
Wer mehr Lagerfläche braucht, als Keller, Garage oder Betriebsgebäude hergeben, hat zwei realistische Wege: eine Lagereinheit bei einem Selfstorage-Anbieter mieten oder einen eigenen Seecontainer auf dem Grundstück aufstellen. Beide Lösungen funktionieren, aber für unterschiedliche Situationen. Dieser Artikel zeigt, worin sie sich bei Kosten, Aufwand, Genehmigung und Flexibilität unterscheiden und welche Variante in welchem Fall die bessere ist.
Selfstorage: Lagerraum mieten ohne eigenes Grundstück
Selfstorage bedeutet, dass Privatpersonen und Unternehmen eine abgeschlossene Lagereinheit mieten und diese selbst befüllen, verwalten und leeren. Das Konzept kommt aus den USA und ist in Deutschland seit Ende der 1990er Jahre verbreitet. Anlagen gibt es heute in allen Großstädten und den meisten Mittelstädten. Die Einheiten beginnen bei etwa einem Quadratmeter und reichen bis zu Flächen von 50 Quadratmetern und mehr. Der Zugang erfolgt in der Regel rund um die Uhr über Zugangscode, Chip oder App, die Anlagen sind videoüberwacht und die Einheiten sind nur für den jeweiligen Mieter zugänglich.
Der Verband deutscher Selfstorage Unternehmen zertifiziert Anbieter nach der europäischen Norm DIN EN 15696, die Mindestanforderungen an Sicherheit, Zugang, Sauberkeit und Vertragsgestaltung festlegt. Wer bei einem zertifizierten Anbieter mietet, kann sich auf abschließbare, uneinsehbare Einheiten und klar geregelte Kündigungsfristen verlassen.
Zwei Punkte werden bei der Anmietung häufig übersehen. Erstens die Versicherung: Die eigene Hausratversicherung deckt ausgelagerte Gegenstände meist nur über die sogenannte Außenversicherung ab, und die ist zeitlich und in der Höhe begrenzt. Für längere Einlagerungen oder höhere Werte ist eine Zusatzpolice nötig, die viele Anbieter direkt mit anbieten. Zweitens die Kosten bei längerer Nutzung: Selfstorage wird pro Monat und pro Quadratmeter berechnet und ist bei größeren Flächen über mehrere Jahre die teurere Lösung. Dazu kommen die Fahrten zur Anlage, sobald etwas gebraucht wird.
Container-Selfstorage: Drive-up statt Lagerhalle
Neben den klassischen Anlagen in Gebäuden gibt es eine zweite Bauform, die in den letzten Jahren stark gewachsen ist: Selfstorage-Anlagen, die ausschließlich aus Seecontainern bestehen. Die Container stehen auf einem befestigten, umzäunten Gelände, der Mieter fährt mit dem Fahrzeug direkt an seine Box und lädt ohne Aufzug, Flur oder Rollwagen aus. Gebucht wird online, der Zugang läuft über ein Zugangssystem am Tor. Weil keine Halle gebaut werden muss, sind die Mietpreise pro Quadratmeter meist niedriger als in Gebäudeanlagen, und die Anbieter können auch in kleineren Städten wirtschaftlich arbeiten.
Ein Beispiel für dieses Modell ist Zweitbox, ein Anbieter, der Container-Selfstorage-Anlagen in Deutschland aufbaut und derzeit in Aachen Lagercontainer zur Miete anbietet. Typisch sind 20-Fuß-Container mit rund 14 Quadratmetern Grundfläche und 33 Kubikmetern Volumen, teilweise auch in Abteile unterteilt, bei monatlicher Kündbarkeit.
Wer selbst eine Anlage aufbauen möchte, findet bei uns Selfstorage-Container mit Abteilen und Durchgang.
Der eigene Seecontainer als Lager

Wer über eine freie, befahrbare Fläche verfügt, kann sich den Weg zur Selfstorage-Anlage sparen und einen Seecontainer als Lagercontainer direkt vor Ort aufstellen. Das ist der Standardfall für Handwerksbetriebe, Landwirte, Sportvereine, Campingplätze, Baustellen und Gewerbebetriebe mit Außengelände. Ein 20-Fuß-Container ersetzt dabei ungefähr einen Lagerraum von 14 Quadratmetern, ein 40-Fuß-Container das Doppelte.
Drei Dinge müssen vor dem Kauf geklärt sein. Erstens die Genehmigung: Ein dauerhaft aufgestellter Container gilt baurechtlich in den meisten Bundesländern als bauliche Anlage und ist ab einer bestimmten Größe genehmigungspflichtig. Auf Gewerbeflächen, Sport- und Freizeitanlagen ist die Baugenehmigung in der Regel unproblematisch, in reinen Wohngebieten wird sie für Privatgrundstücke oft nicht erteilt. Zweitens der Untergrund: Der Container braucht ein ebenes, tragfähiges Fundament an den vier Ecken, zum Beispiel aus Betonplatten oder Punktfundamenten. Drittens die Anlieferung: Für das Abladen muss die Fläche mit Lkw und Ladekran oder Containertrailer erreichbar sein.
Bei den Kosten zählt der Anschaffungspreis nur einmal. Ein neuwertiger 20-Fuß-Container in bester Qualität oder ein gebrauchter Container mit Gebrauchsspuren, aber wind- und wasserdicht, sind beides gängige Optionen; die Unterschiede in Zustand und Preis erklären unsere Seiten zu den Zustandsklassen und zu den aktuellen Containerpreisen. Für größere Lagermengen gibt es die Doppelbox mit 28 Quadratmetern. Wer den Container nur für ein Bauvorhaben oder eine Saison braucht, kann ihn auch mieten.
Ein Punkt, der bei der Nutzung als Lager unterschätzt wird, ist das Klima im Container. Ein Stahlcontainer heizt sich in der Sonne stark auf und kühlt nachts schnell ab, wodurch Kondenswasser entsteht. Für Werkzeug, Baumaterial oder Vereinsausrüstung ist das unproblematisch, für Möbel, Akten und Textilien braucht es Lüftung, gegebenenfalls eine Dämmung und eine helle Außenfarbe.
Selfstorage oder eigener Container: der Vergleich
| Kriterium | Selfstorage mieten | Eigener Seecontainer |
|---|---|---|
| Voraussetzung | Keine, Anlage in der Nähe reicht | Eigene befahrbare Fläche, meist Baugenehmigung |
| Kosten | Monatsmiete pro Quadratmeter, laufend | Einmaliger Kaufpreis, danach keine laufenden Kosten |
| Laufzeit | Monatlich kündbar, ideal für Wochen bis wenige Jahre | Lohnt sich bei mehrjähriger Nutzung |
| Zugriff | Fahrt zur Anlage, Zugang meist 24/7 | Direkt vor Ort, jederzeit |
| Versicherung | Zusatzpolice meist nötig | Über Betriebs- oder Hausratversicherung klären |
| Flexibilität | Größe jederzeit anpassbar | Feste Größe, bei Bedarf zweiter Container |
| Nach der Nutzung | Kündigen, fertig | Weiterverkauf, der Container behält einen Restwert |
Welche Lösung passt zu wem
Selfstorage ist die richtige Wahl für Privatpersonen ohne eigenes Grundstück, für Umzüge, Renovierungen und andere zeitlich begrenzte Situationen sowie für alle, die ihre Lagerfläche häufig anpassen wollen. Auch in reinen Wohngebieten, in denen ein Container nicht genehmigt würde, bleibt es die einzige praktikable Option. Container-Selfstorage-Anlagen wie die von Zweitbox verbinden dabei den bequemen Zugang per Fahrzeug mit dem robusten Lagerraum eines Seecontainers.
Der eigene Container ist die wirtschaftlichere Lösung, sobald Fläche vorhanden ist und die Nutzung auf mehrere Jahre angelegt ist. Gemessen an den Monatsmieten für vergleichbare Selfstorage-Flächen hat sich ein gebrauchter 20-Fuß-Container in der Regel nach zwei bis drei Jahren bezahlt, und am Ende der Nutzung lässt er sich weiterverkaufen. Für Betriebe, Vereine und Landwirte, die dauerhaft Material lagern, ist er deshalb fast immer die bessere Wahl.
Häufige Fragen
Selfstorage wird monatlich pro Quadratmeter berechnet, ein eigener Container kostet einmal beim Kauf. Bei einer Nutzung von wenigen Monaten ist Selfstorage günstiger, bei mehrjähriger Nutzung der eigene Container. Die aktuellen Kaufpreise finden Sie auf unserer Preisseite.
In den meisten Bundesländern ja, sobald der Container dauerhaft steht und eine bestimmte Größe überschreitet. Auf Gewerbeflächen ist die Genehmigung in der Regel unproblematisch, in reinen Wohngebieten wird sie häufig verweigert. Die Regeln der einzelnen Bundesländer erklärt unser Ratgeber zur Baugenehmigung.
Meist nur eingeschränkt über die Außenversicherung, die zeitlich und in der Höhe begrenzt ist. Für längere Einlagerungen oder höhere Werte ist eine Zusatzversicherung nötig, die die meisten Selfstorage-Anbieter direkt anbieten.
Eine Selfstorage-Anlage, die statt aus einer Halle aus einzelnen Seecontainern auf einem umzäunten Gelände besteht. Der Mieter fährt direkt an seinen Container, bucht online und hat rund um die Uhr Zugang. Anbieter wie Zweitbox in Aachen arbeiten nach diesem Modell.