Andi’s Container Report: aktuelle Containerpreise und Neuigkeiten einmal im Monat per E-MailGratis anmelden

Containernummer: Aufbau, Prüfziffer und was sie über den Container verrät

Jeder ISO-Frachtcontainer trägt eine Nummer nach der Norm ISO 6346. Sie besteht aus vier Buchstaben, sechs Ziffern und einer Prüfziffer. Weil der Eigentümercode zentral registriert ist und der Eigentümer jede Seriennummer nur einmal vergibt, ist die Nummer weltweit eindeutig. Mit ihr lässt sich ein Container eindeutig identifizieren, verfolgen und einem Eigentümer zuordnen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Nummer aufgebaut ist, wie Sie die Prüfziffer in wenigen Schritten selbst nachrechnen und was der zweite Code am Container, der Größen- und Typcode, bedeutet. Außerdem zeigen wir, wie Sie die Angaben vor dem Kauf eines Containers nutzen.

So ist eine Containernummer aufgebaut

Aufbau der Containernummer CSQU3054383 mit Eigentümercode, Kategoriekennung, Seriennummer und Prüfziffer
Beispiel CSQU 305438 3: Eigentümercode (CSQ), Kategoriekennung (U), Seriennummer (305438) und Prüfziffer (3)
TeilStellenBedeutung
Eigentümercode3 BuchstabenBeim Bureau International des Containers (BIC) registrierter Code des Eigentümers oder Betreibers
Kategoriekennung1 BuchstabeU für Frachtcontainer, J für abnehmbares containerbezogenes Gerät, Z für Trailer und Chassis
Seriennummer6 ZiffernVom Eigentümer vergeben
Prüfziffer1 ZifferErrechnet sich aus den zehn Zeichen davor und deckt Lese- und Tippfehler auf

Die Eigentümercodes vergibt das BIC in Paris. Das Register wurde 1970 begründet und 1972 von der ISO in die Norm ISO 6346 übernommen. Aktuell gilt die vierte Ausgabe ISO 6346:2022, eine Überarbeitung ist in Arbeit. Laut BIC sind über 3.100 Unternehmen aus 127 Ländern Mitglied. Eigentümercode und Kategoriekennung bilden zusammen den sogenannten BIC-Code, zum Beispiel CSQU.

Bei einem Container, den Sie kaufen, ist das U der Normalfall. Ob 20-Fuß-Container, 40-Fuß-Container oder High-Cube-Container: Alle Frachtcontainer nach ISO tragen diese Kennung. Mehr zur Norm lesen Sie auf unserer Seite zum ISO-Container.

Die Prüfziffer selbst berechnen

Die elfte Stelle ist kein Zufall. Sie wird nach einem festen Verfahren aus den ersten zehn Zeichen berechnet. So funktioniert es:

  1. Jeder Buchstabe erhält einen Zahlenwert: A = 10, B = 12, C = 13 und so weiter bis Z = 38. Die Vielfachen von 11 (11, 22 und 33) werden dabei übersprungen. Ziffern behalten ihren Wert.
  2. Jeder Wert wird mit einem Gewicht multipliziert, das sich von Stelle zu Stelle verdoppelt: 1, 2, 4, 8 bis 512 an der zehnten Stelle.
  3. Alle Produkte werden addiert.
  4. Die Summe wird durch 11 geteilt. Der Rest ist die Prüfziffer. Ergibt sich als Rest 10, ist die Prüfziffer 0.
ABCDEFGHIJKLM
10121314151617181920212324
NOPQRSTUVWXYZ
25262728293031323435363738
Zahlenwerte der Buchstaben nach ISO 6346 (fett: Buchstabe, darunter: Wert)

Rechenbeispiel: CSQU 305438 3

ZeichenCSQU305438
Wert13302832305438
Gewicht1248163264128256512
Produkt13601122564803205127684.096

Die Summe der Produkte ist 6.185. Geteilt durch 11 ergibt das 562 Rest 3. Die Prüfziffer lautet also 3, und die vollständige Nummer CSQU 305438 3 ist gültig. Wer nicht selbst rechnen möchte, findet auf der Website des BIC einen kostenlosen Prüfziffer-Rechner.

Größen- und Typcode: der zweite Code am Container

Neben der Containernummer steht ein vierstelliger Code, der Länge, Höhe und Bauart beschreibt. Die erste Stelle steht für die Länge, die zweite für die Höhe, die letzten beiden für den Typ.

CodeBedeutung
22G120 Fuß lang, 8’6″ hoch (2.591 mm), Standardcontainer mit Lüftungsöffnungen oben
42G140 Fuß lang, 8’6″ hoch, Standardcontainer
45G140 Fuß lang, 9’6″ hoch (2.896 mm), High Cube
22R120 Fuß Kühlcontainer
45R140 Fuß High-Cube-Kühlcontainer
Erste Stelle: 2 = 20 Fuß (6.058 mm), 4 = 40 Fuß (12.192 mm). Zweite Stelle: 2 = 8’6″, 5 = 9’6″.

An diesem Code erkennen Sie also auf einen Blick, ob ein Container ein Standard- oder ein High-Cube-Modell ist, auch wenn der Höhenunterschied von 30 Zentimetern nicht sofort auffällt.

Wo die Nummer am Container steht

Nach den Kennzeichnungsregeln des BIC stehen Containernummer und Größen- und Typcode mehrfach am Container: an der Türseite, an beiden Seitenwänden, auf dem Dach und an der Stirnwand. Die Zeichen müssen mindestens 100 Millimeter hoch sein. An der Tür finden Sie außerdem die Gewichtsangaben und die CSC-Plakette.

Für Sie als Käufer heißt das: Die Nummer sollte an allen Stellen übereinstimmen. Weichen Nummern voneinander ab oder sind Teile übermalt, sollten Sie nachfragen.

Die CSC-Plakette: Zulassung und Prüftermin

Die CSC-Plakette ist das Sicherheitszulassungsschild nach dem Internationalen Übereinkommen über sichere Container (CSC). Sie muss mindestens 200 x 100 Millimeter groß sein und enthält unter anderem:

  • die Überschrift CSC SAFETY APPROVAL mit Zulassungsland und Zulassungsnummer
  • Monat und Jahr der Herstellung
  • die Identifikationsnummer des Herstellers für den Container
  • das höchstzulässige Bruttogewicht (Maximum operating gross mass)
  • die zulässige Stapellast bei 1,8 g (Allowable stacking load for 1.8 g)
  • die Prüfkraft für die Querverwindung (Transverse racking test force)
  • das nächste Prüfdatum oder die Nummer eines anerkannten Prüfprogramms (ACEP)

Das Leergewicht steht übrigens nicht auf der Plakette, sondern in der Beschriftung an der Tür. Die erste Prüfung muss spätestens fünf Jahre nach der Herstellung erfolgen, danach höchstens alle 30 Monate, sofern der Container nicht in einem ACEP-Programm geführt wird. Mehr dazu auf unserer Seite zur CSC-Plakette. Welche Lasten hinter den Werten stecken, erklärt unser Beitrag zur Belastbarkeit von Seecontainern, und für die Praxis beim Packen lesen Sie Container richtig beladen.

Containernummer vor dem Kauf prüfen

Wer einen Container kauft, sollte die Nummer nicht nur ablesen, sondern nutzen. Diese Schritte helfen:

  1. Lassen Sie sich die vollständige Nummer mit Prüfziffer nennen und rechnen Sie die Prüfziffer nach.
  2. Prüfen Sie, ob die Nummer an Tür, Seitenwänden und Stirnwand übereinstimmt.
  3. Gleichen Sie den Größen- und Typcode mit dem angebotenen Container ab, etwa 45G1 für einen 40-Fuß-High-Cube.
  4. Prüfen Sie Baujahr und Prüftermin auf der CSC-Plakette.
  5. Nutzen Sie die BoxTech-Datenbank des BIC. Nach kostenloser Anmeldung finden Sie dort technische Daten zu über 15 Millionen Containern. Die Daten tragen die Eigentümer freiwillig ein, ein fehlender Eintrag ist also kein Beweis für eine Fälschung.

Die Nummer allein schützt nicht vor unseriösen Angeboten, denn viele davon sehen auf den ersten Blick komplett echt aus. Im Video zeigt Andi zehn Warnsignale, die er prüft, bevor er Geld überweist, vom unrealistischen Preis über das Impressum bis zur Zahlungsstruktur.

Container, die mit einer Reederei unterwegs sind, lassen sich in der Regel über die Nummer auf deren Website verfolgen. Wie das funktioniert, lesen Sie unter Container-Tracking. Wie wir den Zustand unserer gebrauchten Seecontainer einstufen, erklären wir unter Zustandsklassen 1 bis 5 und Zustände und Standards.

Die Containernummer ist nur ein Baustein. Welche weiteren Punkte wir vor jeder Überweisung prüfen, vom Impressum über das Handelsregister bis zum Zahlungsweg, steht im Ratgeber Container-Betrug erkennen.

Häufige Fragen zur Containernummer

Wie viele Stellen hat eine Containernummer?

Elf: drei Buchstaben für den Eigentümercode, einen Buchstaben für die Kategorie, sechs Ziffern für die Seriennummer und eine Prüfziffer.

Was bedeutet das U in der Containernummer?

Das U ist die Kategoriekennung für Frachtcontainer. J steht für abnehmbares containerbezogenes Gerät, Z für Trailer und Chassis.

Wie prüfe ich, ob eine Containernummer gültig ist?

Rechnen Sie die Prüfziffer nach: Buchstaben in Zahlenwerte umwandeln, mit 1, 2, 4 bis 512 gewichten, addieren und durch 11 teilen. Der Rest muss der elften Stelle entsprechen, ein Rest von 10 ergibt die Prüfziffer 0. Alternativ nutzen Sie den Prüfziffer-Rechner des BIC.

Kann ich herausfinden, wem ein Container gehört?

Der Eigentümercode ist beim BIC registriert, die Website des BIC bietet eine Suche nach registrierten Codes. Technische Daten einzelner Container finden Sie, sofern der Eigentümer sie eingetragen hat, in der Datenbank BoxTech.

Was bedeutet 45G1?

45G1 ist der Größen- und Typcode eines 40-Fuß-High-Cube-Containers: 4 steht für 40 Fuß Länge, 5 für 9’6″ Höhe und G1 für einen Standardcontainer mit Lüftungsöffnungen oben.

Steht das Leergewicht auf der CSC-Plakette?

Nein. Die CSC-Plakette enthält das höchstzulässige Bruttogewicht und die Stapellast. Das Leergewicht steht in der Gewichtsbeschriftung an der Tür.

Sie suchen einen Container? Hier finden Sie die aktuellen Containerpreise.

Quellen

Andi’s Container Report

Einmal im Monat per E-Mail von der Containerbasis GmbH: die aktuellen Containerpreise für Deutschland, Österreich und die Schweiz, dazu Hinweise zu Regeln und Genehmigungen sowie neue Videos und Angebote. Die Anmeldung ist kostenlos, abbestellen können Sie jederzeit.

Report kostenlos abonnierenSchließen
Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Über den Autor

Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 15 Jahre Erfahrung in der Containerbranche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team Container in Umbauprojekte wie die Doppelbox. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der CONTAINERBASIS GmbH mit Sitz in Hamburg und betreibt die YouTube-Kanäle CONTAINERBASIS MIT ANDI und Andy knows Containers. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
← zur Blogübersicht Jetzt passenden Container finden →

1 Antworten auf „Containernummer: Aufbau, Prüfziffer und was sie über den Container verrät“

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    bei der P&R habe ich einige Kaufverträge für Seecontainer abgeschlossen, die dann von P&R für mich inform von
    Untermietverträgen weiter vermietet wurden. Bei Abschluss der Verträge habe ich auf die Übergabe von Eigentumszertifikaten verzichtet. Nachdem P&R nun insolvent geworden ist, beabsichtige ich, diese Zertifikate beim Insolvenzverwalter anzufordern, und zu versuchen, ob ich in Eigenregie als Eigentümer die Container verkaufen, bzw. weiterhin vermieten kann.
    Um diese Lage einschätzen zu können, ergeben sich für mich einige Fragen, welche Informationen durch Abfrage der Container-Nummern zu erfahren sind:
    – wer ist der Untermieter ?
    – wo befindet sich der Container zu Zeit?
    – wann wird er wo eintreffen (z.B. Hamburg)?
    – wie lange dauert der augenblickliche Mietvertrag?
    – wie alt ist der Container?

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Jetzt Angebot anfordern