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Geschichte der Container: Von Malcom McLean bis heute

malcom mclean schwarz weiß foto

Am 14. November 1913 kam in Maxton im US-Bundesstaat North Carolina Malcom McLean zur Welt. Gut 42 Jahre später schickte er die Ideal X mit 58 Containern von Newark nach Houston und legte damit den Grundstein für den modernen Containerverkehr. 2025 wurden in den Häfen der Welt erstmals mehr als eine Milliarde TEU umgeschlagen.

Vorläufer: Container vor dem Container

Die Idee, Ware nicht Stück für Stück umzuladen, ist älter als McLean. 1795 eröffnete der englische Ingenieur Benjamin Outram in Derbyshire die Little Eaton Gangway, eine Pferdebahn zum Derby-Kanal, deren Kohlewagen bereits als Behälter gebaut waren. In den 1830er Jahren transportierte die Eisenbahn zwischen Liverpool und Manchester Kohle in einfachen Holzkästen, die zwischen Zug und Fuhrwerk umgesetzt wurden. In den 1840er Jahren kamen Behälter aus Eisen dazu.

Diese Systeme blieben aber Insellösungen. Jede Bahn und jeder Betrieb hatte eigene Maße, nichts passte zueinander. Erst die Verbindung von Lkw und Schiff mit einem einheitlichen Behälter brachte den Durchbruch.

Wer hat’s erfunden?

Ursprünglich wurde sein Vorname Malcolm geschrieben, später nannte er sich Malcom. 1935 gründete er mit seinen Geschwistern Jim und Clara eine Spedition. Am Anfang saß er selbst am Steuer. 1937 wartete er an einem Pier in New Jersey fast einen ganzen Tag, bis seine Baumwollballen Stück für Stück auf ein Schiff verladen waren.

Daraus entstand seine Idee: Statt jede Kiste einzeln umzuladen, sollte der ganze Behälter samt Inhalt vom LKW auf das Schiff und am Ziel wieder auf einen LKW wechseln. Ohne erneutes Umpacken, ohne lange Liegezeiten.

Von der Spedition zur Reederei

Mitte der 1950er Jahre stieg McLean selbst in die Schifffahrt ein. Mit einem Bankkredit über 22 Millionen Dollar kaufte er im Januar 1956 zwei T2-Tanker aus dem Zweiten Weltkrieg und ließ sie für den Containertransport umbauen. Seine Reederei hieß zunächst Pan-Atlantic Steamship Corporation. Gegenwind kam von den Gewerkschaften, denn das neue System machte viele Arbeitsplätze im Hafen überflüssig.

Die erste Fahrt: Ideal X, 1956

Am Donnerstag, dem 26. April 1956, lief die Ideal X mit 58 Containern in Newark aus und erreichte Houston fünf Tage später. 1957 folgte mit der Gateway City das erste Schiff mit festen Zellenführungen für Container. 1960 benannte McLean sein Unternehmen in Sea-Land um, 1969 verkaufte er es an die R. J. Reynolds Tobacco Company. Das internationale Geschäft von Sea-Land übernahm 1999 die dänische Reederei Maersk, die bis heute zu den größten Containerreedereien der Welt zählt. Wie die Schiffe seitdem gewachsen sind, lesen Sie in unserem Beitrag Werden Containerschiffe immer größer?.

Wie groß der Unterschied war, zeigen die Kosten: Ein Schiff von Hand zu beladen kostete damals 5,86 Dollar pro Tonne, mit Containern waren es 16 Cent. 1967 lud die US-Regierung Sea-Land ein, einen Containerdienst nach Südvietnam aufzubauen, um die eigenen Truppen zu versorgen. Zwischen 1967 und 1973 brachte Sea-Land rund 1.200 Container im Monat in die Region, 1968/69 kam 40 Prozent des Umsatzes aus diesem Dienst. Dort zeigte sich zum ersten Mal in großem Maßstab, wie viel schneller Container den Nachschub machten.

Anfang der 1990er Jahre gründete McLean mit Trailer Bridge noch einmal eine Reederei. Er starb am 25. Mai 2001 in New York im Alter von 87 Jahren. Geboren an einem Freitag, starb er an einem Freitag. 2004 wurde er als eines der ersten vier Mitglieder in die Logistik Hall of Fame aufgenommen.

Der erste Container in Deutschland

Am 5. Mai 1966 legte im Überseehafen Bremen die Fairland der Reederei Sea-Land an. Sie war das erste Vollcontainerschiff in einem deutschen Hafen und brachte laut Hapag-Lloyd 255 Container. Eine Containerbrücke gab es in Bremen damals noch nicht, die Container wurden mit den Bordkränen auf LKW gesetzt. In Deutschland hielten viele das System damals für eine amerikanische Verrücktheit und eine Eintagsfliege.

Ein Standard für alle: ISO 668 und TEU

In den 1950er Jahren gab es allein in den USA Dutzende Containersysteme mit unterschiedlichen Maßen. Ein Container der einen Reederei passte nicht auf das Schiff der anderen. Ab 1968 legte die internationale Normungsorganisation ISO in der Norm 668 einheitliche Außenmaße fest. Dazu kamen Normen für die Eckbeschläge, an denen Container gehoben und verriegelt werden, und für die Kennzeichnung mit der Containernummer.

Die beiden wichtigsten Größen sind bis heute der 20-Fuß-Container und der 40-Fuß-Container. Der 20-Fuß-Container ist zugleich die Rechengröße der Branche: Ladekapazitäten von Schiffen und Umschlagszahlen von Häfen werden in TEU angegeben, Twenty-foot Equivalent Unit. Ein 40-Fuß-Container zählt als zwei TEU.

Aus einer Box werden viele Bauarten

Der geschlossene Standardcontainer eignet sich für fast alle Waren. Für Ladung, die nicht hineinpasst oder besondere Bedingungen braucht, entstanden Sonderbauarten auf derselben Grundfläche:

  • Open-Top-Container ohne festes Dach für hohe Güter, die per Kran von oben geladen werden.
  • Side-Door-Container, die sich über die ganze Längsseite öffnen lassen.
  • Flat Racks aus Boden und Stirnwänden für Maschinen, Fahrzeuge und schwere Bauteile.
  • Kühlcontainer mit eigenem Aggregat für Lebensmittel und Medikamente.
  • Bulk-Container für Schüttgut wie Getreide oder Granulat.
  • Tankcontainer für Flüssigkeiten und Gase, eingebaut in einen Rahmen mit Containermaßen.

Vom Frachtbehälter zum Gebäude

Nach ihrer Zeit auf See werden viele Container weitergenutzt. Ein ausgemusterter Seecontainer ist stabil, wetterfest, stapelbar und lässt sich per Lkw transportieren. Daraus sind bekannte Projekte entstanden. An der Trinity Buoy Wharf in London steht seit 2001 die Container City, ein Ensemble aus Ateliers und Büros, gebaut aus ausgemusterten 40-Fuß-Containern. Für die Kunstbiennale 2007 in Venedig entwarf der Architekt Adam Kalkin für Illy ein Café in einem einzigen 20-Fuß-Container, das sich auf Knopfdruck aufklappen ließ.

Auch in Deutschland werden Container zu Büros, Werkstätten, Verkaufsständen oder Wohnräumen umgebaut. Wie ein Umbau abläuft, lesen Sie unter Containerumbau, Beispiele zeigen unsere Referenzen.

Und heute?

Ohne Container wäre der Welthandel in seiner heutigen Form nicht denkbar. Ein paar Zahlen zum Stand 2026:

  • Laut UNCTAD transportiert die Schifffahrt mehr als 80 Prozent des weltweiten Warenhandels.
  • Der weltweite Containerbestand lag 2023 laut Drewry bei rund 51,4 Millionen TEU.
  • 2025 schlugen die Häfen der Welt erstmals mehr als eine Milliarde TEU um, 1980 waren es 36 Millionen TEU.
  • Das größte Containerschiff, die MSC Irina, fasst seit 2023 24.346 TEU.

Die Maße der Boxen sind seit 1968 in der Norm ISO 668 festgelegt. Daher kennt heute fast jeder den 20-Fuß-Container und den 40-Fuß-Container. Nach ihrer Zeit auf See werden viele Container zu Lagern, Werkstätten oder Wohnräumen. Mehr Zahlen finden Sie in unseren 15 Fakten über Schiffscontainer, die größten Häfen in unserem Überblick über die größten Containerhäfen der Welt.

Quellen

Andi’s Container Report

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Über den Autor

Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 15 Jahre Erfahrung in der Containerbranche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team Container in Umbauprojekte wie die Doppelbox. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der CONTAINERBASIS GmbH mit Sitz in Hamburg und betreibt die YouTube-Kanäle CONTAINERBASIS MIT ANDI und Andy knows Containers. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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1 Antworten auf „Geschichte der Container: Von Malcom McLean bis heute“

  1. Hallo, das ist eine unglaubliche Geschichte. So ein Abrollcontainer ist dann doch besser als ewig viele Kisten zu tragen. Der Mann hat schon einiges geleistet. Ohne Ihn, wären Transporte über See um einiges schlechter, langsamer und würden nicht so sicher transportiert sein. Danke für die tolle Story!

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