10 Tipps bevor Sie ein Containerhaus bauen
Februar 19, 2015

Der moderne Pionier John Wells arbeitet aktuell an einem spannenden Projekt in Alpine, Texas. Auf einem Wüstenstreifen in seinem Feldlabor, bekannt als das „Südwest Texas Feldlabor für alternative Energie und nachhaltiges Wirtschaften“, lebt Wells ganz autark und auf sich gestellt.

shipping container haus von john wells

Vor einigen Jahren errichtete er hier ein erstes winziges Häuschen, das mit 270 Watt Solarenergie und vier 100-Watt-Windturbinen mit Energie versorgt wird. Wells‘ derzeit laufendes Projekt ist der Bau einer größeren Wohn- und Wirtschaftseinheit aus insgesamt vier 20 Fuß Seecontainern.

Dabei hofft er, knapp 500qm wohnbare Fläche für weniger als 15.000 Euro realisieren zu können.

Für alle, die ähnliches Vorhaben, hat er ebenfalls 10 Tipps parat, welche man überdenken sollte, bevor man Seecontainer für sein Projekt nutzt:

1. Seecontainer sind je nach Konjunktur ein gefragtes Gut, die Preise können schwanken, Container sind also nicht immer der billigste Werkstoff.

Auch der Transport über weite Entfernungen ist nicht wirklich billig.

Wenn Sie in der Nähe einer größeren Hafenstadt leben und über einen entsprechend großen Lastwagen samt Anhänger verfügen können, ist die Beschaffung allerdings ein Stück weit einfacher und preisgünstiger. Auch das entsprechende Abladen der Container muss vor Ort geplant werden, Kran o. Stapler muss ggf. organisiert werden.

2. Wenn Sie ein konkretes Angebot benötigen, vermeiden Sie unseriöse Händler, diese gibt es, leider wie in allen Branchen. Nutzen Sie unseren Marktplatz für einen transparenten Angebotsvergleich.

3. Der Preis für einen Container in der 20 Fuß Variante kann zwischen 900 und 1500 Euro betragen.

Ein konventioneller Bau in gleicher Größe, wasserdicht und solide, ist tatsächlich oft schneller und kostengünstiger ausführbar.

4. Container sind extrem sicher – sie lassen sich allenfalls mit Hilfe schweren Gerätes und viel Mühe unbefugt öffnen. Und sie sind viel zu schwer, um sie unbefugt wegzuschaffen.

5. Wenn möglich, lassen Sie sich den Seecontainer anliefern und unmittelbar an die gewünschte Stelle oder das vorbereitete Fundament setzen. Andernfalls brauchen Sie einen Kran oder einen riesigen Flaschenzug, um ihn zu bewegen.

6. Der einzige natürliche Feind des Containers ist der Rost – achten Sie daher, wenn möglich auf eine CSC Plakette, eine Art Tüv für Seecontainer.

7. Seecontainer sind nicht isoliert: Sie verwandeln sich daher je nach Sonneneinstrahlung und Umgebungstemperatur schnell in Kühlschränke oder Backöfen. Eine gute Isolation und der Einbau einer ausgeklügelten Belüftung sind daher ein Muss und mit entsprechendem Aufwand verbunden.

8. Gerät der Welthandel ins Stocken, stapeln sich die Metallmonster zu Tausenden ungenutzt auf den Frachthöfen. Ihre Wiederverwendung und Umwidmung als Wohn- oder Wirtschaftsgebäude ist daher eine vernünftige Recycling-Maßnahme.

9. Lassen Sie den Container das bleiben, was er ist, bleiben Sie „ehrlich“: Verkleiden Sie ihn nicht mit anderen Baumaterialien um seine (wie wir finden) schöne natürliche Ausstrahlung zu bewahren.

10. Nicht alles was glänzt ist Gold, oder:

– Viele Bilder von Containerhäusern weichen erheblich von der Realität ab.
– Viele der dargestellten Projekte sehen optisch zwar fabelhaft aus, ihr Bau und ihre Ausstattung hat aber sehr oft astronomische Summen verschlungen.

Der Charme der Bauweise mit Containern besteht aber gerade darin, der persönlichen Kreativität für bezahlbare und dennoch optisch ansprechbare Lösungen ganz nach Bedarf freien Lauf zu lassen.

 

Frei nach http://www.jetsongreen.com/2010/02/ten-things-consider-shipping-container-projects.html

Bildquelle http://www.tinyhouseliving.com/tag/john-wells/

10 Tipps bevor Sie ein Containerhaus bauen
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