Dinge wieder ab, und die Anfahrt wird trotzdem berechnet.
Untergrund und Standort vorbereiten
Unabhängig von der Methode muss der Absetzpunkt eben, tragfähig und frei zugänglich sein. Ein Container steht auf seinen vier Eckbeschlägen, nicht auf der Bodenfläche. Auf weichem Boden sinken die Ecken ein, der Container verzieht sich und die Türen klemmen. Für längere Standzeiten gehört unter jede Ecke ein Fundament, etwa Betonplatten, Punktfundamente oder Schraubfundamente. Welche Variante wann sinnvoll ist, erklärt unser Beitrag zu Fundamenten für Container.
Vor der Lieferung sollten Sie folgende Punkte klären: Ist die Zufahrt für das Lieferfahrzeug befahrbar, auch bei Regen? Gibt es Tore, Äste, Leitungen oder Vordächer, die Höhe oder Breite begrenzen? Wo genau soll der Container stehen und in welche Richtung sollen die Türen zeigen? Ist der Untergrund am Absetzpunkt und an der Stellfläche des Fahrzeugs tragfähig? Wer diese Angaben bei der Anfrage mitliefert, bekommt ein passendes Angebot und keine Überraschung am Liefertag.
Was das Abladen kostet
Bei Lieferung mit Ladekran, Seitenlader oder Container-Trailer ist das Abladen im Transportpreis enthalten. Der Preis richtet sich nach Entfernung, Containergröße und Region. Anhaltswerte finden Sie auf unserer Seite zu Lieferkosten.
Ein Mobilkran wird separat abgerechnet, meist pauschal mit An- und Abfahrt und einer Mindesteinsatzzeit. Für das Absetzen eines einzelnen 20-Fuß-Containers an einem gut erreichbaren Standort sind einige hundert Euro einzuplanen. Bei großen Kranen, weiten Auslagen oder mehreren Containern steigt der Preis entsprechend. Werden mehrere Container in einem Einsatz abgesetzt, sinkt der Preis pro Container deutlich.
Wer den Container selbst mit dem Stapler ablädt, zahlt nur den Transport. Wartezeiten am Zielort, etwa weil die Zufahrt nicht frei ist oder der Stapler nicht bereitsteht, berechnen die Spediteure nach Zeit.
Eine Übersicht zum gesamten Transportablauf, von der Abholung im Depot bis zur Lieferung, finden Sie unter Container Transport.
Häufige Fragen zum Container abladen
Meist mit einem Lkw mit Ladekran, der den Container neben oder hinter dem Fahrzeug absetzt, oder mit einem Container-Trailer hinter einem 3,5-Tonnen-Fahrzeug, bei dem der Container über vier eingehängte Containerstützen angehoben und abgesetzt wird. Bei 40-Fuß-Containern kommt der Seitenlader zum Einsatz, bei Betrieben mit eigenem Stapler auch das Standardchassis.
In der Regel mit einem Seitenlader, der den Container parallel neben dem Lkw absetzt. Alternativ mit einem Mobilkran. Ein Ladekran auf dem Lkw ist bei 40-Fuß-Containern die Ausnahme, Staplertaschen haben die meisten 40-Fuß-Container nicht.
Ja. Beim Container-Trailer werden vier Containerstützen in die Eckbeschläge eingehängt, der Container wird hochgekurbelt, der Anhänger fährt heraus und der Container wird abgelassen. Das funktioniert für 8-, 10- und 20-Fuß-Container auf ebenem, festem Untergrund und braucht weder einen Lkw noch 4 Meter Durchfahrtshöhe.
Der Container muss Staplertaschen haben. Für einen leeren 20-Fuß-Container ist ein Stapler mit mindestens 3 Tonnen Tragkraft und langen Gabeln nötig, für einen leeren 40-Fuß-Container mindestens 5 Tonnen.
Ja, wenn der Boden eben und trocken ist. Das Lieferfahrzeug braucht aber eine befahrbare Zufahrt, und die Stützen benötigen auf weichem Boden Platten. Für längere Standzeiten sollte der Container auf Fundamenten stehen, damit die Eckbeschläge nicht einsinken.
Neben der Fahrspur des Lkw rund 6 bis 7 Meter Breite für Container und Stützen. Der Container wird immer direkt neben dem Lkw abgesetzt, ein Versetzen an eine andere Stelle ist nicht möglich.