P&R Investment-Gruppe meldet Insolvenz an

Über 50.000 Kapitalanleger fürchten um 3,5 Milliarden Euro aus Direktinvestments der P&R

Dass sämtliche deutsche Unternehmen der P&R Investment-Gruppe im Laufe der vergangenen Wochen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenz-Verfahrens gestellt haben, schlägt hohe Wellen in Medien und Branche. „Der Fall P&R kann sich zum größten Anlegerskandal der jüngeren Vergangenheit ausweiten“, bilanziert Dr. Gerhard Schick (MdB), der Finanzexperte von Bündnis 90/ die Grünen.

Die Zahlen geben Anlass zur Sorge

Bereits im März meldeten drei Container-Leasing und Vertriebsgesellschaften der P&R Investment Gruppe aus München Grünwald Insolvenz an und ließen die insgesamt 51.000 Anleger um ihre Investitionen bangen. Am 26. April folgten dann die beiden restlichen deutschen Unternehmen der Gruppe: die P&R AG und die P&R Transport-Container GmbH. Letztere verwaltet das Geld von insgesamt 14.900 Kapitalanlegern. Da jedoch ein Großteil von ihnen Verträge mit den bereits unter vorläufiger Insolvenzverwaltung stehenden P&R Container-Verwaltungsgesellschaften besitzt, erhöht sich die Zahl der betroffenen Anleger „lediglich“ auf 54.000. Gut die Hälfte der Personen gehört der Altersgruppe der über 60-Jährigen an; ein Drittel ist bereits über 70 Jahre alt. Mit etwa 3,5 Milliarden Euro an gefährdetem Anlagekapital erreicht die P&R-Pleite eine in Deutschland noch nie da gewesene Dimension.

Rendite mit Frachtcontainern – wie funktioniert das Modell der P&R?

„Direktinvestments“ in Seecontainer funktionieren, indem Privatanleger über Vertriebsleute oder Banken einzelne Container zum Stückpreis kaufen und an die Emissionsfirmen rückvermieten. Diese vermieten die Container wiederum an internationale Container-Leasinggesellschaften und zahlen den Anlegern regelmäßige Einnahmen aus. Nach einer Laufzeit von 3 bis 5 Jahren kauft das Emissionsinstitut die Frachtboxen zum Gebrauchtpreis wieder zurück.

Die P&R-Gruppe bietet das Investment-Modell bereits seit 1975 an und avancierte rasch zum Marktführer. Vier Jahrzehnte lief das Geschäft ohne Beanstandung; zuletzt betreuten die Firmen ein Volumen von 1,25 Millionen Containereinheiten. Für die Anleger ergab sich nach den Abschlägen beim Rückkauf der gebrauchten Container eine Rendite von knapp 5 Prozent.

Problematisch wirkten sich vor allem die Entwicklung der Containerpreise auf dem Weltmarkt zwischen 2012 und 2016 aus, die von 2109 $ auf 1532 $ fielen, weil das Angebot an Frachtcontainern die Nachfrage überstieg. In der Konsequenz etablierte die P&R-Gruppe ein fragwürdiges System, innerhalb dessen Container verkauft wurden, um die Mietauszahlungen an die Anleger zu gewährleisten. Da die reduzierte Containerflotte mit ihren Mieteinnahmen die Verpflichtungen gegenüber den Anlegern sukzessive nicht mehr decken konnte, kam es schließlich zur Insolvenz.

Für die Anleger ist vor allem die Frage entscheidend, wie viele Container noch existieren und wie diese Vermögenswerte umgerechnet den Investitionsbeträgen gegenüberstehen. In der Vergangenheit hatten über 90 Prozent der Anleger es versäumt, ein Eigentumszertifikat mit individueller Containernummer anzufordern. Dies wirft zusätzlich die Frage auf, wie die Anleger ihre Ansprüche gegenüber der Gesellschaft gemäß dem Insolvenzrecht geltend machen können. Auf der anderen Seite brauchen sie kaum zu befürchten, für einzelne Container haftbar gemacht zu werden und eventuell Standgebühren finanzieren oder für durch Container verursachte Schäden zahlen zu müssen.

Insolvenzverwalter betont die Wichtigkeit des laufenden Geschäftsbetriebes

„Unser Ziel ist es, die berechtigen Ansprüche der Anleger nach den gesetzlichen Vorgaben bestmöglich zu befriedigen“, betont Michael Jaffé, der gemeinsam mit Philip Heinke die vorläufige Insolvenzverwaltung aller deutschen Unternehmen der P&R-Gruppe übernommen hat. Zu diesem Zweck solle vor allem der Vermietungs-Betrieb bestmöglich aufrechterhalten werden. „Um Einnahmen zu erzielen, muss die Containervermietung weltweit und störungsfrei fortgeführt werden. Jede Störung kann schwerwiegende Folgen für die Anleger haben, denn nur wenn die Container weiterhin vermietet bleiben, können die entsprechenden Erträge gesichert und realisiert werden.“

Mehr Transparenz für die Anleger nötig

Experten kritisieren, dass im „grauen Kapitalmarkt“ zwar Milliarden investiert werden, jedoch kein unabhängiges Tragfähigkeitsgutachten eines Wirtschaftsprüfers Pflicht ist. Dass mit der P&R Transport-Container GmbH auch ein Unternehmen Insolvenz anmeldet, dessen Geschäftsmodell nach den neuen Regulierungsstandards für Direktinvestments von 2017 entstand, verschärft die Lage: Hier wurden konservativere Anlagen getätigt, die der Prospektpflicht unterlagen und bis 2018 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligt wurden. Grünen-Finanzexperte Schick mahnt daher: „Es wird wieder einmal deutlich, dass die bisherige Rechtslage zu kurz greift, um Anlegerinnen und Anleger vor nicht tragfähigen Geschäftsmodellen zu schützen.“

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Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Entladen bald mobile Roboter Container?

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Ab 2019 übernehmen mobile Packroboter selbstständig das Ausladen von Containerfracht

Mit seinen Maßen von rund 12 x 2,3 x 2,4 Metern besitzt ein 40-Fuß-Container eine Nutzlast von etwa 27 Tonnen und gut 65 Kubikmeter Ladevolumen. Trifft er voll bepackt an seinem Zielhafen ein, gilt es, bis zu 1800 Einzelkartons auszuladen und an ihren Zielort zu transportieren.

Doch während in Paketzentren weltweit längst Roboter die Post wiegen, sortieren und verladen, bleibt das Entladen von Seecontainern bis heute eine Aufgabe für menschliche Hände. Die Arbeit an der Rampe ist nicht nur monoton und findet meist in unklimatisierter Umgebung statt, sondern belastet vor allem den Körper, wenn z.B. Kaffee- oder Kakaosäcke bis 69 kg Gewicht als loses Stückgut verladen werden.

Ein neu entwickelter Packroboter des Bremer Institutes für Produktion und Logistik (BIBA) soll in Zukunft die Arbeitsbedingungen am Containerhafen verbessern und die Effizienz beim Entladen von Containerfracht erhöhen. Die Herausforderung bestand für die Entwickler darin, dem „Interaktiven Robotiksystems zur Entleerung von Seecontainern“ (IRiS) die anspruchsvolle Aufgabe des Containerentladens beizubringen. Gängige Industrieroboter, die über wenig eigene Intelligenz verfügen und fest definierte Bewegungen in regelmäßigen Intervallen vollziehen, eignen sich kaum für den komplexen Prozess. Während ein menschliches Auge in Sekundenschnelle nach Öffnen des Containers die im Innern befindliche Lage erfasst, nutzt der Roboter dazu eine Objekterkennung, die auf Daten aus 2D- und 3D-Bildverarbeitung basiert. Diese Komponenten werden mit Techniken des maschinellen Lernens kombiniert, sodass bereits vor dem Ladeprozess der Inhalt eines Containers analysiert und das Entladen im Voraus koordiniert werden kann. Anschließend fällt das System die Entscheidung, ob ein Container vollautomatisch entladen werden kann oder der Roboter dazu manuell vom Leitstand aus gesteuert werden muss.

Das dreijährige Projekt zur Entwicklung des  „Interaktiven Robotiksystems zur Entleerung von Seecontainern“ (IRiS) soll 2019 im ersten Einsatz des Roboters gipfeln. Bis dahin beträgt der finanzielle Gesamtumfang etwa 3,16 Millionen Euro;  2,2 Millionen Euro davon stammen als Fördergelder vom Bundesverkehrsministerium. Der TÜV Rheinland fungiert als Projektträger, die BLG Handelslogistik als Verbundkoordinator.

Laut den Entwicklern wird sich der Roboter in der Praxis zwischen mehreren Toren bewegen können und in die Container hineinfahren, sobald es die fortschreitende Entleerung zulässt. Zum Heben des Frachtgutes verfügt er über ein neuartiges Kinematik- und Greifsystem. Die mobile Einheit soll damit in verschiedenen Häfen einsetzbar sein, ohne dass erhebliche Anpassungen in der Infrastruktur nötig sind.

Für die reibungslose Koordination mit den menschlichen Arbeitskräften sorgen speziell entwickelte Interaktionsschnittstellen. Nutzerspezifische und intuitive Interaktionsmodule gestatten auch Mitarbeitern ohne Programmierkenntnisse eine Steuerung des Packroboters. Monitoringsysteme erlauben die einfache Überwachung der Performance und der korrekten Funktionsweise unabhängig vom Aktionsort der Roboter von einem zentralen Leitstand aus. Da von dieser Stelle auch Störungen ohne großen Aufwand behoben werden können, fällt das Risiko kostenintensiver Systemstillstände gering aus.  [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1524485164649{padding-top: 8px !important;padding-bottom: 8px !important;}“][vc_column][cb_call_to_action size_left=“5″ size_right=“5″ heading=“Container für Ihr Projekt gesucht?“ subheading=“Fragen Sie uns gerne unverbindlich und kostenfrei an“ button_text=“Jetzt Angebote erhalten“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Die Konstruktion, Komponentenfertigung und die Inbetriebnahme von IRiS unterstützen zwei spezialisierte Unternehmen. So entwickelte SCHULZ Systemtechnik aus Bremen einen digitalen Zwilling des Roboters, an dem einzelne Elemente vor der Realisierung simuliert und virtuell getestet werden. Forschung und Entwicklung des Systems kann auf diese Weise ressourcenschonend stattfinden. FRAMOS aus Taufkirchen lieferte die hochspezialisierte Technik zur Bildverarbeitung, die dem Roboter das Erkennen der Packsituation im Container ermöglicht.

Die Projektleitung bei BLG Logistics äußert sich zuversichtlich mit IRiS bereits 2019 die verlässliche Zusammenarbeit von Mensch und Maschine demonstrieren zu können. Der Roboter soll ab diesem Zeitpunkt als mobile und bedienerfreundliche Lösung den letzten nicht automatisierten Prozess der inzwischen hochtechnisierten Transportketten übernehmen. Bislang arbeiten nur wenige Hafenbetreiber mit den vorhandenen automatischen Entladesystemen, da sie stationär verankert und durch ihre Größe unflexibel sind.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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Andreas Atrott
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Megafrachter kommt nach Hamburg

Containerriese CMA CGM Antoine des Saint Exupéry erstmals im Hamburger Hafen

Mitte März 2018 lief der Containerriese CMA CGM Antoine de Saint Exupery auf seiner Jungfernfahrt den Hamburger Hafen an. Das erst im Februar vom Stapel gelaufene Frachter ist mit 400 Metern Länge und 59 Metern Breite eines der sieben größten Containerschiffe der Welt und das größte, das je unter französischer Flagge fuhr. Die CMA CGM Antoine de Saint Exupery ist dabei länger als vier Fußballfelder und größer als das Empire State Building und der Eiffelturm.

Die Ladekapazität beläuft sich auf 20.776 TEU: Hintereinandergestellt würde dies eine 123 km lange Reihe von Seecontainern ergeben. Das Schiff bedient die French Asia Line 1, die längste Seehandelsroute der Welt zwischen Asien und Nordeuropa.

Auf seiner ersten Reise nach Hamburg hat der Containerriese aus Asien 7.000 Container mit Elektronik, Textilien und anderen Konsumgütern mitgebracht. Geladen wurden am Hamburger Burchardkai 4.500 Container, unter anderem mit Chemikalien und Maschinenteilen. 

Die Ankunft des Containerriesen fällt in ein historisches Jahr. Denn vor rund 50 Jahren legte das erste Vollcontainerschiff im Elbhafen an: die American Lancer, die mit ihren 1.200 Stellplätzen für 20-Fuß-Standardcontainer heute allenfalls im Feederverkehr eingesetzt würde, nicht aber auf transatlantischen Routen.

Und während 1950 18 Schauerleute innerhalb von acht Stunden 80 Tonnen Stückgut entluden, sind es heute in der gleichen Zeitspanne Container mit insgesamt 2.000 Tonnen, verladen von nur neun Mitarbeitern auf der Containerbrücke.

Ein kurzes Video zur CMA CGM Antoine de Saint Exupéry im Hamburger Hafen finden Sie hier:

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Containerumschlag im Hamburger Hafen stagniert

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Containerumschlag im Hamburger Hafen stagniert im ersten Halbjahr 2017

Quelle und Originaldatei: hafen-hamburg.de

Der leichte Aufwärtstrend im Containerumschlag am Hamburger Hafen – ein Plus von 1,0 Prozent im Jahr 2016 – konnte sich nicht fortsetzen. Im ersten Halbjahr 2017 verblieb der Umschlag von containerisiertem Stückgut mit 4,45 Millionen Standardcontainern (TEU) auf Vorjahresniveau.

Zwar entwickelte sich der Umschlag beladener Boxen positiv (3,8 Millionen TEU/+0,3 Prozent). Der Leercontainerumschlag war jedoch rückläufig (622.000 TEU/-3,2 Prozent). Der Grund, so Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V.: „Dass Reedereien Leercontainer aus Gewichtsgründen eher über andere Häfen routen hängt unter anderem damit zusammen, dass Großcontainerschiffe wegen der noch nicht realisierten Fahrrinnenanpassung der Elbe nicht optimal ausgelastet Hamburg anlaufen können. Bei vollzogener Fahrrinnenanpassung können Großcontainerschiffe je Anlauf zusätzlich 1.600 und mehr Container (TEU) nach Hamburg bringen und beim Verlassen des Hafens mitnehmen.“

Quelle und Originaldatei: hafen-hamburg.de

HHLA mit 12 Prozent Plus, deutliche Verluste bei Eurogate

Der weltweite Wandel in der Containerschifffahrt hatte dabei unmittelbare Auswirkungen auf die beiden großen Hamburger Containerterminalbetreiber Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und Eurogate GmbH & Co. KGaA, KG. Konsolidierungen, Fusionen und Übernahmen von Reedereien haben zu neuen Allianzen und zu neuen Fahrplänen geführt. Das Ergebnis: Eurogate, Europas größtes reedereiunabhängige Containerterminal- und -logistikunternehmen, musste erhebliche Verluste hinnehmen.

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=“.vc_custom_1517757318642{border-bottom-width: 5px !important;padding-top: 5px !important;padding-bottom: 5px !important;}“][vc_column][cb_call_to_action size_left=“5″ size_right=“3″ heading=“Container für Ihr Projekt gesucht?“ subheading=“Unverbindliche Beratung + wirtschaftliches Angebot vom Containerprofi“ button_text=“Jetzt Kontakt aufnehmen“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]An den Containerterminals der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) wurden dagegen im ersten Halbjahr 2017 rund 3,6 Millionen Standardcontainer (TEU) umgeschlagen – ein Plus von rund 12 Prozent im Vorjahresvergleich. HHLA nennt zwei wesentliche Gründe für diesen Aufwärtstrend: Den deutlichen Anstieg im Asienhandel und die Erholung der Feederdienste im Ostseeraum nach den teils erheblichen Einbrüchen der Vorjahre. So legten nach Angaben der HHLA die Asienverkehre um rund 16,1 Prozent, die Zubringerverkehre sogar um 22,4 Prozent zu.

Allerdings konnten diese Wachstumsraten die Eurogate-Verluste am Hamburger Hafen nicht ausgleichen. Und auch die anderen deutschen Nordrange-Häfen – Bremen/Bremenhaven und Wilhelmshaven – verzeichneten einen rückläufigen Containerumschlag. Damit fielen die deutschen Seehäfen weiter hinter die niederländischen Nordrange-Häfen Rotterdam und Antwerpen zurück. In Rotterdam wurden im ersten Halbjahr 2017 rund 6,66 Millionen TEU umgeschlagen (+9 Prozent). Antwerpen legte um rund 2 Prozent auf 5,14 Millionen zu.

Der Hamburger Hafen ist mit rund 9.000 Schiffsanläufen pro Jahr der größte Seehafen Deutschlands und gilt zugleich als Eisenbahnhafen Europas. Mehr als 2.300 Güterzüge pro Woche beginnen oder enden im Hafen der Hansestadt. 2016 wurden im Hamburger Hafen rund 8,9 Millionen TEU umgeschlagen. Damit ist Hamburg der drittgrößte Containerhafen Europas nach Rotterdam und Antwerpen und auf Platz 17 weltweit.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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Weltweiter Anstieg der Containerpreise

Sind die Schnäppchenzeiten vorbei? Seecontainer werden teurer

Wer die Marktpreise für Seecontainer über einen gewissen Zeitraum beobachtet, der weiß: Die Preise können stark schwanken, je nach weltwirtschaftlicher Nachfragesituation. Doch eines hat sich im Jahresverlauf 2017 geändert. Trotz aller Volatilität weist der Preistrend aufwärts. Insbesondere neuwertige Container, die nur eine Seereise von China nach Europa zurückgelegt haben, erzielen Rekordpreise. So wurden laut Nachrichtendienst Bloomberg bereits im Juni 2017 für neue 20-Fuß-Container bis zu 69 % mehr bezahlt als noch 2016.

Der Hintergrund: Neue Ökosteuer in China

90 % aller Seecontainer stammen aus China. Zum Januar 2018 tritt in der Volksrepublik eine neue Ökosteuer zur Emissionsreduzierung in Kraft, die sich unerwartet tiefgreifend auf die Seecontainer-Fertigung auswirkt.

Denn die bisher vorwiegend verwendeten ölbasierten Containerfarben gelten nicht nur als gesundheitsschädlich. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen verstärken sie auch den Treibhauseffekt. Werften verwenden daher im Schiffsbau bereits seit 2008 zunehmend Anstriche auf Wasserbasis. Seit 2016 greifen auch die Containerhersteller diesen Trend auf und stellen ihre Fertigung um, um den neuen gesetzlichen Anforderungen zu genügen.

Das Ergebnis: Laut Teo Siong Seng, CEO des zweitgrößten Containerherstellers der Welt Singamas Container Holding Ltd., sind bis zu 70 % der Fertigungsanlagen für Seecontainer derzeit nicht im Betrieb, sondern werden für die Verwendung der neuen Farben umgerüstet. Da die Nachfrage natürlich nicht in gleichem Maße gesunken ist, sorgt dies für teils erhebliche Preissteigerungen.

20 Stunden statt 4 Stunden Trocknungsdauer

Und auch nach der Umrüstung werden die Containerpreise nicht auf die vorherigen Tiefstände sinken. Denn die neuen, wasserbasierten Farben sind nicht nur teurer und weniger effizient in der Anwendung, sie benötigen auch länger zum Trocknen. So trocknet ein 20-Fuß-Container, der mit herkömmlichem Ölanstrich versehen ist, etwa 4 Stunden. Bei Farben auf Wasserbasis sind es 20 Stunden – ein bedeutender Unterschied, der die Fertigungskosten nachhaltig erhöht und so auch mittelfristig zu einem höheren Preisniveau führen dürfte. Laut Marktexperte Teo Siong Seng werden Käufer mit Mehrkosten von 150 bis 200 USD pro Container rechnen müssen.

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Kontaktieren Sie uns unter +49 (0) 40 22 89 79 30. Wir beraten Sie gern.

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Maersk – Schaden durch Hackerangriff

Containerreederei Maersk Line: Bis zur 300 Millionen Euro Schaden durch Trojanerattacke

Unbekannte haben Ende Juni 2017 massiv in die Computersysteme der weltgrößten Containerreederei Maersk Line eingegriffen. Eine Schadsoftware sorgte unter anderem für wochenlange Ausfälle von Containerterminals in mehreren Häfen und verursachte nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel einen geschätzten Schaden von 200 bis 300 Millionen US-Dollar.

Maersk Line, die zur dänischen A. P. Moeller-Maersk Group gehört, zählt mit einer Flottenkapazität von 3,5 Millionen TEU – 16,7 % der weltweit verfügbaren Tonnage – und rund 30.000 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Marktteilnehmern im internationalen Handel. Im Mai 2017 hatte Maersk Line die Hamburger Traditionsreederei Hamburg Süd für rund 3,7 Milliarden Euro von der Dr. Oetker Gruppe erworben.

Maersk Line war dabei nur eines von zahlreichen Unternehmen weltweit, die von der aktuellen Cyberattacke betroffen waren. Auch  der Nivea-Hersteller Beiersdorf, der größte russische Ölproduzent Rosneft, der US-Pharmakonzern Merck, die französische Staatsbahn SNCF und der weltweit drittgrößte Nahrungsmittelhersteller Mondelez meldeten Hackerangriffe. Besonders stark betroffen war die Ukraine. Flughäfen, Banken, darunter die Zentralbank, sowie zahlreiche Unternehmen und Institutionen wurden Opfer der Malware. Sogar die Strahlenmessungen am ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl musste nach einem Computerausfall manuell durchgeführt werden. Insgesamt  rund 18.000 Infektionen in mehr als 60 Ländern wurden identifiziert.

Anders als beim Trojaner WannaCry Mitte Mai 2017 handelte es sich Experten zufolge bei der Schadsoftware nicht wie zuerst angenommen um eine Variante der Ransomware Petya. Der Trojaner, der in bewusster Abgrenzung NotPetya  genannt wird und unter anderem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als deutlich gefährlicher eingestuft wird als WannaCry, tarnt sich nur als Erpressungssoftware. Statt Daten zu verschlüsseln und gegen Lösegeld freizugeben, werden diese im Hintergrund gelöscht. Das Ergebnis derartiger Cyberattacken: Chaos bei den betroffenen Firmen durch Blockaden und Störungen von Produktions- und Betriebsabläufen, bis die Daten wieder hergestellt sind – und das kann Wochen dauern. So wie bei Maersk Line.

Bild: Nikolaj F. RasmussenCC BY-NC-ND 2.0

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Bald Frachtschiffe unter Amazon-Flagge?

PwC-Reederstudie: Frachtschiffe unter Amazon-Flagge

Die deutsche Seeschifffahrt steht vor zahlreichen Herausforderungen – nicht allein aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks und der weiterhin oft nicht kostendeckenden Charterraten. So sieht die überwiegende Mehrheit der deutschen Reedereien die fortschreitende Digitalisierung als zentrales Thema der kommenden Jahre, so das Ergebnis der aktuellen Reederstudie 2017 des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

84 Prozent der Befragten gehen laut PwC davon aus, dass Schiffstransporte zunehmend über Online-Portale gebucht werden – und diese Buchungsmöglichkeit auch von den Kunden erwartet wird. Auch ein vereinfachtes GPS-Tracking einzelner Container – online für jedermann – und die (weitere) Digitalisierung von Logistikprozessen sind Anzeichen der fortschreitenden Digitalisierung der Seeschifffahrt.

Jedoch sehen sich nur 57 Prozent der befragten Reedereien gut gerüstet für die digitale Zukunft. Dagegen halten 16 Prozent die Digitalisierung für überbewertet, 10 Prozent erkennen sogar gar keinen Einfluss auf ihr Geschäftsmodell. Die technologieaffinen Marktteilnehmer streben dabei häufiger nach einer Führungsrolle in einer intermodalen Transportkette verschiedener Logistikdienstleister (29 Prozent), planen weniger oft einen Zusammenschluss mit einem Wettbewerber (39 Prozent versus 47 Prozent) und wollen nur selten ihre Flottengröße reduzieren (7 Prozent versus 18 Prozent).

Interessant: 25 Prozent der deutschen Reeder sind der Ansicht, dass Online-Versandriesen wie Amazon.com Inc. zukünftig eine eigene Seeschiffflotte unterhalten werden. Als Amazon 2016 erstmals entsprechende Pläne verkündet und die Weichen für eigene Containerverkehre von China in die USA gestellt hatte, rechneten nur 12 Prozent der Befragten der PwC-Reedereistudie mit Schiffen unter Amazon-Flagge.

Bild: cuxclipperCC BY-ND 2.0

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Buss-Gruppe übernimmt Seecontainer von Magellan

Buss-Gruppe übernimmt rund 112.000 Seecontainer von der insolventen Magellan Maritime Services

Die Buss-Global-Gruppe, ein Schwesterunternehmen des Hamburger Investmenthauses Buss-Capital-Gruppe, hat mit Wirkung zum August 2017 über ihr Tochterunternehmen MCM Marine Container Management LP insgesamt rund 122.000 Kühl- und Standard-Seecontainer von der insolventen Magellan Maritime Services (Magellan-Gruppe) übernommen.

Magellan Maritime Services konzipiert und vermarktet Containerinvestments für private Anleger und musste im Juni 2016 Insolvenz anmelden. Etwa 9.000 Anleger hatten dabei rund 350 Millionen Euro in Magellan-Container für die Vermietung an Reedereien, Logistikunternehmen und andere Nutzer investiert. Der Verkauf der Container erzielte nach Angaben des manager-magazin160 Millionen Euro plus einer möglichen Erfolgsprämie von bis zu 15 Millionen US-Dollar.

Buss Capital ist die deutsche Marktführerin im Bereich geschlossener Containerinvestments und hat insgesamt 56 Containerfonds platziert. Ihre Schwestergesellschaft Buss Global Holdings zählt weltweit zu den größten reedereiunabhängigen Eigentümern von Seecontainern. Mit dem Kauf der Magellan-Container ist die Containerflotte von Buss Global auf rund 750.000 TEU gewachsen.

Das Management der neu erworbenen Container übernimmt die börsennotierte Textainer Group Holdings Ltd., eine der größten Containerleasinggesellschaften der Welt.  Textainer, gegründet 1979, managt heute mehr als 3 Millionen TEU und bedient international rund 400 Kunden, darunter alle bedeutenden Linienreedereien der Welt. Zudem ist Textainer einer der weltgrößten Gebrauchtcontainerhändler und veräußert jährlich über 100.000 Gebrauchtcontainer am Zweitmarkt.

Bild: Buss Capital GmbH & Co. KG

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Europaletten im Container – der Pallet Wide

Darf´s ein wenig mehr sein? Frachtcontainer für Euro-Paletten

Eine Besonderheit des europäischen Logistikmarktes sind die so genannten Pallet Wide (PW) Container, die im 40-Fuß-Standardmaß Stauraum für 30 statt 25 Euro-Paletten bieten – bei exakt denselben Außenabmessungen wie ein Standard-Seecontainer: ein erheblicher Kosten- und Zeitvorteil. Denn bei optimaler Ausnutzung der Ladekapazität lässt sich so jeder sechste Transport – ob per Schiff oder LKW – einsparen.

Pallet Wide Container, teils auch als Binnencontainer bezeichnet, kommen nahezu ausschließlich im europäischen Transportmarkt zum Einsatz. Ihre Besonderheit: Während ein Standard-Seecontainer einen Innenraum in der Breite 2,348 m aufweist, ist ein Pallet Wide Container 2,438 m breit wenige Zentimeter, die jedoch signifikante Auswirkungen haben.

Denn der auf den ersten Blick nur geringfügig größere Innenraum bietet Platz für zwei Euro-Paletten nebeneinander. Damit passen in einen 40-Fuß-Container Pallet Wide (PW) fünf Euro-Paletten mehr als in einen 40-Fuß-ISO-Container (30 statt 15). Im Vergleich zum 20-Fuß-Seecontainer können vier Euro-Paletten mehr verstaut werden (15 statt 11), im Vergleich zum 45- Fuß-Seecontainer sieben (33 statt 27). Das bedeutet, dass bei 40-Fuß-Containern jeweils jede sechste Fahrt eingespart werden kann. Bei 20-Fuß-Containern wird in etwa jede vierte Fahrt überflüssig, bei 45-Fuß-Container ist es ebenfalls etwa jeder sechste Transport.

Da die Außenabmessungen mit denen eines ISO-Seecontainers identisch sind, ist zudem eine Nutzung der regulären Containerterminals in Häfen und Umladestationen des Kombinierten Verkehrs problemlos möglich. Eine Zusatzausrüstung zum Be- und Entladen ist – anders als bei Sondermaßen wie dem amerikanischen Containertyp 53 Fuß – nicht notwendig.

Mindestens ebenso wichtig: Seecontainer stellen größere Ansprüche an die Ladungsverteilung als herkömmliche Frachtcontainer, die allein auf der Straße transportiert werden. Während LKW-Ladung meist nur nach vorn und zur Seite gegen Verrutschen beim Brems- und Ausweichmanövern gesichert werden muss, ist die Ladung eines Seecontainers nach allen Seiten zu sichern. Denn ein Schiff auf See bewegt sich auch zu allen Seiten. Verrutscht die Ladung, kann dies schlimmstenfalls zur Havarie des Containers und damit dem Verlust des gesamten Inhalts führen.

Herkömmliche ISO-Container, die sich nicht passgenau mit Euro-Paletten beladen lassen, werden daher in der Regel in Blocks von fünf Containern beladen, die sich gegenseitig stützen. Dies führt zwangsläufig zu zahlreichen Zwischenräumen und eine insgesamt deutlich verminderte Raumausnutzung und Ladekapazität.  Ein 40-Fuß-Container PW ermöglicht dagegen eine optimale Ausnutzung des Platzangebots, das sich die Euro-Paletten nebeneinander stellen lassen. So ist die Ladung automatisch auch gegen Verrutschen gesichert.

Übrigens: Auch Kühlcontainer gibt es in der Pallet-Wide-Variante, optimal für den Transport von Gemüse, Fisch und anderen Lebensmitteln auf Euro-Paletten, die dann direkt aus dem Container per Gabelstapler aus- und umgeladen werden können. PW-Reefer kommen insbesondere im Short Sea Shipping innerhalb Europas und von und nach Nordafrika zum Einsatz, beispielsweise bei der OPDR Oldenburg-Portugiesische Dampfschiffs-Rhederei, die zur drittgrößten Containerreederei der Welt CMA CGM Group gehört, oder beim niederländischen Logistikdienstleister Samskip Multimodal B.V.

Bild: BiERLOS a.k.a. photörhea CC BY-NC-ND 2.0

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Es geht aufwärts in der Containerschifffahrt

Hapag-Lloyd: Es geht aufwärts in der Containerschifffahrt

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd blickt optimistisch in die Zukunft. Nach nahezu einem Jahrzehnt turbulenter Schifffahrtsmärkte befinden sich die Frachtraten wieder im Aufwind.

Seit rund einem Jahr entwickeln sich die Frachtraten in der Containerschifffahrt wieder aufwärts. Grund für die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Zwar reicht die Erholung bisher nicht aus, um die gestiegenen Treibstoffkosten aufzufangen. Noch im vergangenen Jahr brach daher der Gewinn des Unternehmens um 66 % auf rund 126 Millionen Euro ein. Für 2017 rechnet Hapag-Lloyd-CEO Rolf Habben Jansen – vor dem Hintergrund des anhaltendem Aufwärtstrends bei den Frachtraten – jedoch mit einem Anstieg des Betriebsgewinns.

Hapag-Lloyd ist die fünftgrößte Containerreederei der Welt und verfügt laut Branchendienst Alphaliner über eine Flottenkapazität von rund 1,5 Millionen TEU (Marktanteil 7,2 %). Zum Vergleich: Die Flotten der Branchenriesen APM-Maersk und MSC Mediterranean Shipping Company umfassen eine Tonnage von 3,4 Millionen TEU bzw. 2,1 Millionen TEU (16,3 % bzw. 14,5 % Marktanteil).Um sich in der stark umkämpften Containerfahrt weiterhin erfolgreich am Markt behaupten zu können, fusionierte Hapag-Lloyd dabei Ende Mai 2017 mit dem arabischen Wettbewerber United Arab Shipping Company  (UASC). Bereits Ende 2014 hatte die größte deutsche Reederei die chilenische CSAV  übernommen, um ihre Südamerikaverkehre zu stärken.Weitere Übernahmen sind nicht ausgeschlossen, so Habben.

Bild: penjelly CC BY-ND 2.0

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60 Prozent mehr Volumen: Container im 53-Fuß-Maß

60 Prozent mehr Volumen, 40 Prozent mehr Stellfläche: Frachtcontainer im 53-Fuß-Maß

Überlange Frachtcontainer im 53-Fuß-Maß sind in den USA und Kanada weit verbreitet. In Deutschland ist dieses Sondermaß dagegen fast gar nicht zu finden. Dabei bietet es erheblich mehr Platz ein 40-Fuß-Standardcontainer: ideal für die Bereitstellung von Lagerflächen oder die Umnutzung zum Wohncontainer. Doch der Containerverkehr lebt von seiner Standardisierung – und hier kann der 53-Fuß-Container als Frachtcontainer nicht punkten: zu hoch, zu lang, zu breit für europäische Terminals und Umladestationen. Aus dem Güterverkehr auf dem nordamerikanischen Kontinent ist er jedoch nicht wegzudenken.

TEU und FEU Seecontainer in den Standardmaßen 20 Fuß, 40 Fuß und die zugehörigen Hochbauvarianten (High Cube) – sind die häufigsten und bekanntesten Frachtcontainer. Auch 10-Fuß-Stahlboxen sieht man regelmäßig, allerdings seltener im Güterverkehr und häufiger als Allzweck-, Lager- und Bürocontainer beispielsweise auf Baustellen und Werksgeländen. Frachtcontainer im 53-Fuß-Maß gibt es in Deutschland und Europa dagegen gar nicht. Im internationalen Seeverkehr kommen sie nur auf sehr wenigen Routen zum Einsatz. In den USA und in Kanada dagegen ist der größte aller ISO-Container sehr gefragt und weit verbreitet. Hier werden sie vor allem im Binnenverkehr eingesetzt.

Ihre Besonderheit: Für besonders effiziente Güterverkehre auf der Schiene sind 53-Fuß-Container auf speziellen Bahnwaggons zweifach stapelbar. Denn anders als man es vielleicht erwartet, erfolgen in den USA mehr als 40 Prozent aller Gütertransporte nicht auf der Straße, sondern auf der Schiene (Deutschland rund 20 Prozent). Da man Güterzüge aus technischen Gründen nicht beliebig verlängern kann, liegt es auf der Hand, einfach größere und stapelbare Container zu verwenden, um mehr „Corn, cars and coal“ („Mais, Autos und Kohle“ – Finanzguru Warren Buffett über Güterbahn-Investments quer über den Kontinent zu transportieren.

53-Fuß-Container sind dabei nicht nur erheblich länger als ein 40-Fuß-Container (16,15 m statt 12,19 m Länge), sondern werden grundsätzlich als High Cubes gefertigt. Sie sind somit etwa 2,90 m hoch – genau einen Fuß bzw. rund 30 cm höher als das Standardmaß. Auch innen verfügen sie über mehr Platz als TEU und FEU. Wie die nur im europäischen Markt vertretenen Pallet Wide Container bieten sie Stellfläche für zwei Europaletten nebeneinander – wenn es diese denn in den USA gäbe.

Insgesamt liegt das Volumen eines 53-Fuß-Containers etwa 60 Prozent über dem eines 40-Fuß-Containers: interessant nicht nur für Transport und Lagerung, sondern auch bei Umnutzungen zum Wohn- oder Bürocontainer. Denn auch die Stellfläche innen liegt mit 41,82 m2  erheblich – rund 12,1 m2 bzw. 40,7 Prozent – über der eines FEU (29,72 m2).

Wichtig: In Nordamerika kommen überwiegend Fracht- und Lagercontainer im 53-Fuß-Maß zum Einsatz, die in ihrer Stabilität nicht den – auf die hohen Belastungen des Seeverkehrs ausgelegten – ISO-Normen entsprechen. Voll belastbare 53-Fuß-Seecontainer hat beispielsweise die Containerreederei APL seit 2007 für ihre USA-China-Verkehre eingesetzt, 2013 aber wieder Abstand davon genommen.

Zu groß waren offenbar die Schwierigkeiten, die sich aufgrund der Sondermaße beim Be- und Entladen der Schiffe ergaben. Schließlich lebt der Containerverkehr von der Standardisierung.

Entsprechend schwierig ist es, außerhalb der USA und Kanadas einen 53-Fuß-Container zu erwerben. Wenn man jedoch über eine Umnutzung nachdenkt und sich ein wenig mehr Platzangebot wünscht, lohnt in jedem Fall ein gezielter Blick in den Containermarkt – oder ein weiter Lieferweg.

Bild: Kcida10 Lizenz CC BY-SA 3.0

Über den Autor

Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Der erste Schiffstunnel der Welt

Norwegen beschließt Bau des Stad Skipstunnel

Der erste Schiffstunnel der Welt wird Wirklichkeit. Bis 2023 will Norwegen einen Tunnel durch die Halbinsel Stadlandet bauen, der sowohl für die Post- und Passagierschiffe der Hurtigruten, als auch für kleinere Frachter befahrbar sein soll. So soll nicht nur die Zeit für die Umfahrung der Halbinsel eingespart werden, sondern vor allem das Risiko von Havarien vermindert werden. Die Passage soll für die Schiffe kostenfrei sein.

Die norwegische Regierung hat den Bau des weltweit ersten Tunnels für Seeschiffe beschlossen. Der so genannte Stad Skipstunnel soll das Moldefjord bei Eide mit dem Vanylvsfjord bei Kjode verbinden. ie Planungen laufen bereits seit 2015. Jetzt soll der Bau des Tunnels begonnen und innerhalb von vier Jahren abgeschlossen werden. Die Kosten belaufen sich auf voraussichtlich rund 300 Millionen Euro. Ursprünglich waren 115 Millionen Euro projektiert.

Der Hauptgrund für den Bau liegt in den Gefahren, die eine Umrundung der Halbinsel Stadlandet gerade für kleinere und mittelgroße Schiffe mit sich bringt. Das Nordmeer vor dem Stadtlandet, das der Island nächstgelegene Teil des europäischen Kontinents ist, gilt als besonders gefährliches Fahrgebiet entlang der über 2.700 km langen norwegischen Westküste. Fast ein Drittel des Jahres herrschen extreme Winde und Strömungen mit schwer schiffbaren Kreuzseen vor . Insgesamt 56 Schiffe sollen vor der Halbinsel auf dem Meeresgrund liegen. Allein seit 1945 verloren 33 Menschen bei 46 Havarien hier ihr Leben. Im Dezember 2003 entging die vollbesetzte MS Midnatsol, das größte Hurtigruten-Postschiff (1.000 Passagiere bei normaler Küstenfahrt) , nur knapp einer Katastrophe. 2011 verunglückte beinahe der Frachter MS Molo Trader nach einem Motorschaden in schwerer See.

Die geplanten Abmessungen des Tunnels betragen rund 49 m in der Höhe (12 m Wassertiefe plus 37 Meter Durchfahrtshöhe) sowie 30 m (Breite der Fahrrinne: 26,5 m). Damit ist der 1.700 m lange Tunnel groß genug für Schiffe mit maximal 16.000 BRT (Bruttoregistertonnen) wie beispielsweise die Post- und Passagierschiffe der HurtigrutenZum Vergleich: Ein Kreuzfahrtschiff wie die MS TUI Mein Schiff 2 hat rund 77.000 BRT. Auch für kleinere Frachter und Containerfeeder mit rund 500 bis maximal 800 TEU Ladekapazität ist der Tunnel befahrbar. Bis zu 120 Schiffe täglich sollen den Tunnel passieren können. Da ein Begegnungsverkehr aufgrund der schmalen Fahrrinne nicht möglich ist, sollen Schiffe nach Anmeldung Zeitfenster für die Passage zugewiesen bekommen. Die Durchfahrt wird dabei bei einer Geschwindigkeit von etwa 8 Knoten rund zehn Minuten dauern.

Technisch ist der Bau des Stad Skipstunnel vergleichsweise einfach. So werden voraussichtlich Sprengungen und Tunnelbohrmaschinen eingesetzt, ähnlich wie beim Bau des Gotthardt-Tunnels, des längsten Eisenbahntunnels der Welt. Eine Refinanzierung der Baukosten über eine Durchfahrtspauschale soll nicht erfolgen. Laut Norwegens Transportminister Ketil Solvik-Olsen fallen für die Passage keine Kosten an.

Bilder: Kystverket/Snøhetta

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Andreas Atrott
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Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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