Container Transport – Möglichkeiten & Überblick

Ein Container wird fast immer per Lkw geliefert. Bahn und Binnenschiff spielen nur bei größeren Stückzahlen oder im Exportverkehr eine Rolle. Für den Käufer eines einzelnen Containers geht es deshalb um andere Fragen: Wo steht der Container, wie kommt er zum Grundstück, wie wird er abgeladen, was kostet das und was ändert sich bei einer Lieferung nach Österreich oder in die Schweiz.

Diese Seite erklärt den Transport von der Abholung im Depot bis zum Absetzen am Zielort. Rund jeder neunte Besucher von Containerbasis kommt aus Österreich oder der Schweiz, deshalb behandeln wir die Lieferung dorthin in eigenen Abschnitten, inklusive Zoll und Mehrwertsteuer.

Lieferung mit dem Lkw

Jeder ISO-Container passt auf ein Containerchassis. Diese Sattelauflieger nehmen einen 40-Fuß-Container oder zwei 20-Fuß-Container auf und verriegeln sie über Twistlocks an den Eckbeschlägen. Für einzelne 10- und 20-Fuß-Container kommen außerdem Lkw mit Ladekran und Container-Trailer hinter einem 3,5-Tonnen-Fahrzeug zum Einsatz, die den Container am Zielort selbst absetzen können. Welche Methode wann passt, steht auf unserer Seite zum Abladen von Containern.

Der Transportpreis richtet sich nach den gefahrenen Kilometern, und zwar nicht nur vom Depot zum Kunden. Nach dem Abladen fährt der Lkw leer zum nächsten Beladeort, und diese Leerfahrt gehört zur Kalkulation. Ein Container von Hamburg nach Hannover kostet deshalb mehr als die reine Strecke, wenn der Lkw anschließend leer nach Bremen weiterfährt. Speditionen, die regelmäßig Container in eine Region fahren, können die Leerfahrt mit einer Rückladung ausgleichen und sind entsprechend günstiger. Aus diesem Grund lohnt es sich, den Transport über den Containerhändler zu buchen, der die Touren bündelt, statt einzeln eine Spedition zu beauftragen.

Der Lkw ist bei fast allen Lieferungen an Privatkunden, Betriebe und Baustellen die einzige sinnvolle Option. Er bringt den Container bis auf das Grundstück, ist kurzfristig verfügbar und braucht keinen Umschlag. Die Grenzen setzt die Zufahrt: Ein Sattelzug mit Containerchassis ist rund 16,5 Meter lang und braucht 4 Meter Durchfahrtshöhe und ausreichend Platz zum Rangieren. Für enge Zufahrten ist der Container-Trailer die Alternative.

Ablauf einer Containerlieferung

Gebrauchte Container stehen in Depots an den Seehäfen und an Binnenterminals, etwa in Hamburg, Bremerhaven, Duisburg, Frankfurt, Nürnberg und München. Neue und One-Trip-Container kommen direkt aus dem Hafen. Der Container, den Sie kaufen, steht also selten dort, wo der Händler sitzt. Der Transport beginnt mit der Freistellung im Depot, danach holt die Spedition den Container ab.

Vor der Lieferung klärt die Spedition mit Ihnen den Liefertermin, meist als Zeitfenster von einigen Stunden, und die Bedingungen am Zielort. Dazu gehören die Zufahrt, die Durchfahrtshöhe, der Untergrund und der genaue Absetzpunkt mit Türrichtung. Diese Angaben entscheiden über das Fahrzeug. Wer sie bei der Anfrage mitliefert, bekommt ein passendes Angebot ohne Nachberechnung.

Am Liefertag muss der Absetzpunkt frei und befahrbar sein. Der Fahrer prüft die Situation vor Ort, setzt den Container ab und lässt sich die Lieferung quittieren. Wartezeiten, weil die Zufahrt blockiert ist oder der Absetzpunkt nicht vorbereitet wurde, berechnen Speditionen nach Zeit. Eine vergebliche Anfahrt, weil der Lkw nicht auf das Grundstück kommt, wird komplett berechnet, und der Container geht zurück ins Depot.

Im Video zeigen wir die Ablademöglichkeiten, die in Deutschland üblich sind, und wann welche Lösung sinnvoll ist.

Bahn und Binnenschiff: für Mengen und lange Strecken

Bahn und Binnenschiff transportieren Container zwischen Seehäfen und Binnenterminals. Sie sind pro Kilometer günstiger als der Lkw und fahren rund um die Uhr, brauchen aber an beiden Enden einen Umschlag und für die letzte Strecke wieder einen Lkw. Für einen einzelnen Container zu einem Privatgrundstück rechnet sich das nicht, weil Umschlag und Nachlauf den Vorteil auffressen.

Sinnvoll sind Bahn und Binnenschiff bei mehreren Containern an einen Standort, bei Strecken über einige hundert Kilometer zwischen zwei Terminals und im Exportverkehr, wenn der Container ohnehin in einen Seehafen muss. Die Laufzeit ist länger als beim Lkw, das Binnenschiff ist zudem von Wasserständen abhängig. Wer solche Mengen bewegt, bekommt von uns ein Angebot mit allen Umschlägen, statt die Glieder der Kette einzeln zu buchen.

Lieferung nach Österreich

Österreich ist EU-Mitglied, deshalb gibt es an der Grenze weder Zoll noch Ausfuhrformalitäten. Der Lkw fährt durch, der Container wird geliefert wie in Deutschland. Der Unterschied liegt in der Mehrwertsteuer, und dort entscheidet, wer kauft und wer transportiert.

Kauft ein österreichisches Unternehmen mit gültiger UID-Nummer und wird der Container nach Österreich geliefert, ist das eine innergemeinschaftliche Lieferung. Der deutsche Verkäufer stellt die Rechnung ohne Umsatzsteuer aus, der Käufer versteuert den Erwerb in Österreich. Der Verkäufer braucht dafür die UID des Käufers und einen Nachweis, dass der Container Österreich erreicht hat, in der Regel die Gelangensbestätigung oder den Speditionsbeleg.

Kauft eine Privatperson oder ein Unternehmen ohne UID und wird der Container geliefert, gilt der Verkauf als Versandhandel. Dann wird österreichische Umsatzsteuer von 20 Prozent berechnet und über das EU-Verfahren OSS abgeführt. Holt der Käufer den Container selbst in Deutschland ab, fällt deutsche Umsatzsteuer von 19 Prozent an, weil die Lieferung in Deutschland endet. Für den Transport gelten die deutschen Regeln, die Leerfahrt zurück über die Grenze macht die Lieferung nach Österreich in der Regel teurer als eine gleich lange Strecke innerhalb Deutschlands.

Lieferung in die Schweiz: Ausfuhr, Zoll und Mehrwertsteuer

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied. Eine Lieferung dorthin ist aus deutscher Sicht eine Ausfuhr, aus Schweizer Sicht eine Einfuhr, und beide Vorgänge laufen getrennt.

Auf deutscher Seite ist der Verkauf in die Schweiz von der Umsatzsteuer befreit, wenn der Container nachweislich die EU verlässt. Ab einem Warenwert von 1.000 Euro muss die Ausfuhr elektronisch beim Zoll angemeldet werden. Der Zoll stellt daraufhin das Ausfuhrbegleitdokument aus, kurz ABD, mit einer Registriernummer. Dieses Dokument begleitet den Container bis zur Grenze. An der Ausgangszollstelle wird die Ausfuhr bestätigt, und der Verkäufer erhält elektronisch den Ausgangsvermerk. Erst der Ausgangsvermerk ist der Nachweis für die Steuerbefreiung. Ohne ihn muss der Verkäufer die deutsche Umsatzsteuer nachträglich abführen, und das wird er dem Käufer in Rechnung stellen.

Auf Schweizer Seite wird der Container verzollt. Seit 2024 erhebt die Schweiz auf Industriegüter keine Zölle mehr, auch Container sind zollfrei. Fällig wird aber die Schweizer Einfuhrsteuer von 8,1 Prozent. Bemessungsgrundlage ist nicht nur der Kaufpreis, sondern der Warenwert an der Grenze, also der Kaufpreis plus die Transportkosten bis zur Schweizer Grenze. Die Einfuhranmeldung übernimmt in der Regel der Spediteur oder ein Zollagent, die Einfuhrsteuer zahlt der Käufer, bei Unternehmen ist sie als Vorsteuer abziehbar.

Der häufigste Fehler passiert bei der Abholung. Holt ein Schweizer Käufer den Container mit eigenem Fahrzeug in Deutschland ab, muss er selbst dafür sorgen, dass das ABD an der Grenze vorgelegt wird und der Ausgangsvermerk zustande kommt. Fährt er ohne Zollabfertigung über die Grenze, fehlt dem Verkäufer der Nachweis, und die deutsche Umsatzsteuer wird fällig, zusätzlich zur Schweizer Einfuhrsteuer. Wer als Verkäufer in die Schweiz liefert, sollte deshalb den Transport selbst organisieren oder die Umsatzsteuer bis zum Eingang des Ausgangsvermerks als Kaution einbehalten. Wie der Ablauf im Detail aussieht und was bei Abholung oft schiefgeht, erklären wir im Video.

Was der Transport kostet

Der Transportpreis setzt sich aus der Strecke vom Depot zum Kunden, der Leerfahrt zum nächsten Beladeort, dem Fahrzeugtyp und dem Abladen zusammen. Als Anhaltswert rechnen Speditionen im Containerverkehr mit rund 1,50 Euro pro gefahrenem Kilometer für einen Sattelzug, wobei Mindestpauschalen für kurze Strecken gelten. Ein Lkw mit Ladekran oder ein Seitenlader ist pro Kilometer teurer, dafür entfällt ein separater Kran am Zielort. Bei Lieferungen nach Österreich und in die Schweiz kommen die Leerfahrt zurück über die Grenze und in der Schweiz die Schwerverkehrsabgabe hinzu.

Konkrete Anhaltswerte nach Region und Containergröße stehen auf unserer Seite zu Lieferkosten. Bei jeder Anfrage über Containerbasis ist der Transport zum Zielort im Angebot enthalten, mit oder ohne Abladen.

Fazit

Für einen einzelnen Container ist der Lkw das Transportmittel, und die Kosten hängen weniger von der Entfernung als von Zufahrt, Fahrzeugtyp und Leerfahrt ab. Wer den Absetzpunkt vorbereitet und die Bedingungen vor Ort bei der Anfrage angibt, bekommt einen Preis ohne Überraschungen. Bei Lieferungen nach Österreich entscheidet die Mehrwertsteuerfrage, bei Lieferungen in die Schweiz der Ausgangsvermerk. Beides organisieren wir mit, vom Depot bis zum Absetzen auf Ihrem Grundstück.

Häufige Fragen zum Containertransport

Wie wird ein Container transportiert?

Fast immer per Lkw, auf einem Containerchassis, mit einem Lkw mit Ladekran oder mit einem Container-Trailer hinter einem 3,5-Tonnen-Fahrzeug. Bahn und Binnenschiff lohnen sich nur bei mehreren Containern oder auf langen Strecken zwischen Terminals.

Was kostet der Transport eines Containers?

Als Anhaltswert rund 1,50 Euro pro gefahrenem Kilometer für einen Sattelzug, plus Leerfahrt zum nächsten Beladeort, plus Abladen. Konkrete Werte nach Region stehen auf unserer Seite zu Lieferkosten.

Was ist eine Leerfahrt beim Containertransport?

Die Strecke, die der Lkw nach dem Abladen leer bis zum nächsten Beladeort fährt. Sie gehört zur Kalkulation des Transportpreises. Händler, die Touren bündeln, können sie mit Rückladungen ausgleichen.

Fällt beim Containerkauf aus Deutschland in die Schweiz Zoll an?

Nein, die Schweiz erhebt seit 2024 keine Zölle auf Industriegüter. Fällig ist die Schweizer Einfuhrsteuer von 8,1 Prozent auf den Kaufpreis plus Transportkosten bis zur Grenze. Der deutsche Verkäufer stellt ohne Umsatzsteuer aus, wenn der Ausgangsvermerk vorliegt.

Was ist das Ausfuhrbegleitdokument (ABD)?

Das Dokument, das der deutsche Zoll nach der elektronischen Ausfuhranmeldung ausstellt. Es begleitet den Container bis zur EU-Grenze. Dort wird die Ausfuhr bestätigt und der Verkäufer erhält den Ausgangsvermerk als Nachweis für die Steuerbefreiung.

Welche Mehrwertsteuer gilt bei Lieferung nach Österreich?

Bei Lieferung an ein Unternehmen mit UID keine deutsche Umsatzsteuer, der Käufer versteuert in Österreich. Bei Lieferung an Privatkunden österreichische Umsatzsteuer von 20 Prozent. Bei Abholung in Deutschland deutsche Umsatzsteuer von 19 Prozent.