Die größten Containerhäfen der Welt – nach Region

Containerhäfen sind das Rückgrat des globalen Handels. Millionen von Standardcontainern (TEU) werden jedes Jahr über die größten Umschlagplätze der Welt verschifft. Während Asien mit China und Singapur die absolute Spitzenposition einnimmt, spielt Australien im Südpazifik eine dominierende Rolle. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die größten Häfen der Welt – aufgeteilt nach Regionen – und zeigen, welche Standorte für den internationalen Warenverkehr besonders wichtig sind.

Südpazifik / Ozeanien

HafenLandUmschlag pro Jahr
Port of MelbourneAustralienca. 3,2 Mio. TEU
Port Botany, SydneyAustralienca. 2,7–3,0 Mio. TEU
Port of BrisbaneAustralienca. 1,4 Mio. TEU
Port of AucklandNeuseelandca. 0,8 Mio. TEU

Australien dominiert den Containerverkehr im Südpazifik deutlich. Melbourne gilt als Tor zu Südost-Asien und ist der wichtigste Umschlagplatz der Region. Auch Sydney und Brisbane wachsen stark durch den Handel mit Asien. Lesenswertes über den australischen Container-Markt, findest du auf diesem Blog.

Asien

HafenLandUmschlag pro Jahr
Port of ShanghaiChinaca. 47 Mio. TEU
Port of SingaporeSingapurca. 39 Mio. TEU
Ningbo-ZhoushanChinaca. 35 Mio. TEU
ShenzhenChinaca. 27 Mio. TEU
BusanSüdkoreaca. 22 Mio. TEU
Aerial view of the famous container port freight terminal in Shanghai, China

Asien ist mit Abstand die stärkste Region im weltweiten Containerverkehr. Allein Shanghai schlägt mehr Container um als viele Kontinente zusammen. Singapur bleibt der wichtigste Hub für Südostasien.

Europa

HafenLandUmschlag pro Jahr
Port of RotterdamNiederlandeca. 14,5 Mio. TEU
Port of Antwerp-BrugesBelgienca. 13,5 Mio. TEU
Port of HamburgDeutschlandca. 8,8 Mio. TEU
ValenciaSpanienca. 5,1 Mio. TEU
PiraeusGriechenlandca. 5 Mio. TEU
Containerschiff im Hafen von Rotterdam beim Beladen mit großen Kränen und gestapelten Containern

Europa hat mehrere bedeutende Containerhäfen, die als Drehscheiben zwischen Asien und dem Binnenmarkt dienen. Rotterdam ist das „Tor nach Europa“ und einer der modernsten Häfen der Welt.

Nordamerika

HafenLandUmschlag pro Jahr
Port of Los AngelesUSAca. 10 Mio. TEU
Port of Long BeachUSAca. 9 Mio. TEU
Port of New York/New JerseyUSAca. 8,5 Mio. TEU
Port of SavannahUSAca. 5,4 Mio. TEU
VancouverKanadaca. 3,6 Mio. TEU
Luftaufnahme des Port of Los Angeles mit Containerterminals, Kränen und gestapelten Schiffscontainern entlang der belebten Industrieeisenbahn

In Nordamerika sind die Häfen an der US-Westküste führend. Los Angeles und Long Beach bilden zusammen einen der größten Umschlagplätze weltweit und sind das Eingangstor für Waren aus Asien.

Südamerika

HafenLandUmschlag pro Jahr
Port of SantosBrasilienca. 5 Mio. TEU
Port of ColonPanama, Atlantikseiteca. 4,8 Mio. TEU
Port of CallaoPeruca. 2,5 Mio. TEU
Port of Buenos AiresArgentinienca. 1,4 Mio. TEU

Südamerika wird stark durch den Export von Rohstoffen und Agrarprodukten geprägt. Der Hafen von Santos in Brasilien ist dabei der unangefochtene Spitzenreiter.

Naher Osten

HafenLandUmschlag pro Jahr
Port of Jebel AliVAE (Dubai)ca. 13,7 Mio. TEU
Port of SalalahOmanca. 4,3 Mio. TEU
King Abdullah PortSaudi-Arabiena. 3,5 Mio. TEU
Schlepperboot vor dem Containerhafen Jebel Ali in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit zahlreichen Kränen und Containern im Hintergrund

Der Nahe Osten ist ein strategisches Drehkreuz zwischen Asien, Afrika und Europa. Dubai ist hier führend und einer der modernsten Häfen weltweit.

Afrika

HafenLandUmschlag pro Jahr
Port of Tanger MedMarokkoca. 8,6 Mio. TEU
Port of DurbanSüdafrikaca. 2,9 Mio. TEU
Port of Lagos/ApapaNigeriaca. 1,2 Mio. TEU
Containerhafen Tanger Med in Marokko am mit Lagerhallen, Kränen und zahlreichen gestapelten Containern

Afrika hat in den letzten Jahren stark in den Ausbau seiner Hafeninfrastruktur investiert. Tanger Med in Marokko ist inzwischen der größte Hafen Afrikas und ein wichtiger Hub für den Handel mit Europa.

Über den Autor

Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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15 weitere beeindruckende Fakten über Schiffscontainer

Container prägen unsere Umgebung – einerseits in Form von Containerhäusern, Bars und Messeständen, andererseits als essenzielles Vehikel des globalen Transportes. Kein Tag vergeht, an dem wir nicht mindestens einen Gegenstand nutzen, der seinen Weg nach Europa in einem Schiffscontainer zurückgelegt hat. Obwohl sie aus dem Alltag nicht wegzudenken sind, machen sich viele Verbraucher kaum Gedanken um die stählernen Transportboxen.

Im Folgenden haben wir Fakten zum Container zusammengetragen, die Sie wahrscheinlich überraschen werden:

  1. Schiffscontainer sind die umweltfreundlichste Transportvariante

Angesichts des drohenden Klimawandels bewerten Wissenschaftler aktuell sowohl Personen-Verkehrsmittel als auch solche des Warentransportes nach ihrem CO2-Ausstoß. Pro Tonnenkilometer (Warenmenge in Tonnen x Strecke in Kilometern) kommen Containerschiffe dabei mit Abstand am besten weg: Sie emittieren durchschnittlich zwischen 5 und 60 Gramm Kohlendioxid pro Tonnenkilometer, während der Transport auf der Schiene mit 10 bis 120 Gramm und der Straßentransport mit 75 bis 160 Gramm zu Buche schlagen. Mit dem Flugzeug bewegte Waren verursachen aufgrund des geringen Ladungsvolumens im Vergleich zum Treibstoffbedarf sogar bis zu 665 Gramm CO2 pro tkm. 

  1. Containerschiffe fassen heutzutage über 20.000 Container

Führende Reedereien wie OOCL, CMA CGM und Maersk wetteifern beim Schiffsbau um die Rekorde. Aktuell können die weltgrößten Schiffe der G-Klasse von OOCL auf einer Länge von knapp 400 Metern und einer Breite von knapp 60 Metern genau 21.413 Standard-ISO-Container transportieren. Noch größere Exemplare, die über 22.000 Container fassen sollen, sind bereits im Bau. Der limitierende Faktor ist dabei nicht die mögliche Tragfähigkeit der Containerschiffe, sondern in erster Linie die Dimension des Suez-Kanals, weil sie Länge, Breite und Tiefgang der passierenden Frachter begrenzt.

  1. Der weltweite Containerumschlag steigt kontinuierlich

Weltweit werden aktuell 727 Millionen TEU im Jahr in Containern umgeschlagen. Laut Statistiken des Branchendienstes Alphaliner hat sich diese Menge seit dem Jahr 2000 gut verdreifacht. Dass der Handel im Container konstant zunimmt, zeigt auch der sogenannte Containerumschlags-Index. In ihm sind die Daten von 88 internationalen Häfen zusammengefasst, welche insgesamt 60 Prozent des internationalen Containerumschlages abwickeln. Damit ist der Containerumschlags-Index ein zuverlässiger Indikator für den allgemeinen Trend der Weltwirtschaft. 

  1. Container erreichen Dimensionen abseits der Vorstellungskraft

Etwa 90 Prozent des weltweiten Warenverkehrs wird auf dem Schiffsweg abgewickelt. Rund 40.000 Schiffe transportieren dabei die Güter. Insgesamt umfasst die weltweite Flotte 38 Millionen Container. Würde man diese in einer langen Schlange hintereinander aufreihen, betrüge die Länge rund 230.000 Kilometer – die Containerkette würde 5-mal um den Globus reichen. Übereinander aufgestapelt entstünde ein 98.000 Kilometer hoher Containerturm – theoretisch würde dieser ¼ der Strecke bis zum Mond überbrücken.

Würde man allein das weltgrößte Containerschiff vollständig auf einen einzigen Güterzug entladen wollen, bekäme dieser eine Länge von 129 Kilometern.

  1. Die Containerschifffahrt ist eine Männerdomäne

Frauen findet man in der Besatzung von Containerschiffen nur selten – 98 Prozent der Arbeitskräfte sind männlich. Was die Nationalität anbelangt, gehen Crewmitglieder von den Philippinen mit 33 Prozent am häufigsten an Bord. 400.000 Philippinos insgesamt arbeiten auf Schiffen, was bei der kleinen Seefahrernation mit einer Bevölkerung von 2 Millionen gut ein Fünftel aller Bürger ausmacht.

  1. Container wurden aus Ungeduld erfunden

Es wird erzählt, Container-Erfinder Malcom McLean habe sich über die langen Wartezeiten beim Entladen seines LKWs am Hafen geärgert, als er Waren für sein eigenes Speditionsunternehmen befördern wollte. Der Anekdote nach wurde aus diesem frustrierenden Erlebnis die Idee zum Transport in normierten Behältnissen geboren. McLean verwirklichte sie 1956 mit den ersten Containern und zwei ehemaligen Marine-Tankern, die er zu Containerschiffen umgebaut hatte. Das Konzept, das anfangs noch als „Schachtelschiff“ belächelt wurde, revolutionierten schließlich die weltweite Logistikbranche.

  1. Täglich gehen Container verloren

Ob durch starken Wellengang oder bei einer Havarie des Schiffes – jährlich gehen viele Container über Bord. Obgleich in manchen Quellen von 10.000 verlorenen Schiffscontainern die Rede ist, gehen Fachleute von einer realistischeren Anzahl zwischen 600 und 1400 Stück aus – je nachdem, ob man katastrophale Ereignisse in die Statistik mit einbezieht. Immerhin beträgt der Verlust damit 2 bis 3 Container pro Tag.

  1. Fast alle Container sind „made in China“

Etwa 98 Prozent der Stahlboxen werden in China gefertigt und von dort aus in den weltweiten Handelsstrom entlassen. Hauptgrund sind die geringen Lohnkosten in Asien, jedoch spielt auch die geografische Lage eine Rolle. In China befinden sich 7 der 10 größten Containerhäfen der Welt.

  1. Shanghai ist der weltgrößte Container-Umschlagplatz

Im Jahre 2017 wurden im Hafen von Shanghai über 40 Millionen TEU umgeschlagen. Doch der Hafen ist nicht nur seinem Umschlagvolumen nach der größte, sondern auch einer der modernsten. Am autonomen Terminal des Tiefwasserhafens Yangshan wird das Be- und Entladen seit 2017 beinahe ohne menschliche Arbeitskraft mithilfe von Robotern und künstlicher Intelligenz bewerkstelligt.

  1. Containerschiff-Besatzungen leben offline

Rund 60 Prozent der auf Containerschiffen beschäftigten Menschen haben auf See keine Möglichkeit, ihre Familie telefonisch zu erreichen. Sogar 90 Prozent können vom Schiff aus nicht ins Internet. Der Zugang ins Netz wird voraussichtlich in den kommenden Jahren auf vielen Schiffen eröffnet, um die Container wie eine Paketsendung jederzeit live per Tracking-App verfolgen zu können. Die Möglichkeit eines Internetzuganges sehen Experten jedoch auch als attraktives Merkmal für die Arbeitsplätze an Bord.

  1. Seemann ist ein Zukunftsberuf

Weltweit sind etwa 1,5 Millionen Menschen an Bord tätig. Von 2010 bis 2017 zeichnet sich in der Nachfrage allerdings ein gepaltener Trend ab: Während der Bedarf an Offizieren um 24 Prozent gestiegen ist, wuchs die Nachfrage nach Mannschaften lediglich um 1 Prozent.

  1. Der Großteil an Containern reist ohne Kontrolle ein

Weltweit überprüft der Zoll nur etwa 10 Prozent der umlaufenden Container – die übrigen werden durchgewunken. Zeit und Personalaufwand sind die größten Hemmnisse intensiverer Kontrollen. Auch das in der Luftfahrt übliche Röntgen lässt sich bei Containern aufgrund der großen Ladungsmenge technisch nur ungenügend umsetzen. Allen voran die USA entwickeln daher Screeningverfahren, die mehr Schutz gegen illegale Einfuhren bieten sollen.

  1. Container sind ein Massenprodukt – aber einzigartig

500 Millionen Container aller Größen und Bauarten sollen sich aktuell auf unserem Planeten befinden. Längst nicht alle dienen zum Transport – viele wurden als Lager zweckentfremdet oder zu einem Containerhaus recycelt. Trotz der unüberblickbaren Anzahl besitzt jeder Container, der nach ISO-Norm gefertigt wurde und sich im Transportwesen befindet eine einzigartige Prüfziffer, die ihn zweifelsfrei identifiziert.

  1. Die Hälfte der Container wird gekühlt

Etwa 50 Prozent des weltweite Warentransportes auf See findet in Kühlcontainern statt. Dafür verwendet man heutzutage vorwiegend sogenannte Integral-Kühlcontainer, die über ein eigenes strombetriebenes Kühlaggregat in ihrer Wand verfügen. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass die Kühlkette selbst an Terminals ohne Stromanschluss nicht unterbrochen wird. An dieser Stelle kommt ein dieselbetriebenes Clip-on-Aggregat zum Einsatz. Ältere Porthole-Kühlcontainer werden dagegen über Öffnungen in der Wand durch Kaltluft aus der Kühlanlage des Schiffes temperiert.

  1. Europas Containerhäuser sind rekordverdächtig

Recycelte Container eignen sich zum Bau eines Tiny-House oder einer komplexen Anlage. Das aktuell größte Container-Bauprojekt Europas befindet sich in Berlin am Gleisdreieck: Es beherbergt in insgesamt 38  20-Fuß-Containern die BRLO-Brauerei und das anhängige Restaurant

Mit 1034 Containern ist Keetwonen in Amsterdam die weltweit größte Containersiedlung. Seit über 10 Jahren wohnen dort Studenten in den jeweils 28m² großen Wohneinheiten. Zukünftige Pläne für Megastädte wie Mumbai gehen noch einen Schritt weiter. Hier wollen Architekten etwa 4500 Container zu mehreren hundert Meter hohen Wolkenkratzern stapeln. Größer ist jetzt bereits der Dordoj-Basar in Kirgisistan. Dieser Markt besteht aus 6000 Containern, aus denen heraus Händler Lebensmittel, Kleidung und Elektro-Artikel verkaufen.

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Andreas Atrott
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Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Gefahrgut im Container transportieren – das ist wichtig

gefahrgut im container

Klebstoff, Feuerzeuge, Parfüm oder Künstlerbedarf – bei manch einer Containerladung bewegt man sich schneller im Bereich „Gefahrgut“ als man denkt. Doch ganz egal, ob Druckfarbe, Kohlepapier oder Diesesöl verschifft werden sollen: Wer einen Container mit potenziell gefährlicher Ladung bestücken will, trägt die Verantwortung für das Einhalten der Sicherheitsrichtlinien. Welche Stoffe überhaupt als Gefahrgut gelten, welche Transport- und Kennzeichnungspflichten bestehen und welche Folgen der Verstoß schlimmstenfalls haben kann – all das erfährst du hier: 

Gefahrgut – der Transport im Container birgt Risiken für Mensch und Umwelt

Brennbare Stoffe, Gase und ätzende Substanzen – auch diese Handelsgüter transportiert man per Seecontainer rund um den Globus so wie es Angebot und Nachfrage bestimmen. Dabei setzen sich nicht nur die Personen einem Risiko aus, die den jeweiligen Container be- und entladen. Im Katastrophenfall besteht Lebensgefahr für Schiffscrew und Hafenpersonal sowie das Risiko, ganze Ökosysteme zu zerstören. 

Bei einer Schiffshavarie besteht Gefahr für marine Ökosysteme

Im Mai 2021 sank der Frachter X-Press Pearl mit einer Ladung von 2743 TEU vor Sri Lanka. Der Grund: Geladen war ein 25-Tonnen-Tank Salpetersäure, der erst zu Lecken begann und schließlich in Brand geriet. Bei der Havarie gerieten erhebliche Mengen von umweltgefährdenden Elemente der Ladung (Schweröl, Ätznatron und Kunstharze) direkt ins Meer. Da der Frachter außerdem tonnenweise Kunststoffpellets geladen hatte, gilt das Schiffsunglück als Grund für die größte Einzelmenge Kunststoff, die bis heute unsere Weltmeere verschmutzt.

Sach- und Personenschäden nicht ausgeschlossen

Weniger Schaden bringend, aber aufsehenerregend verlief ein Unfall im August 2024 im chinesischen Hafen von Ningbo. Hier kam es zu einer großen Explosion an Bord des Containerschiffes „YM Mobility“. Der Feuerball entstand am Bug des 6500 TEU fassenden Schiffes, wo üblicherweise die Gefahrgutcontainer auf Deck transportiert werden. Zwar meldeten Reederei und Behörden weder Tote noch Verletzte – dennoch zeigen solche und ähnliche Ereignisse, dass die Einhaltung geltender Sicherheitsrichtlinien für den Gefahrguttransport im Container immens wichtig ist. 

Was versteht man unter Gefahrgut?

Im Allgemeinen sind mit „Gefahrgut“ Stoffe gemeint, die eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen können. Dieses Risiko bergen sie entweder durch bestimmte chemische Eigenschaften (ätzend, toxisch) oder durch das physikalische Potenzial zu Explosionen und Bränden. Bei Gefahrgütern kann es sich entweder um Rohstoffe wie Kohlendioxid, Ammoniak aber auch Baumwolle handeln, oder um verarbeitete Produkte für den Endabnehmer wie Batterien, Reinigungsmittel oder Feuerwerkskörper.

Container beladen – Woher weiß ich, ob ich Gefahrgut transportiere?

Dass ölgetränkte Lappen oder Metallspäne als Gefahrgut gelten, ist nicht so offensichtlich wie das Brandrisiko bei Benzin oder Propangas. Ob sich in deiner geplanten Containerladung ein Gefahrgut befindet, kannst du deshalb über eine spezielle Datenbank der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung herausfinden. Hier gibst du den passenden Suchbegriff ein und erhältst bei einem Treffer auch die offizielle UN-Nummer als internationale Gefahrgut-Kennzeichnung.

Gefahrgut Klassen – welche gibt es?

Um potenziell gefährliche Ladungsgüter im globalen Transportwesen kümmern sich mehrere internationale Abkommen wie das ADR (Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) für die Straße und der IMDG-Code (International Maritime Dangerous Goods Code) im Schiffsverkehr. Beide teilen Gefahrgüter in neun verschiedene Klassen ein:

  1. explosive Stoffe

Hierunter fallen Stoffe, die durch Funken oder Funkenschlag explodieren können. Häufig transportierte Beispiele sind alle Arten der Pyrotechnik, aber auch Munition und Waffen. Je nach Grad der Explosionsgefahr teilt man Gefahrgutklasse 1 noch in verschiedene Unterklassen ein.

  1. Gase und gasförmige Stoffe

Unter dieser Klasse werden sämtliche Gase von Wasserstoff bis Haarspray zusammengefasst. Je nach Eigenschaft erhalten die Stoffe zusätzliche Attribute durch einen Buchstaben. „A“ steht hier für einen Stoff mit Erstickungsgefahr (asphyxiant), „F“ für entflammbar (flammable), „T“ für giftig (toxic), „C“ für ätzend (corrosive) sowie „O“ für brandfördernd (oxidizing).

  1. flüssige Stoffe, brennbar

Hierunter fallen Flüssigkeiten, die brennen können, sobald sie eine bestimmte Temperaturgrenze überschreiten oder ein Druckniveau nicht einhalten. Beispiele sind hochprozentiger Alkohol sowie Benzin.

  1. feste Stoffe und Gegenstände, brennbar

In diese Klasse fallen zum Beispiel Natrium oder pflanzliche Kohle. Je nachdem, wie hoch die Gefahr der Selbstentzündung ist, werden die Güter in Unterklassen eingruppiert. Klasse 4.1 umfasst beispielsweise Güter, die durch Funkenflug sehr leicht entflammbar sind oder sich bei hohen Temperaturen selbst entzünden, z.B. Schwefel oder Streichhölzer. Klasse 4.2 hingegen bezeichnet Substanzen, die beim Kontakt mit Feuchtigkeit gefährliche Gase bilden können, wie z.B. weißer Phosphor.

  1. entzündend wirkende Stoffe

In diese Klasse gruppiert man Stoffe, die Sauerstoff abgeben und dadurch in Verbindung mit anderen Substanzen Explosionen und Brände verursachen, z.B. Aceton. Die Unterklassen 5.1 und 5.2 umfassen speziell Stoffe, die in Reaktion mit anderen Stoffen Wasserstoffperoxid bilden oder bereits Wasserstoffperoxid enthalten.

  1. giftige Stoffe

Hier teilt sich die Gefahrgutklasse unter 6.1 in giftige Stoffe wie Arsen, Pestizide oder Blausäure sowie unter 6.2 in ansteckungsgefährliche Stoffe wie Viren oder Bakterien, die sich z.B. in medizinischen Abfällen befinden.

  1. radioaktive Stoffe

Diese Klasse wird nicht weiter unterteilt – vom Röntgengerät bis hin zu Plutonium fällt alles, was in irgendeiner Art mit radioaktiver Strahlung in Kontakt kam, in Gefahrstoffklasse 7.

  1. ätzende Stoffe

Hierunter fallen alle Substanzen, die bei Hautkontakt ätzende wirken oder die bei direktem Kontakt andere Güter oder das Transportmittel beschädigen könnten, z.B. Natronlauge oder Salzsäure.

  1. verschiedene gefährliche Stoffe

Diese Kategorie wurde für Güter geschaffen, die man nicht zweifelsfrei in eine der anderen Klassen einordnen kann. Ein viel transportiertes Beispiel sind aktuell Lithiumbatterien.

Welche Kennzeichnungen und Dokumente sind nötig?

Falls du einen Transport per Container planst, in dem sich potenziell gefährliche Güter befinden, musst du die folgenden Punkte streng berücksichtigen:

  1. Placards mit Gefahrgutklasse

Um den Inhalt eines Gefahrgut Containers für Dritte klar zu kennzeichnen, werden sogenannte Placards angebracht. Das sind rautenförmige Aufkleber, die in Warnfarbe, Piktogramm und Nummer die jeweilige Gefahrgutklasse deutlich ausweisen. Placards an der Außenseite des Containers müssen mindestens 25 x 25 Zentimeter groß sein und dürfen bei geöffnetem Container nicht verdeckt werden. Daraus ergibt sich für dich die Pflicht, jeden mit Gefahrgut beladenen Container an beiden Stirnseiten und beiden Langseiten (hier in der Mitte) mit passenden Aufklebern zu versehen. Jedes einzelne Packstück mit gefährlichem Inhalt muss ebenfalls mit Placards beklebt werden, die mindestens 10 x 10 Zentimeter groß sind. 

  1. UN-Nummer 

Für jede gefährliche Substanz existiert eine vierstellige Nummer, die ihr durch das „United Nations Sub-Committee of Experts on the Transport of Dangerous Goods“ zugeordnet wurde (UN-Liste). Schwarzpulver wird beispielsweise mit 0027 gekennzeichnet, Chlorwasserstoff läuft unter 1050. Diese Nummer muss sowohl in den Beförderungspapieren stehen als auch in mindestens 6 Zentimeter hohen Ziffern in der Nähe der Gefahrgut-Aufkleber angebracht sein. 

  1. Richtiger technischer Name (PSN)

Den richtigen technischen Name (proper shipping name) des Gefahrguts musst du ebenfalls außen auf der Ladung anbringen. Der Terminus soll den Inhalt präzise bezeichnen – vor allem dann, wenn eine UN-Nummer verschiedene Optionen unter sich vereint. Unter UN-Nummer 1057 hast du z.B. die Wahl zwischen den technischen Namen „Feuerzeuge“ oder „Nachfüllpatronen für Feuerzeuge“.

  1. Verpackungsklasse

In den Verpackungsklassen I, II und III werden die 9 Gefahrstoffklassen gruppiert – je nachdem, wie hoch ihre jeweiligen sicherheitstechnischen Anforderungen an eine Verpackung sind. Anhand der Verpackungsklasse (auch: Verpackungsgruppe) musst du als Versender die geeignete Verpackung für den jeweiligen Stoff auswählen.

  1. Sicherheitsdatenblatt (MSDS)

Das Sicherheitsdatenblatt dient vor allem dazu, berufsmäßige Verwender eines Stoffes über dessen spezielle Eigenschaften zu informieren. Hier sind nicht nur die Gefahrstoffklasse und die zugehörigen Nummern benannt, sondern auch mögliche Eindämmungsmaßnahmen oder Erste-Hilfe-Maßnahmen im Falle einer Freisetzung oder eines Kontaktes beschrieben.

  1. IMO-Erklärung (Beförderungspapiere für den Seeverkehr)

Als Absender eines Gefahrgut Transportes im Container bist du verpflichtet, vorab korrekte Beförderungspapiere zu erstellen, welche die Ladung begleiten. Für den internationalen Schifffahrtsverkehr regelt der IMDG-Code (International Maritime Dangerous Goods Code) in Kapitel 5.4, welche Informationen enthalten sein müssen. Die Papiere müssen z.B. genaue Angaben zur Gefahrstoffklasse liefern, aber auch wichtige Temperaturbereiche bezeichnen, z.B. den Flammpunkt oder die Temperaturspanne für einen sicheren Transport. Formal bestehen keine Anforderungen an die Beförderungspapiere. Sofern alle nötigen Informationen enthalten sind, dürfen sie auch handschriftlich erstellt werden.

  1. Gefahrgut Führerschein

Sobald ein Gefahrgut-Container das Schiff verlässt, brauchen auch Fahrzeuge und Personal für den Folgetransport spezielle Qualifikationen. So benötigen LKW-Fahrer, die Gefahrgut auf der Straße bewegen, eine sogenannte ADR-Schulungsbescheinigung, die man im Volksmund „Gefahrgutführerschein“ nennt.

  1. Marine-Pollutant-Aufkleber

Ganz gleich, ob sich Gefahrgut oder weniger gefährliche Güter in einem Container befinden  – wenn die Ladung potenziell umweltschädlich für das aquatische Ökosystem ist, musst du den Container und die Packstücke zusätzlich zu anderen Placards und Kennnummern auch mit dem Marine-Pollutant-Symbol auszeichnen. Das bekannte Schild zeigt die Silhouette eines Baumes und eines Fisches in Schwarz vor weißem Grund.

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Andreas Atrott
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Container Rost vermeiden und entfernen – Tipps zur Pflege und Wartung von Schiffscontainern

rost container vermeiden und entfernen

Schiffscontainer sind ein Sinnbild für Belastbarkeit: Die Quader aus Trapezblech transportieren tonnenschwere Ladung rund um den Globus, ohne dass man es ihnen schnell ansieht.

Doch wie Superman das Kryptonit fürchtet, hat auch das super beständige Containermaterial Metall eine entscheidende Schwäche: Wasser. Wenn beide Elemente langfristig in Berührung kommen, entsteht Rost und der Stahl zerfällt, bis sogar robuste Stahlkonstruktionen ihre strukturelle Integrität verlieren. Wie schnell Schiffscontainer durch Rost verfallen  wie man die Korrosion auf hoher See und an Land verhindern kann, wird im Folgenden beleuchtet:

Rostige Schiffscontainer unter der Lupe: Wie entsteht Rost auf Metall?

Trifft Wasser auf eisenhaltiges Metall wie Stahl, verwandeln sich die Eisenmoleküle in seiner Oberfläche unter Einfluss von Sauerstoff zu Eisenoxid. Im Ergebnis entsteht eine rotbräunliche Schicht aus Eisen(II)-Oxid, Eisen(III)-Oxid und kristallinem Wasser, die man Rost nennt. Problematisch: Rost ist durch seine lockere, molekulare Struktur voluminöser und poröser als sein Grundmetall. Er bröckelt und platzt irgendwann der Oberfläche ab. Auf dem freigelegten, blanken Metall setzt sich der Oxidationsprozess dann fort – im schlimmsten Fall solange, bis kein Material mehr vorhanden ist. Auf diese Weise frisst ein feuchtes Klima über Jahre Rostlöcher in die Karosserien alter Autos. Gebäude aus Stahlbeton können sogar einstürzen, wenn der Bewehrungsstahl im Laufe von Jahrzehnten vollständig verrostet. Doch wie gefährdet sind eigentlich ISO-Container für die Korrosion durch Rostbildung?

Sonderfall: Cortenstahl rostet, trotzt aber lange dem Verfall

Das Containermaterial Cortenstahl wurde eigens für höchste Belastungen im Baubereich entwickelt. Es gilt als korrossionsbeständig (corrosion resistent) und zugfest (tensile strong), weil es aus einer speziellen Legierung besteht. Sie rostet zwar oberflächlich, bildet aber direkt unter der Rostschicht eine dichte Sperrschicht aus Phosphaten und Sulfaten aus, die weitere Korrosion verhindert. Den Effekt kann man etwa bei Skulpturen, Gartendeko oder an Fassaden bewundern – hier entwickelt Cortenstahl über die Jahre gewollt eine rostrote Patina („Edelrost“), die seine Stabilität nicht beeinträchtigt. Warum sollte man also einen Container aus Cortenstahl entrosten?

Container rostfrei halten – 5 praktische Tipps

Im Gegensatz zur Gartendeko aus Cortenstahl muss ein Seecontainer in seinem Leben hohe mechanische Belastungen aushalten: sein Rahmen trägt bei jedem Verladen und Stapeln mehrere Tonnen Ladungsgewicht, an seinen Stahlstreben wird Ladung verzurrt und im Trapezprofil der Wände verkantet man Hölzer, um die Ladung zu sichern. Unter diesen Umständen verwandeln sich Rostflecken irgendwann in kritische Schwachstellen: Die immensen Zugkräfte begünstigen, dass sich selbst in der Schutzschicht von Cortenstahl feine Risse bilden. Hier sickert Wasser tiefer ins Material und setzt den Korrosionsprozess fort. Selbst wenn ein Container nur an Land steht (z.B. als Lagercontainer), können saisonale Temperaturschwankungen, die sein Metall immer wieder ausdehnen und zusammenziehen, über Jahre ähnliche Schadstellen begünstigen. 

Die gute Nachricht vorneweg: Wer einen Schiffscontainer regelmäßig wartet, kann mit einer langen Nutzungsdauer rechnen. Die wichtigsten Schritte sind dabei 

  1. Container trocken halten

Von der Stahlhülle eines Schiffscontainers braucht man Wasser nicht fernzuhalten – immerhin ist er für Wetter und Wellen auf hoher See gebaut und generell wasserdicht. Allerdings kann sich durch Kondenswasser, das sich an den Innenseiten der Containerwände niederschlägt, durchaus Rost bilden. Bei nicht isolierten Containern sorgen eine hohe Luftfeuchtigkeit im Innenraum in Kombination mit einer schwankenden Außentemperatur schnell dafür, dass bei nächtlicher Abkühlung Kondenswasser als „Containerregen“ im Innenraum heruntertropft. Tipp: Ist das Lagergut feucht oder die Luftfeuchtigkeit hoch, sollte man eine ständige Luftzirkulation gewährleisten, die es erlaubt, das Feuchtigkeit rasch abzieht.

  1. Anstrich regelmäßig erneuern

Wenn der Lack bereits stellenweise von der Außenhaut des Containers abplatzt, sorgt ein neuer Anstrich für den besten Rostschutz. Spezieller Containerlack erfüllt dabei drei Zwecke in einem: Er schützt vor Korrosion, bildet die Grundierung und fungiert gleichzeitig als Decklack in diversen Farben. Hier ist beim Streichen deshalb nur ein Arbeitsgang nötig. Wichtig: Die Containerwand muss vor dem Lackieren frei von losen Farb- und Rostpartikeln sein.

  1. Rost entfernen

Falls der Cortenstahl der Containerwand bereits Rost bildet, sollte er vor einem Neuanstrich gründlich entfernt werden, damit der Lack optimal hält. Bei kleinen Roststellen genügt es, sie mechanisch mit einer Drahtbürste abzuschmirgeln. Wer sehr feine Rostpartikel beseitigen will, bestreicht die Region mit einer Mischung aus gleichen Teilen Essig und Öl. Sie wirkt einige Stunden ein und löst beim kräftigen Abreiben im Anschluss auch feinste Rostteilchen. 

  1. Container großflächig von Rost befreien

Sind große Teile der Containerwand verrostet, müssen Maschinen zum Einsatz kommen, mit denen man den Belag großflächig abtragen kann. Profis bearbeiten das Metall vorzugsweise mit einem Sandstrahlgerät – dem Laien steht wahrscheinlich maximal ein Hochdruckreiniger zur Verfügung. Doch auch hier besteht die Möglichkeit, dem Wasserstrahl Schleifmittel beizumischen. Viele Hochdruckreiniger für den privaten oder semi-professionellen Nutzer verfügen über ein Ventil, das bei Bedarf über einen Schlauch Quarzsand einzieht, sodass man den Roststellen am Container mit einer Mischung aus Sand und Wasserdruck zu Leibe rücken kann.

  1. Rostlöcher flicken

Kleine Rostlöcher in der Größe eines 2-Cents-Stück können auch Laien noch in den Griff bekommen: Hier wird der Schaden einfach mit einem geeigneten Produkt verspachtelt (Karosserie- oder Metallspachtelmasse) – je nach Ausmaß des Lochs muss unter Umständen ein Netz eingesetzt werden, um die Masse zu stabilisieren. Größere Rostlöcher muss ein Fachmann schweißen, wobei Container Cortenstahl mit allen gängigen Schweißmethoden wie WIG und MAG bearbeitet werden kann.

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Seecontainer wintertauglich machen – auf diese Punkte müssen Sie achten

Ob als Lagerplatz, Gartenhaus oder Gastrocontainer – in den vergangenen Jahren haben Schiffscontainer auch an Land immer mehr Funktionen übernommen. Doch wenn die Transportboxen aus Stahl nicht mehr um die Welt reisen, sondern dauerhaft dem hiesigen Klima ausgesetzt sind, ergeben sich neue Anforderungen: Wie ein Auto braucht auch der Container vor Einbruch der Kälte ein jährliches Winter Check-Up. Die nötigen Handgriffe, um die Stahlhülle und den Containerinhalt winterfest zu machen, kann der Besitzer in der Regel selbst bewältigen. Wie man dabei Schritt für Schritt vorgeht, wird im Folgenden erklärt:

Was kann im Container gut überwintern?

In einem Seecontainer als Lagerraum kommen viele Dinge gut über den Winter: z.B. Fahrräder, Motorräder, Autos, Möbel und Gartengeräte. Wer Akten und Dokumente einlagern will, sollte nicht nur die Luftfeuchtigkeit im Blick behalten, sondern sich auch über geeignete Sicherheitsmaßnahmen wie Schlösser und weitere Diebstahlsicherungen (Alarmanlagen, Kameratechnik) informieren.

Container winterfest machen – warum ist das eigentlich nötig?

Zugegeben – Schiffscontainer aus wetterfestem Cortenstahl wurden an sich für hohe klimatische Belastungen konstruiert. Schließlich sind ISO-Container auf Frachtschiffen nicht nur Wasser und Salz, sondern auch Zug- und Scherkräften ausgesetzt. Ergo: Für einen durchschnittlichen Schiffscontainer veranschlagen Frachtunternehmen eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren. Wer sich dagegen ein Tiny-House aus Containern baut, sie als Lager für den örtlichen Fußballverein nutzen will oder sein kleines Business damit plant, hat Interesse daran, die Lebensspanne seines Schiffscontainers zu maximieren. Die gute Nachricht: Wenn man die Stahlbox gut pflegt, kann sie wesentlich länger im Dienst bleiben – dann spricht nichts gegen eine Nutzungsspanne von mindestens 25 Jahren.

Container für den Winter präparieren – Schritt für Schritt gegen Schimmel und Rost

Kühlere Temperaturen und mehr Niederschlag im Winter erzeugen beim Container zwei Probleme: Seine Stahlkomponenten rosten, während Einbauten und Inhalt Schimmel entwickeln können. So beugen Container Nutzer dem Verfall vor:

Rost am Container entfernen und vorbeugen

Cortenstahl, das spezielle Material der Schiffscontainer, zeigt sich extrem witterungsbeständig. Wenn er rostet, bildet er unter der Oxidationsschicht eine Sperrschicht aus Phosphaten und Sulfaten, die ein schnelles Durchrosten verhindert. Dennoch ist das Material nicht völlig immun gegen Korrosion. Wer seinen Container auf die klimatischen Belastungen im Winter vorbereiten will, sollte deshalb folgende Punkte checken:

  • Anstrich erneuern: Gibt es Stellen, an denen die Farbe des Außenanstriches abblättert? Hier sind eine gründliche Reinigung und ein neuer Anstrich fällig, um das Containermaterial vor Rostbildung zu schützen. Sogenannte Einschichtlacke, die keine Grundierung benötigen, gelten als gute und bequeme Wahl.
  • Rost behandeln: Verrostete Stellen sollte man abschleifen, bevor die Farbe aufgetragen wird. Dazu bearbeitet man den Rostfleck zunächst mit einer Drahtbürste. Zum Entfernen kleiner Rostpartikel kann man die betroffenen Partien danach mit einer Mischung aus Essig und Öl im Verhältnis 1 : 1 bestreichen, einige Stunden einwirken lassen und anschließend abreiben. Große rostige Bereiche der Containerhülle lassen sich mit einem Hochdruckreiniger säubern, der dem Wasserstrahl zusätzlich Quarzsand als Schleifmittel beimischt.
  • Löcher flicken: Haben sich über die Jahre schon Rostlöcher entwickelt, sollte man diese Stellen vor Wintereinbruch unbedingt abdichten. Falls sie sehr klein sind, genügt hier das Verspachteln mit einem Karosserie- bzw. Metallspachtel auf Glasfaserbasis. Große Löcher müssen dagegen mit Metallblech zugeschweißt werden.
  • Scharniere ölen: Die beweglichen Teile eines Containers – das sind in erster Linie Türscharniere und Schlösser – müssen auch im Winter gängig bleiben, wenn sich das Metall durch die Kälte zusammenzieht. Hier eignet sich dünnflüssiges Graphitöl, das festsitzende Schlösser auch bei Minustemperaturen löst und nicht verharzt.

Schimmel im Container vermeiden

Prinzipiell ist ein Schiffscontainer wasserdicht – sind seine Stahldecke und die Wände intakt, dringt kein Regenwasser ein. Allerdings kann in der kühlen Jahreszeit ein anderes Phänomen die Bildung von Schimmel begünstigen:

Ein Problem: Containerregen und Kondenswasser

Wenn sich im Spätsommer warme Tagestemperaturen mit einer starken Abkühlung in der Nacht abwechseln, kann unter Umständen die Luftfeuchtigkeit im Innern des Containers an seinen kalten Stahlwänden und der Decke kondensieren. Sie tropft und rinnt dann als „Containerregen“ auf Holzboden, Einrichtung und Lagergüter nieder. Lässt man diesem Phänomen während der kühleren Jahreszeit freien Lauf, entwickelt sich Schimmel, Holz vermodert und Metallgegenstände rosten.

Gegenmaßnahmen: Container isolieren und Lagergüter sachgerecht verpacken

Welche Methode den Inhalt eines Containers idealerweise vor Kondenswasser schützt, hängt auch von der Motivation seines Besitzers ab, langfristig in eine bestimmte Nutzung zu investieren:

  • Lagergut verpacken: Wer Fahrzeuge, Möbel oder Gartengeräte im Container bis zur nächsten Sommersaison überwintern will, kann sie einfach mit geeigneten Hussen, Planen oder Folien abdecken. Diese Lösung ist preisgünstig, aber schützt einen Containerboden aus Holz nicht dauerhaft vor den Schäden von Kondenswasser. 
  • Container isolieren: Diese Lösung ist für die befristete Nutzung als Lager wahrscheinlich überdimensioniert –  sie lohnt sich aber für Container, die saisonal als Gartenhaus, Extra-Raum, Büro oder Gastro-Container verwendet werden. Durch eine Isolationsschicht an Decke und Wänden fallen Temperaturschwankungen weniger extrem aus. Die Folge: Es bildet sich kein Kondenswasser und sowohl Sommerhitze als auch Kälte schränken die Nutzung des Containers weniger ein. Wichtig: In Schiffscontainer sollten Dämm-Materialien eingebaut werden, die wasserabweisende Eigenschaften haben, da die Feuchtigkeit aus dem Innern nicht durch seine Stahlhülle abziehen kann. Wie man einen Container selbst fachgerecht dämmt, wird hier erklärt.


Ein Fundament schützt vor aufsteigender Nässe

Um die Stahlkonstruktion und ihren Inhalt vor Bodennässe zu schützen, sollte man einen Lagercontainer nie direkt auf dem Erdboden abstellen. Wenn Regenwasser das Erdreich aufweicht, besteht hier außerdem die Gefahr, dass der Container absackt und dabei Schaden nimmt. In der Regel genügt es, unter einem Lagercontainer ein simples Punktfundament zu gießen. Handelt es sich um ein Containerhaus, ist unter Umständen ein größeres Fundament nötig. Wer mehr Informationen zu Container Fundamenten braucht, erhält sie hier.

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Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Schiffscontainer reinigen – wann ist das nötig und wie geht man vor?

Etwa 20 Jahre lang ist ein durchschnittlicher Schiffscontainer „im Dienst“ – rund 20 Tonnen Ladung kann ein Standard-ISO-Container auf jeder seiner Fahrten rund um den Globus transportieren. Manche Frachtgüter hinterlassen dabei mehr Spuren als andere. Deshalb müssen Schiffscontainer zwischendurch immer wieder gereinigt werden. Welche Hygienekriterien gibt es und wie macht man einen gebrauchten Schiffscontainer richtig sauber?

Dreckig und rostig: Wenn ein Container so aussieht, besteht dringend Handlungsbedarf

Wie kommt der Schmutz in den Schiffscontainer?

Klassische Palettenfracht wie folierte Kartons erzeugt im Innern des Containers kaum Verschmutzung. Doch neben dem sogenannten Stückgut transportiert man in Seecontainern auch Waren, die weniger steril sind. Oft verschifft man Lebensmittel wie Getreide, Kaffee und Kakao in Big Bags. Baustoffe wie Kies und Sand wird als Schüttgut verladen. Hier entsteht naturgemäß viel Staub. Frische Lebensmittel reisen über lange Strecken in Kühlcontainern und geben manchmal intensive Gerüche an die Umgebung ab. Außerdem können Unfälle passieren: Ladung wird unsachgemäß verpackt, Flüssiges läuft beim Transport aus oder Tiere reisen als blinde Passagiere mit und verteilen ihre Hinterlassenschaften auf dem Containerboden.

Können Schiffscontainer mit gefährlichen Stoffen belastet sein?

Hier bekommen Nutzer von Second-Hand-Containern eine klare Entwarnung: Wer einen alten Schiffscontainer erwirbt, braucht sich nicht zu sorgen, dass durch Verschmutzungen Gesundheitsrisiken entstehen. Denn laut internationalem Regelwerk sind gefährliche Materialien nicht für den Transport im Standard-ISO-Container zugelassen. Unter dieses Verbot fallen zum Beispiel:

  • Ätzstoffe wie Schwefelsäure oder alkalische Batterie-Elektrolyte
  • Toxische Substanzen wie Pestizide
  • Brennbare Flüssigkeiten wie Motoröl, Benzin oder Terpentin
  • Radioaktive Stoffe

Auch die genannten Materialien bewegt man auf dem Seeweg rund um den Globus; allerdings nur in dafür genehmigten Spezialbehältern.


Was heißt Sauberkeit im Schiffscontainer?

Große Redereien wie Moeller-Maersk haben exakte Richtlinien für die Reinigung eines Containers für die Übergabe an den Folgetransporteur.

Ein sauberer Container muss demnach frei sein von

  • Etiketten und Aufklebern
  • Sand, Erde, Schmutz, Matsch, Ladungsresten und Abfall
  • Insekten, Pilzen und Hinterlassenschaften von Tieren
  • Ladungssicherungs-Elementen wie Seile, Ketten, Kabel oder Spanngurte
  • Klebeband und Verpackungsfolie
  • Klebstoffresten oder anderen anhaftenden Materialien an Boden, Wänden und Decke
  • Nägeln, Bolzen und anderen Befestigungs-Elementen, die oberhalb des Bodenniveaus angebracht wurden
  • Störenden Gerüchen, die folgende Ladungen kontaminieren könnten
  • Feuchten Flecken, z.B. durch Hydraulikflüssigkeit
  • Loser Dichtungsmasse

Insbesondere Kühlcontainer sollten nach Gebrauch keine Spuren von organischem Material mehr enthalten und keine Gerüche aufweisen.

Wie reinige ich einen Container?

Der Hochdruckreiniger ist das effektivste Werkzeug zur Containerreinigung

Wer einen gebrauchten Schiffscontainer in ein Tinyhaus oder einen Lagerplatz umfunktioniert, will alle Spuren der vorherigen Nutzung beseitigen. Dabei geht man am besten systematisch vor:

  1. Ausfegen: Grober Sand und Staubreste auf dem Containerboden werden mit einem Besen für den Außenbereich entfernt, der starre Borsten hat. Dabei arbeitet man sich von der Rückwand zur Tür vor. Idealerweise tragen die Arbeitenden beim Fegen eine Staubmaske, um den Schmutz nicht einzuatmen. In den meisten Fällen reicht das Fegen zur Staubentfernung nicht aus, weshalb man alternativ direkt mit Schritt 2 beginnt:
  2. Aussaugen: Wer einen Industrie-Staubsauger zur Verfügung hat, ist klar im Vorteil. Das Gerät entfernt lose Bodenverschmutzungen sowie den Staub, der an Wänden und Decke haftet.
  3. Hochdruckreinigen: Einen guten Hochdruckreiniger kann man sich entweder vom Baumarkt mieten oder beim Nachbarn leihen. Dann ist nur noch ein Strom- und Wasseranschluss in der Nähe des Containers nötig, um ihn per Wasserstrahl blitzsauber zu bekommen. Doch Hochdruckreinigen ist nicht ganz ungefährlich: Die Arbeitenden sollten Schutzbrillen tragen, falls scharfe Partikel durch die Luft fliegen oder Tropfen vom Wasserstrahl zurückspritzen. Zuerst reinigt man mit dem Hochdruckreiniger das Innere des Containers und arbeitet sich dabei von der Hinterseite nach vorn bzw. von oben nach unten vor. Der Wasserstrahl dringt dabei auch in Ecken und Ritzen, sodass Verschleißstellen sichtbarer werden. Beim Hochdruckreinigen der Außenseite wird abblätternde Farbe beseitigt und eventuelle Rostschäden treten zutage. Die Reparatur kann folgen, wenn der Container wieder vollständig ausgetrocknet ist.
  4. Rostbehandlung: Nach der gründlichen Reinigung werden Außenseite und Innenraum des Containers gründlich auf Rostschäden untersucht. Für die Entfernung von Rostflecken gibt es Spezialprodukte oder man greift zur Drahtbürste und zum Hausmittel Essig. Nach einer groben Vorbehandlung mit der Bürste werden Essig und Öl zu gleichen Teilen gemischt und großzügig auf die Roststelle aufgetragen. Nach einigen Stunden Einwirkzeit wird das Hausmittel kräftig abgerieben, was letzte lose Rostpartikel entfernt. Tipp: Wesentlich effektiver funktioniert das Entrosten mit einem Sandstrahlgerät, das nicht jedem Privatnutzer zur Verfügung steht. Eine Alternative ist das Nass-Strahlen mit einem Hochdruckreiniger, der im Reinigungsprozess über einen zusätzliche Schlauch Quarzsand einzieht und dem Wasserstrahl beimischt.
  5. Rostlöcher flicken: Kleine Rostlöcher von der Größe eines 5-Cent-Stücks lassen sich ohne Schweißen flicken. Dazu nutzt man Metallspachtel bzw. Karosseriespachtel auf Glasfaserbasis. Die Masse wird aufgetragen, gegebenenfalls mit einem Gitternetz stabilisiert und anschließend abgeschliffen. Sobald die Löcher jedoch eine gewisse Größe erreichen, lassen sie sich nur durch das Einschweißen von Metallflicken abdichten. Die Alternative: Dort, wo das Rostloch sitzt, wird demnächst Platz für ein Fenster geschaffen, das Licht ins Container-Haus bringt.
  6. Anstreichen: Ist der Container getrocknet und alle Rostschäden wurden behandelt, schließt ein frischer Anstrich die Renovierung ab. Praktisch dafür sind spezielle Einschichtlacke – sie machen das Auftragen einer Grundierung überflüssig.


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Andreas Atrott
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Schiffscontainer als Lagerraum – 5 Ideen und Tipps für die Praxis

Lagern im Container: Hier ist Platz für Sportgeräte, Werkzeug und Co

Der Wunsch nach mehr Platz zieht viele Menschen irgendwann ins Haus mit Garten. Denn gerade Familien mit Kindern brauchen Freizeiträume und Abstellfläche für Fahrräder, Sportgeräte und Co. Doch was tun, wenn Keller und Dachboden irgendwann aus allen Nähten platzen? Die schnelle Lösung bietet ein gebrauchter Schiffscontainer: Er wird im Garten aufgestellt und dient als flexible Lagerfläche. Wir erklären, was sich problemlos in den Stahlboxen verstauen lässt:

Seecontainer als Lagerfläche nutzen – 5 kreative Ideen

Rund 6 x 2,43 Meter misst die Grundfläche eines Standard-Containers. Das ergibt gut 14 Quadratmeter Lagerfläche, die sich per Kran ad hoc im Garten aufstellen lassen. Ein Vorteil: Der Preis für einen gebrauchten Schiffscontainer liegt mit rund 3000 Euro deutlich niedriger als die Kosten für ein Gartenhaus oder einen Anbau mit entsprechender Grundfläche. Ein Nachteil: Der Container hat im Rohzustand keine Fenster und ist nicht gedämmt. Welche Dinge lassen sich dennoch gut im Container auslagern?

1. Container als vorübergehendes Möbellager

Heimwerken liegt im Trend. Gerade in Zeiten von Remote Jobs und Home Office investieren viele Haus- und Wohnungseigentümer gern in eine Renovierung. Doch sobald man einen Raum streichen will oder einen neuen Boden verlegt, stellt sich die Frage: Wohin mit den Möbeln? Hier bietet sich der Seecontainer als Außenlager an, solange der Fliesenkleber noch anziehen und der Parkettlack trocknen muss. Weil Schiffscontainer wind- und wasserdicht sind, kann Couch und Stühlen im Innern nichts passieren. Einziges Manko: Je nach Jahreszeit müssen die Gegenstände vor Kondenswasser geschützt werden. Wie das geht, erklären wir weiter unten.

2. Schiffscontainer als Garage

Wer mehr als ein Auto hat oder Saisonfahrzeuge wie Cabrios oder Oldtimer fährt, dem fehlt häufig Unterstellfläche. Auch Motorräder, Quads und sporadisch genutzte Fahrräder finden Platz in der Container-Garage. Der Pluspunkt: Autoversicherungen geben Rabatte, sobald ein Fahrzeug einen abschließbaren Garagenstellplatz vorweisen kann. Ein Nachteil: Als ständig genutzte Garage auf dem eigenen Grundstück braucht ein Container unter Umständen eine Baugenehmigung.


3. Container als Geräteschuppen

Rasenmäher, Gartengeräte, empfindliche Holzgartenmöbel, Polster und Outdoor-Spielzeug – im Garten sammelt sich eine Menge Equipment, das besonders den Winter besser unter einem Dach verbringen sollte. Als Alternative zum Gartenhaus bietet sich hier ein Second-Hand-Container an. Sein industrieller Look harmoniert gut mit dem Look von Neubauten und farblich lässt sich die Stahlwand beliebig gestalten.

4. Seecontainer als Hobbyraum

Wer sein Fitness-Studio oder sein Schlagzeug im Container aufbaut, geht über die reine Lagerfunktion hinaus. Ein Container, der Freizeitaktivitäten Raum geben soll, braucht dann einige Modifikationen: Im Idealfall werden die Wände gedämmt und, z.B. an der Front und einer Langseite, große Fenster eingesetzt. Zusätzlich sorgt ein Stromanschluss für Licht und den Betrieb von Geräten. Wer diese Arbeiten nicht selbst machen will oder kann, sollte mit Anbietern von individuellen Container-Umbauten Kontakt aufnehmen.

Vom Fitnessraum bis zum Atelier: Wer Seecontainer als Hobbyraum nutzt, muss Umbauten einplanen

5. Container als gewerblicher bzw. beruflicher Lagerraum

Wer beruflich viele Akten archivieren oder Waren lagern muss, kann im Seecontainer den geeigneten Raum schaffen: z.B. mit hohen Regalen an den Wänden oder Schubladencontainern. Ein massives Vorhänge- oder Bügelschloss schützt wertvolle Güter oder sensible Dokumente vor Einbruch und Diebstahl. Falls Strom verfügbar ist, lässt sich bei Bedarf auch eine Alarmanlage einrichten. Sämtliche Kosten für gewerbliche Lagerräume können Unternehmer natürlich in ihre Betriebskosten einfließen lassen. Allerdings ist auch hier vorab die Frage nach der nötigen Baugenehmigung zu klären.


Eignen sich Container als Weinkeller?

Leidenschaftliche Weinsammler, die keinen Keller besitzen, kommt eventuell auf die Idee eines zusätzlichen Lagercontainers. Doch hier entsteht ein Problem: Wein lagert optimal bei etwa 12 Grad Raumtemperatur und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Will man diese Bedingungen auch im Hochsommer in einem Seecontainer schaffen, muss er vorab isoliert und mit Klimaanlage ausgerüstet werden. Alternativ investiert man gleich in einen Kühlcontainer, der gebraucht ab 6000 Euro gehandelt wird. Hier lässt sich das Kühlaggregat nach Belieben auf Temperaturen zwischen minus 25 und plus 25 Grad einstellen.

Was ist beim Seecontainer als Lagerraum zu beachten?

In einem nicht isolierten Container kann sich Kondenswasser bilden, wenn die Außentemperatur schwankt, z.B. über Nacht stark abkühlt. Dabei schlägt sich die Luftfeuchtigkeit an Containerdach und -wänden nieder und tropft im schlimmsten Fall sogar auf den Boden herunter. Fachleute bezeichnen dieses Phänomen als „Containerregen“. Wer empfindliche Gegenstände im Schiffscontainer lagert, muss Feuchtigkeitsschäden vorbeugen, indem er die Objekte mit Vlies oder Folie abdeckt. Darüber hinaus helfen Luftentfeuchter, die mit Granulat bzw. Salz den Wassergehalt der Luft senken. Schließlich gilt: Je öfter die Türen geöffnet werden und ein Luftaustausch stattfindet, desto weniger Kondenswasser bildet sich im Innern des Containers.

Schiffscontainer im Garten aufstellen – brauche ich eine Baugenehmigung?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht verlässlich beantworten. Fakt ist: Mit seinen Türen zählt ein Schiffscontainer rechtlich nicht mehr zur Kategorie der „Behältnisse“, sondern fällt eher in die Klasse der Gebäude. Sie werden definiert als „selbständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen.“ (§2 Abs.2 der Niedersächsischen Bauordnung). Falls der Lagercontainer also langfristig benutzt werden soll, ist seine potenzielle Mobilität und auch die mögliche Aufstellung ohne Fundament eher unerheblich – er braucht trotzdem eine Baugenehmigung oder zumindest eine Aufstellungsgenehmigung von der lokalen Baubehörde. Im Zweifelsfall sollten Interessenten deshalb vorher nachfragen, welche Dokumente und Daten das zuständige Bauamt für eine Erlaubnis braucht oder ob diese unbürokratisch erteilt werden kann.


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Andreas Atrott
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Fundamente für Container anlegen – das müssen Sie beachten

Platten-, Streifen- oder Punktfundament? Welche Basis ein Container braucht, hängt von Größe und Bodenbeschaffenheit ab.

Ob als Lagerraum auf Zeit oder als Ferienhaus auf dem eigenen Grundstück – recycelte Schiffscontainer können das Bedürfnis nach mehr Raum schnell und günstig befriedigen. Doch lässt sich ein Container einfach an einem beliebigen Ort aufstellen und prompt benutzen? Nur bedingt. Denn selbst wenn die Stahlbox zu Wohnzwecken bezugsfertig ausgebaut ist, muss sich der Nutzer vorab Gedanken um den Boden am Aufstellungsort machen: Abhängig davon, wie dieser beschaffen ist, braucht der Container ein Fundament für den sicheren Stand.

Ist ein Fundament für einen Container überhaupt nötig?

Allein das Leergewicht eines 20-Fuß-Containers beträgt 2,3 Tonnen. Je nachdem, welchen Inhalt er fasst, übt er einen hohen Druck auf den Untergrund aus. Auf schlammigem und sandigem Boden platziert, kann die Box schnell einsinken; insbesondere in Regionen mit viel Niederschlag. Während in kleinen Containerhäusern dann durch unebene Böden zumindest die Möbel ins Rutschen geraten, können Konstruktionen aus gestapelten Containern sogar umstürzen.

Je höher ein Gebäude im Verhältnis zu seiner Grundfläche aufragt, desto stärker wirkt sich ein ungeeigneter Boden auf seine Stabilität aus – das zeigt etwa der Schiefe Turm von Pisa eindrucksvoll. Der Glockenturm wurde einst auf den lehmigen und sandigen Untergrund eines ehemaligen Hafenbeckens gesetzt, ohne für sein Gewicht ein adäquates Fundament zu schaffen. Schon als das zweite Stockwerk des Gebäudes abgeschlossen wurde, fing es an, sich zu neigen.

Ein Fundament benötigen daher alle

  • langfristig genutzten Container auf weichem Untergrund
  • mehrstöckige Containergebäude

Kein Fundament benötigen

  • kurzfristig Container, z.B. zeitweilige Lagercontainer, auf festem Grund
  • Container, die auf versiegelten Flächen wie Asphaltplätzen stehen

Im letzten Fall sollte der Container dennoch nicht direkt auf dem Untergrund stehen, damit ihr Boden ausreichend belüftet wird und der Stahl nicht rostet. Wer seinen Lagercontainer auf einer befestigten Fläche, z.B. auf einem Parkplatz, aufstellt, sollte ihn an den vier Ecken auf Unterbauplatten stellen.

Welches Fundament ist das geeignete für einen Container?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt von den folgenden Faktoren ab:

  • Gesamtgewicht der Containerkonstruktion
  • Beschaffenheit des Bodens vor Ort
  • Anforderung an das Drainagesystem
  • Regionales Klima
  • Bestimmungen vonseiten der Baubehörden

Generell kommen 4 Fundament-Arten für ein Container-Gebäude infrage

  1. Die Bodenplatte: Was für ein Einfamilienhaus den Standard bildet, ist für die meisten Container überdimensioniert und zu kostenintensiv. Betonierte Bodenplatten brauchen Containerbauten nur auf extrem instabilem Grund, auf dem die Platte quasi „schwimmt“.
  2. Streifenfundament: Hier bilden etwa 80 Zentimeter tiefe und 50 Zentimeter breite Beton-Streifen die Auflageflächen für den Container. Im Falle eines Containers müssen die Streifen nicht umlaufend unter den vier Wänden gezogen werden. Für einen 20-Fuß-Container genügen 3 Streifen, die jeweils parallel unter beiden Stirnseiten und in der Mitte der Stahlbox verlaufen.
  3. Punktfundament: Hierbei leiten betonierte Fundamentpunkte den Druck des Containers gleichmäßig in den Boden ab. Das funktioniert nur dann, wenn die Punkte etwa den gleichen Abstand voneinander haben. Für eine größere Stabilität wird der Beton mit sogenannten Bewehrungskörben aus Eisengeflecht verstärkt.
  4. Pfahlfundament: Hierbei werden Stahlpfähle mit Gewinde in den Boden gedreht. Ihre Oberseite trägt den Container und kann mit ihm verschweißt bzw. verschraubt werden.

Punktfundament für Container anlegen – eine Anleitung

Für kleine Containerhäuser und Einzelcontainer reicht ein Punktfundament in der Regel aus. Sein Vorteil liegt darin, dass es weniger Material benötigt als eine Fundamentplatte und daher günstiger ist. Darüber hinaus lässt es sich im Eigenbau wesentlich leichter herstellen als ein durchgehend gegossenes Fundament. Ein Container benötigt etwa alle 2,5 bis 3,5 Meter einen Auflagepunkt auf dem Untergrund. Bei einem Punktfundament für einen 20-Fuß-Container müssen Sie also mit 6 Fundamentpunkten planen – 4 an den Ecken des Containers und jeweils einen weiteren auf dem Mittelpunkt jeder Langseite.

Für den Fundamentbau brauchen Sie

  • 6 Holzpflöcke
  • Schalbretter
  • Maurerschnur
  • Wasserwaage
  • Spaten
  • Betonmischung
  • Betonwanne und Rührgerät
  • Bewehrungskörbe aus Metall


So gehen Sie vor:

  1. Planen Sie das Fundament exakt: Dabei stecken Sie das Zentrum jedes der 6 Fundamentpunkte mit einem Holzpflock ab und spannen die Maurerschnur dazwischen auf. Die Schnur hilft dabei, zu ermitteln, ob sich alle Pflöcke der Langseiten bzw. der Schmalseiten des Containers exakt in einer Flucht befinden.
  2. Heben Sie an jedem durch einen Pflock markierten Punkt ein etwa 40x40cm großes Loch aus. Wie groß es genau sein muss, bestimmt der Durchmesser der genutzten Bewehrungskörbe. Die Tiefe sollte rund 80cm betragen, um bis in den frostsicheren Bereich des Bodens zu gelangen.
  3. Ist der Boden sandig, wird es nötig, die Wände der ausgehobenen Löcher mit Schalbrettern auszukleiden, damit kein Erdreich ins Loch zurückrutscht. Außerdem kann man den Fundamentpunkt auf diese Weise 15-20 cm über das Niveau des Bodens herausragen lassen. Das bietet den Vorteil, dass der Container unterlüftet wird.
  4. Mischen Sie den Beton an. Dazu können Sie eine Fertigmischung aus dem Baumarkt nutzen oder den Beton vom Betonwerk beziehen. Letzteres rechnet sich nur bei größeren Abnahmemengen.
  5. Stellen Sie die Bewehrungskörbe in die ausgehobenen Gruben und füllen Sie sie mit Beton. Wenn Sie die Fundamentpunkte nicht durch Eisengeflecht armieren wollen, müssen Sie den Beton in einzelnen Schichten eingießen. Dabei werden zunächst 25 Zentimeter aufgefüllt und anschließend verdichtet, bevor die nächste Schicht eingebracht werden kann.
  6. Auch das Eingießen von Stahlpfosten, die anschließend mit den Eckpunkten des Containers verschraubt werden ist möglich. In der Regel muss das Fundament bis zu 10 Tage lang aushärten, bevor es belastet werden kann. Daher ist es günstig, die Punkte vor der Anlieferung des Containers zu gießen. Der Lieferant kann die Stahlbox anschließend per Ladekran an den gewünschten Platz setzen.

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Neu oder gebraucht: Welcher Container eignet sich für mein Projekt?

Rostbeulen und Löcher: So sollte ein gebrauchter Container für ein Umbau-Projekt nicht aussehen

Ob Tiny House, Lagerraum oder Taubenschlag – umfunktionierte Schiffscontainer dienen vielfältigen Zwecken. Wer einen Umbau in Eigenregie plant, fragt sich zuerst: Welcher Container eignet sich dafür als Basis – ein brandneuer oder ein gebrauchtes Modell? Hier erklären wir, ob ein Second-Hand-Container für deine Zwecke ausreicht und auf welche Details du beim Zustand achten solltest:

Neu, wie neu und gebraucht – diese Containerklassen werden gehandelt

Professionelle Händler deklarieren ihre Container mit branchenspezifischen Abkürzungen. Hier erfährst du, was sie bedeuten:

  • Neu / neuwertig: Einen fabrikneuen Schiffscontainer bekommst du in Europa so gut wie nie, da 95 Prozent der Stahlboxen in China produziert werden. Wenn sie Deutschland erreichen, haben sie also schon eine lange Seereise hinter sich und können auch bereits geringe Transportspuren aufweisen. Der Grund: Normalerweise werden Container für die Reise von Asien nach Europa immer mit Fracht beladen – es wäre unrentabel, sie leer zu verschiffen.
  • CSC-Plakette: Jeder Container, der für den Schiffstransport in Dienst gestellt wird, verfügt über eine CSC-Plakette – eine Art TÜV-Plakette für Seecontainer. Sie gibt Auskunft über sein Baujahr, Typ und Hersteller, das maximale Brutto- und Stapelgewicht, die Zulassungs- und Seriennummer sowie die Gültigkeitsspanne der Plakette. Läuft die Gültigkeit ab, wird der Container erneut auf seine Seetauglichkeit und Sicherheit überprüft. Dabei verkürzen sich die Prüfintervalle mit zunehmendem Alter des Containers.
  • IICL5: Ein Container, der dieser Klassifizierung entspricht, wurde nach Gebrauch professionell wieder instandgesetzt – und zwar nach den Standards des Institute of International Container Lessors (Internationaler Verband der Containerleasinggesellschaften). Damit entspricht IICL5 der höchsten Qualitätsklasse reparierter Container. Sie verfügen über eine CSC-Plakette und sind für den Transport geeignet.
  • CW – cargo worthy: Diese Container entsprechen nicht mehr den hohen Anforderungen des IICL5-Standards, aber sind dennoch zum Transport geeignet.
  • WWT – wind and watertight: Dieses Attribut meint gebrauchte Container, die zumindest wind- und wasserfest sind. Zum Transport eignen sich die stark gebrauchten Exemplare meist nicht mehr, da sie keine gültige CSC-Plakette besitzen.

Über die branchenspezifischen Klassen hinaus findet man auf dem Markt manchmal auch Schiffscontainer, deren Erhaltungszustand mit einem Buchstaben (A, B, C oder D) gekennzeichnet ist. Dabei meint „A“ den optimalen Zustand, „C“ einen Container in Lager-Qualität und „D“ ein Modell mit deutlichen Schäden.

Die CSC-Plakette (unten links) gibt Auskunft über die wichtigen technischen Daten des Containers

Welcher Container eignet sich für welchen Zweck?

Generell gilt: Je aufwändiger ein Container-Umbau wird und je mehr er die Statik des Schiffscontainers beansprucht, desto mehr Wert solltest du auf einen guten Zustand legen. Hier geben wir dir einige Beispiele für Containerbauten und die passende Containerwahl:

  • Mehrstöckige Containergebäude: Sollen für eine Umnutzung mehrere Schiffscontainer übereinandergestapelt oder miteinander verbunden werden, braucht es als Basis eine solide Konstruktion. Wer sich einen solchen Bau selbst zutraut, sollte deshalb beim Kauf der Container auf eine IICL5-Klassifizierung achten. Sie garantiert, dass die Statik der Stahlbox intakt ist.
  • Messecontainer und Gastrocontainer: Container-Customs, die für Messen und Events gebaut werden, stellen besonders hohe Ansprüche an ihr Grundmaterial. Immerhin müssen die Container regelmäßige Transporte und Verladeaktionen aushalten, wobei die Einbauten und Installationen im Innern gut geschützt sein sollen. Ob hier ein neuer Schiffscontainer den besten „Rohbau“ bietet oder auch ein Second-Hand-Container genügt, können am besten jene Unternehmen beurteilen, die professionelle Container-Umbauten für Gewerbe anfertigen.
  • 1-Container-Tiny-House: Prinzipiell muss ein Container für die Zweitnutzung als Tiny House nur wind- und wasserdicht sein. Auf dieser Basis werden dann Türen und Fenster eingebaut, Wände isoliert, Heizungs- und Strominstallationen vorgenommen und Vieles mehr. Ein kleiner Haken: Je mehr Arbeit man in sein Tiny House investiert, desto ärgerlicher fallen Mängel ins Gewicht, die der Basis-Container mitbringt, z.B. verbeulte Wände oder einen verzogenen Rahmen. Wer sichergehen will, wählt deshalb auch hier einen Container nach IILC5-Standard.
  • Gartenlaube, Taubenschlag, Hühnerstall ect.: Falls keine aufwändigen Installationen und Isolier-Arbeiten geplant sind, genügt häufig ein wind- und wasserdichter Container als Basis. Bei allen Outdoor-Projekten stellt sich allerdings die Frage: Steht der Container auf unbefristete Zeit an seinem neuen Platz oder werden Umzüge nötig. Falls ja, solltest du Wert auf einen transportfähigen Container legen, der zumindest als „cargo wothy“ gekennzeichnet ist.
  • Lagercontainer an Ort und Stelle: Wer einen ausgemusterten Seecontainer als Lagerraum für den Sportclub oder den Kleingartenverein erwirbt, muss keine hohen Ansprüche an Branchenstandards stellen. Hier genügt ein gebrauchtes Exemplar, das seinen Inhalt trocken hält und sich per Vorhängeschloss verriegeln lässt. Tipp: Alte Container sind durch ihr Potpourri aus Aufklebern, überstrichenen Logos und Rostflecken meist nicht besonders ästhetisch. Wer die Second-Hand-Stahlbox zum Blickfang gestalten will, lackiert sie am besten in den Vereinsfarben oder erteilt einem lokalen Graffiti-Künstler den Auftrag für einen neuen Anstrich.
Mehrstöckige Containerbauten: Für solche Projekte sollten Container stabil und unbeschädigt sein

Wie viel kosten Second-Hand-Container und neue Schiffscontainer?

Hier schwanken die Preise je nach Zustand und Größe des Containers. Die Spanne erstreckt sich aktuell (Stand: April 2023) zwischen 1600 Euro für einen gebrauchten 20-Fuß-ISO-Container und 6500 Euro für einen neuen 40-Fuß-ISO-Container. Bei jedem DIY-Projekt gilt dann natürlich: Zu den Kosten für einen Container addieren sich die Transportkosten zum Aufstellungsort sowie Materialkosten und Arbeitsaufwand für den Umbau.

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Container mit Glasfront – Merkmale und Nutzungsmöglichkeiten

Eine Glasfront bringt mehr Licht in den Schiffscontainer

Wer einen gängigen 20-Fuß-Container zum Tiny-House, Büroraum oder Pop-Up-Store umbauen will, hat ein Hauptproblem: Bei geschlossenen Türen wird es im Innern der Stahlbox stockdunkel. Um Licht hereinzulassen, kann man Fensteröffnungen in die Stahlwände schneiden – muss jedoch darauf achten, damit nicht der Stabilität des Containers zu schaden. Die schnellere Lösung für lichte Räume: Man wählt von Vornherein einen Container, bei dem eine der Langseiten komplett durch Glaselemente ersetzt wurde. Doch welche zusätzlichen Features bieten Container mit Glasfront? Wie funktioniert ihr Umbau und zu welchen Zwecken nutzt man die Glascontainer üblicherweise?

Die Glasfront am Schiffscontainer: Vor- und Nachteile

Einen Seecontainer per Glasfront in einen attraktiven Raum zu verwandeln, hat mehrere Vorteile:

  • Viel Licht und ein offenes Raumgefühl
  • Nachhaltige Raumlösung, wenn Schiffscontainer recycelt werden können
  • Flexible Aufstellung und modulare Kombinationen
  • Mobilität des Containers

Beim 20-Fuß-Standard-Container schafft die Glasfront ein weit großzügigeres Raumgefühl als die 14 Quadratmeter Grundfläche es vermuten lassen würden. Wenn über die gesamten 6 Meter der Langseite das Tageslicht einfällt, braucht der Innenraum kaum künstliche Beleuchtung und profitiert gleichzeitig von der durch Sonnenlicht erzeugten Wärme. Die Strategie, einen vorhandenen Container mit Glasfront zu versehen, anstatt einen verglasten Neubau zu errichten, folgt dabei zwei Motiven: Zum einen dient es einer nachhaltigen Ressourcennutzung, ausgediente Schiffscontainer einem neuen Zweck zuzuführen. Zum anderen und noch wichtiger: Die Glasfrontcontainer sind mobil. Per LKW können sie an jeden beliebigen Nutzungsort verfahren werden. Das macht es auch bequem, verglaste Containerräume an wechselnde Nutzer zu vermieten.

Dennoch haben Container mit Glasfront einige Schwachstellen:

  • Innenraum ist von außen komplett einsehbar
  • Das Energiesparen erfordert aufwändige Umbauten (Dämmung, Lüftung)
  • Bei der Nutzung als Tiny-Haus oder Gartenhaus ist eine Baugenehmigung erforderlich

Will man den Containerraum im Sinne der Nachhaltigkeit energiesparend heizen, muss man ihn quasi zum kleinen Passivhaus umbauen. Dabei heizt das Sonnenlicht, das durch die große Glasfront fällt, den kleinen Innenraum auch bei kühlen Temperaturen auf – vorausgesetzt, die Stahlwände wurden von innen oder außen gut gedämmt. Der Luftaustausch muss dann über eine Lüftungsanlage erfolgen. Die kühle Luft, die beim normalen Stoßlüften durch offene Fenster und Türen strömen würde, würde die Raumtemperatur zu stark absenken.

Glasfront an der Schmalseite: Viele Container-Hotels nutzen die Glastür für ein gutes Raumgefühl

Die Glasfront – gewolltes Element oder „zu viel Information“

Bei einem Container, dessen Langseite aus Glas besteht, lässt sich der Innenraum auch von außen her sofort überblicken. Ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist, hängt ganz von der Nutzung des Containers ab. Falls die Box als Ausstellungsraum, Pop-Up-Store, Containerbar oder Ähnliches dient, erhöht die Transparenz die Attraktivität für potenzielle Kunden. Bei einem Bürocontainer kommt es darauf an, wie kommunikativ oder konzentriert darin gearbeitet werden soll. Als Tiny-Haus kann der Glascontainer attraktiv sein, wenn er auf nicht einsehbarem Gelände steht, z.B. einem eingewachsenen Grundstück. Falls Nachbarn in direkter Blickrichtung wohnen, müssen die Tiny-Haus-Besitzer selbst entscheiden, wie viel Sichtschutz sie an und um die Glasfront anbringen wollen.

Baugenehmigung erforderlich oder nicht?

Hier kommt es auf die geplante Nutzung an. Wer einen Glasfront-Container dauerhaft auf dem eigenen Grundstück aufstellen will (z.B. als Gartenhaus), der braucht dafür tatsächlich eine Baugenehmigung der örtlichen Behörden. Falls der Container aber in die Klasse der „untergeordneten Gebäude“ fällt, wie etwa ein Bürocontainer auf einer Baustelle, entfällt die reguläre Baugenehmigung. Der Betreiber muss für den geplanten Zeitraum der Nutzung lediglich einen Nutzungs- bzw. Aufstellantrag einreichen.

Container mit Glasfront – wie funktioniert der Umbau?

Wenn die Langseite eines Containers durch Glaselemente wie Fenster und Türen ersetzt wird, ist es wichtig, den Stahlrahmen der Box unversehrt zu lassen. Die Statik eines Schiffscontainers beruht nämlich zum Großteil auf seinem „Skelett“. Wichtig: Wie energieeffizient der Container nach dem Umbau beheizt werden kann, hängt vor Allem vom Wärmekoeffizienten (Ug-Wert) der verwendeten Verglasung ab.

Verschiedene Optionen für Türen und Fenster

Bei der kompletten Verglasung einer Containerseite bestehen verschiedene Optionen für die eingebauten Fenster und Türen. Häufig werden zwei nach außen klappbare Glastüren in die Mitte der Langseite eingebaut. Sie werden links und rechts von bodentiefen Fenstern eingerahmt. Möglich sind auch Schiebetüren oder eine Glasfront, die sich falten lässt und eine weite Öffnung des Raumes zu einer Terrasse hin erlaubt. Der Umbau muss sich jedoch nicht auf eine Langseite beschränken: Bei manchen Containern sind zwei oder drei Seiten verglast, um die Transparenz noch zu steigern. Eine extreme Variante bieten Ausstellungscontainer, z.B. für Autos, die nur noch aus einem Stahlrahmen mit vier vollverglasten Seiten bestehen.

Der Bürocontainer mit Glasfront braucht zusätzlich Deckenbeleuchtung, Steckdosen und einen Internetanschluss

Energieverbrauch senken durch effiziente Dämmung

Um den Container-Raum auch bei kühlen Außentemperaturen nutzen zu können, erhalten die Wände eine Dämmschicht. Beliebte Dämmmaterialien sind Mineralwolle und PIR, einem Kunststoff-Dämmstoff mit hohen Dämmwerten bei minimaler Dicke. Wird die Dämmschicht an der Innenseite der Containerwand angebracht und anschließend mit OSB-Platten verkleidet, bleibt außen der industrielle Charme der gesickten Stahlwände erhalten. Für diese Lösung müssen Nutzer allerdings etwas Grundfläche hergeben: Meist verbleiben beim 20-Fuß-Container noch gute 12 Quadratmeter Nutzungsfläche.

Elektrik: für Heizung, Lüftung und Beleuchtung

Schafft es das Sonnenlicht allein nicht, den Container aufzuwärmen, können Elektro-Heizkörper zugeschaltet werden. Wichtig: Auch die Frischluftzufuhr und die Abluft zirkulieren über strombetriebene Ventilatoren durch ein eigenes Lüftungssystem, damit der Temperaturverlust durch Lüften im Winter gering bleibt. Da für die Heizung ohnehin ein Stromanschluss erforderlich ist, sind gängige Glasfront-Container auch mit Steckdosen und einer LED-Beleuchtung ausgestattet.

Container mit Glasfront – wofür eignet er sich?

Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Alle temporären Nutzungsmöglichkeiten, die einen Ausblick nach draußen brauchen oder vom Einblick nach Innen profitieren, können im Container stattfinden. Die verglaste Box eignet sich als Kommentatoren-Kabine für Sportveranstaltungen, Präsentationsort für Kunst, Mini-Café, Ausstellungscontainer auf Messen oder als Atelier, Fitnessraum oder Gartenhaus auf dem eigenen Grundstück.

Über den Autor

Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Twist Lock zur Container Verriegelung – das solltest du wissen

Ein Twist Lock verbindet zwei Container per Zapfen und Hebel

Seecontainer sind wind- und wasserdicht, maßtechnisch genormt und stapelbar wie Plastikbausteine. Gerade die letzte Eigenschaft macht den ISO-Container zum essenziellen Transportbehälter auf See, Straße und Schiene. Sein Vorteil: Per Container Twist Lock Verbindung lassen sich auf Frachtschiffen bis zu 11-stöckige Containerstapel auftürmen und auch die Ladekräne im Hafen koppeln die Stahlboxen per Twist Lock ans Hebezeug. Doch wie funktioniert der weltweit genutzte Twist Lock Mechanismus eigentlich? Hier erklären wir es im Detail:

Schritt 1: Ohne Eckbeschläge kein Containerstapel

Schiffscontainer verfügen über spezielle Eckbeschläge, an denen sie angehoben, verbunden und für den Transport fixiert werden können. Dabei sind Container-Eckbeschläge – auch Container Casting oder Container Corner genannt – weltweit standardisiert (nach ISO-Norm 1161). So können die Stahlboxen um den Globus zirkulieren und passen überall zusammen.

Container Eckbeschlag mit Twist Lock: Vorn das Shield Hole, seitlich das Stadium Hole


Wie sehen Container Eckbeschläge nach ISO-Norm 1161 aus?

Ein ISO-Container hat an jeder seiner acht Ecken einen Beschlag aus Stahlguss. Der Eckbeschlag ist quaderförmig und weist drei verschiedene Löcher auf.

  • Top Hole / Bottom Hole: Dieses längliche Loch zeigt bei den oberen Eckbeschlägen nach oben und bei den Beschlägen der Unterseite nach unten. Es richtet sich in seiner Länge parallel zur Langseite des Containers aus. Alle Twist Lock Verbindungen sind so designt, dass sie exakt ins Top Hole bzw. Bottom Hole eines Containers einrasten. Da diese Löcher zum Stapeln der Container dienen, werden sie auch als „Stacking Holes“ bezeichnet.
  • Shield Hole: Das Shield Hole eines Container Eckbeschlags befindet sich an der Schmalseite des Containers. Es erhielt seinen Namen, weil seine Form mit einem flachen oberen Bogen und einem stärker gewölbten unteren Bogen an den Schild eines Ritters erinnert.
  • Stadium Hole: An den Langseiten des Containers haben die Eckbeschläge ein sogenanntes Stadium Hole. Als aufrecht stehendes Oval erinnert es an die Laufbahn in einem Leichtathletik-Stadion – daher seine Bezeichnung.

Anhand der Position seiner Löcher kann man auch jeden Eckbeschlag eines Standardcontainers genau bezeichnen, was z.B. bei der Bestellung von Ersatzteilen wichtig ist. Steht man vor der Schmalseite eines Containers und betrachtet den Eckbeschlag rechts oben, zeigt sein Top Hole nach oben, sein Shield Hole nach vorn und sein Stadium Hole zur rechten Seite. Container Castings mit dieser Anordnung bezeichnen Fachleute als TR (top right bzw. oben rechts). Analog dazu heißen die anderen Beschläge TL (oben links), BR (unten rechts) und BL (unten links).

Wie funktioniert das Container Twist Lock?

Die Standardverbindung, mit denen man weltweit Container stapelt, nennt sich Twist Lock (grob übersetzt: Drehschloss). Hierbei handelt es sich um einen Stahlzapfen, der in seiner Form exakt in die Stacking Holes der Container Eckbeschläge passt. Zum Stapeln werden Twistlocks mit ihrer unteren Seite in die Top Holes an den oberen Ecken eines Containers eingeführt. Beim Aufsetzen eines zweiten Containers schieben sich die oberen Seiten der Twistlocks in die Bottom Holes seiner Bodenbeschläge. Zum Verriegeln werden die Twistlocks per Hebel dann um 90 Grad verdreht. Da die Zapfenköpfe oval wie das Top Hole sind, greifen sie jetzt innerhalb der Eckbeschläge über dessen Ränder, sodass sie nicht mehr herausgezogen werden können. Die Container sind fest miteinander verbunden.

Hinweis: Twist Lock Verriegelungen funktionieren heute sowohl automatisch als auch manuell.

Wie viele Container lassen sich per Twist Lock übereinanderstapeln?

Auf Frachtschiffen werden heutzutage Türme aus bis zu neun Containern auf Deck gestapelt. Im Rumpf des Schiffes türmt man sogar 11 Schiffscontainer übereinander. Bei starkem Seegang reicht die Twist Lock Verbindung für die Sicherung auf Deck jedoch nicht aus. Hier kommen außerdem folgende Techniken zum Einsatz:

  • Laschstangen: Per Laschstangen werden Containerstapel zusätzlich mit dem Luckendeckel des Schiffs bzw. mit Laschbrücken verbunden.
  • Bridge Fitting: So bezeichnet man die Verbindung zweier benachbarter Containerstapel über Verbindungsstücke, die in die Eckbeschläge greifen.
Laschstangen fixieren Containerstapel am Schiffsdeck


Auch Container Spreader nutzen Twist Locks

Neben dem Stapeln hat das Twist Lock System einen zweiten zentralen Zweck: Das Anheben und Umladen von Containern durch den Spreader. Als Spreader (Spreizer) bezeichnet man das Containergeschirr bzw. das Hebezeug, mit dem ein Kran die Stahlboxen heben, um- und absetzen kann. Sein Name beschreibt die Fähigkeit des Spreaders, sich zu spreizen, um sich den Standard-Maßen 20-Fuß und 40-Fuß anzupassen. An der Unterseite des Spreaders befinden sich Twist Locks, die in die Top Holes der Beschläge auf der Container-Oberseite einrasten und dann per Fernsteuerung verriegelt werden. Nach dem Absetzen entriegeln sich die Container Spreader Twist Locks wieder, sodass sie die nächste Stahlbox aufnehmen können.

Wo kommt Twist Lock für Container an Land zum Einsatz?

Wenn Container per LKW transportiert werden, werden fixiert man sie ebenfalls per Twist Lock am Fahrzeug. Im Schienenverkehr kommen stattdessen sogenannte Aufsetzzapfen zum Einsatz. Darüber hinaus verbindet man gestapelte Seecontainer an Land mit Standard Twist Locks, wenn sie längere Zeit an einem Ort stehen und dort zum Beispiel Lagerzwecken dienen oder auf Events und Messen umfunktioniert werden. Für mittelfristig genutzte und dauerhafte Containerbauten empfehlen Fachleute dagegen, die Stahlboxen fest miteinander zu verschweißen. Sollen Schiffscontainer lediglich am Boden befestigt werden, bieten sich sogenannte Dove Tail Twistlocks an. Hier handelt es sich um eine Twist Lock Hälfte mit flacher Basis und nach oben zeigendem Zapfen. Zum Fixieren wird die Basis mit der Bodenplatte verbunden und der Container mit seinen Bottom Holes aufgesetzt.

Wofür dienen die seitlichen Löcher der Container Beschläge?

Container Twist Locks arbeiten mit den Top und Bottom Holes an Ober- und Unterseite der Stahlboxen. Zusätzlich weisen die Eckbeschläge jedoch seitliche Öffnungen auf. Sie dienen in erster Linie dazu, Containerstapel auf Schiffen mit dem Laschsystem zu verbinden. Außerdem können sie Transporthaken aufnehmen, wenn die Container nicht mit einem Spreader angehoben werden. Dabei greift eine Seite des Kranhakens ins Top Hole und die zweite ins benachbarte Shield oder Stadium Hole. Die seitlichen Löcher lassen sich auch dazu nutzen, etwas an stehenden Lagercontainern zu fixieren, z.B. Hinweisschilder oder Überwachungskameras.


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Andreas Atrott
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Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Container Klassenzimmer – schnell Raum für mehr Schüler

Platzmangel gehört zum Alltag an deutschen Schulen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Baufällige Gebäude, eine veränderte Bevölkerungsstruktur in den Einzugsgebieten oder die jüngste Flüchtlingswelle. Ungeachtet der Ursachen müssen Schulen schnell Raum für mehr Schüler schaffen. Könnten Klassenzimmer im umgebauten Schiffscontainer Teil der Lösung sein? Wir sagen: „Ja!“ und erklären hier, welche Vorteile Container Klassenzimmer bieten:

Ein Klassenzimmer im Container – warum braucht man so etwas überhaupt?

Bodentiefe Fenster, Individuelle Inneneinrichtung: So kann ein Klassenzimmer im Schiffscontainer aussehen

Schulklassen mit über 30 Schülern sind hierzulande keine Seltenheit. Doch grade in der Grundschule geht die wachsende Anzahl der Schüler zulasten ihrer Lernerfolge, weil Lehrer immer weniger auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen können. Große Klassen einfach zu teilen bzw. mehr Klassen in einer Stufe einzurichten, kann sich jedoch kaum eine Schule leisten. Der Grund: Die vorhandenen Räumlichkeiten sind begrenzt, sodass die Schülerzahlen pro Klasse automatisch wachsen, wenn die Einschulungszahlen steigen. Nicht selten sind auch folgende Szenarien:

  • Baufälligkeit des Schulgebäudes: Viele Schulen halten den Unterricht in renovierungsbedürftigen Räumen ab. Nicht selten entdecken Gesundheitsämter in alten Schulgebäuden auch Substanzen (z.B. Asbest, PAK, PCB), die der Gesundheit von Schülern und Lehrpersonal schaden können. In diesen Fällen müssen schnell Ausweichräume gefunden werden, die mindestens für die Dauer der Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten ihren Zweck erfüllen.
  • Binnenmigration: Gerade die 18- bis 29-Jährigen ziehen in den letzten Jahren vermehrt von ländlichen Wohngebieten in die Städte. Wer dort eine Familie gründet, wandert tendenziell wieder in die Vororte bzw. in die Nähe des Arbeitgebers. Die Folge: Für junge Familien entstehen nahe den Ballungszentren große Neubaugebiete, sodass die Kinderanzahl im Einzugsbereich manch einer Schule sprunghaft steigen kann. Auf lange Sicht brauchen Schulen, die in einer wachsenden Region liegen, natürlich einen adäquaten Neubau. Kurzfristig können aber Container Klassenzimmer die Klassen entzerren.
  • Einwanderungswellen: Anlässlich des Ukraine-Konflikts kamen 1,1 Millionen Menschen nach Deutschland – ein Großteil davon sind Mütter mit Kindern. Um sie schnell ins Bildungssystem einzugliedern, braucht es mehr Raum in Schulen, Kindergärten und Kitas. Hier geht es nicht nur darum, dass Klassen nicht zu groß werden, sondern auch um genug Platz für spezielle Förderangebote. Auch hier entlasten Klassenzimmer im Container relativ schnell die überlaufenen Bildungseinrichtungen.

Container Klassenzimmer – welche Vorteile haben Schiffscontainer in der Schule?

Überzählige Schüler in Klassenzimmern aus modularer Leichtbauweise unterzubringen – diese Idee ist nicht neu. Ein Unterrichtsraum aus Seecontainern bringt aber spezielle Vorteile mit: Er vereint die Flexibilität von Modul-Architektur mit der Robustheit einer Übersee-Transportbox. Außerdem lassen sich die Innenausstattung und die technischen Installationen an individuelle Bedürfnisse anpassen.

Die folgenden Merkmale machen den Container zum optimalen Klassenraum:

  • Flexible Größe: Je nachdem, wie viele 20- oder 40-Fuß-Container man miteinander kombiniert, kann man die Größe des Raumes frei bestimmen. Eine Grundfläche von 50 bis 80 Quadratmetern lässt sich problemlos erreichen. Auch eine Architektur auf mehreren Etagen ist möglich: ISO-Container sind für das Stapeln auf Frachtschiffen konstruiert und deshalb absolut tauglich für den Bau zwei- oder dreistöckiger Gebäude.
  • Reibungsloser Transport: Genormte ISO-Container können per LKW deutschlandweit an den gewünschten Zielort transferiert werden. Containerklassenzimmer lassen sich deshalb überall aufbauen – von der Dorfgrundschule bis hin zur Gesamtschule in der City.
  • Möglichkeit der Umnutzung: Das Klassenzimmer im Container soll nur als Übergangslösung dienen? Dann bieten sich Bauarten an, in denen die Container nicht verschweißt, sondern reversibel verschraubt werden. Nach der Nutzungsdauer lässt sich der Klassenraum wieder in einzelne Containermodule zerlegen, die andernorts aufgebaut werden können, um als Klassenraum oder anderen Zwecken zu dienen.
  • Helle und barrierefreie Räume: Schiffscontainer erlauben durch ihren Rahmen aus Stahlträgern, dass man ganze Seitenwände durch Fensterflächen oder Glastüren ersetzt. Bodentiefe Fenster schaffen dann lichtdurchflutete Lernräume, während mehrere Glastüren Lüftungsmöglichkeiten schaffen und einen barrierefreien Zugang ermöglichen.
  • Robuste Konstruktion: Die Cortenstahl-Außenhülle eines Seecontainers wurde dafür designt, dauerhaft Spritzwasser, Sturm und Regen auf dem Schiffsdeck standzuhalten. Dank dieser Robustheit sind Container Klassenzimmer ebenso wetterfest, erlauben eine lange Nutzungsdauer und erzeugen wenig Wartungsaufwand.
  • Energieeffizienz: Mit der optimalen Dämmung und moderner Heiztechnik entsprechen Container Klassenzimmer den aktuellen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetztes (GEG) in Bezug auf ihre Energieeffizienz.
  • Alle Möglichkeiten im Innenausbau: Wie in jedem Klassenzimmer lassen sich im Schulcontainer Licht und Stromanschlüsse installieren. Über die Basis-Ausstattung hinaus sind auch LAN-Anschlüsse möglich oder ein Wasseranschluss für den Kunst- und Werkunterricht.

Fallbeispiel: Wie kann ein Container Klassenzimmer aussehen?

Klassenzimmer aus 4 x 20-Fuß-Containern für die Stadt Eckernförde (Hersteller: Elbtainer GmbH)

In diesem Projekt für die Stadt Eckernförde wurden vier 20-Fuß-Container zu einem Klassenraum kombiniert. Der Clou: Die Glastüren, die Licht und Luft in den Raum lassen sowie als Zugang dienen, wurden hinter den Original-Containertüren installiert. Die Stahl-Flügeltüren kann man wie Fensterläden vor der Verglasung schließen, sodass 100-prozentiger Schutz vor Witterung und Vandalismus in den nutzungsfreien Zeiten besteht. Noch ein Plus: Als Spezialist für den Seecontainer-Umbau entwickelte die Elbtainer GmbH für dieses Projekt eine vollständig reversible Bauweise per Schraubkonstruktion ohne Schweißen.

Wie lange dauert der Bau eines Container Klassenzimmers?

Nachdem Schule und Anbieter die nötigen Spezifikationen für das Klassenzimmer geklärt haben, beginnt der Bau zunächst einmal in der Werkhalle des Containerumbau-Unternehmens. Hier konstruierten Stahlbearbeiter die einzelnen Containermodule, die von Installations-Fachkräften ausgebaut werden. Diese Arbeiten können je nach Größe des Projekts zwei bis vier Monate in Anspruch nehmen.

Aufstellung des Klassenraum-Containers

Sobald die fertiggestellten Module am Zielort angelangt sind, dauert der Zusammenbau bzw. die Installation des Klassenzimmers lediglich einige Tage. Dabei werden die Container per Kran am gewünschten Platz positioniert, die Verbindungen verschraubt oder verschweißt sowie die technischen Anschlüsse an die Zuleitungen vorgenommen.

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Andreas Atrott
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