Containerüberdachungen – welche Varianten gibt es und wie kann man sie am besten nutzen?
Auf der Baustelle, im Garten oder am Strand – Schiffscontainer schaffen flexible Raumlösungen für Büros auf Zeit, zusätzliche Abstellfläche oder Event-Gastronomie. Willst du ihre Nutzungsfläche mit wettergeschützten Outdoor-Bereichen erweitern, kannst du spezielle Überdachungen zwischen zwei oder mehr Containern aufspannen. Welche Optionen für Containerüberdachungen auf dem Markt sind, welchen Zweck sie erfüllen können und ob es sich lohnt, ein Containerdach selbst zu bauen – all das erfährst du hier:
Containerdach aus Stahl – robust und simpel in der Montage
Zwei 20-Fuß-Container, die parallel im Abstand von vier Metern stehen, bilden hier die Basis des Dachs. Zwischen beiden Boxen überspannt ein Flachdach aus Stahl den 4 x 6 Meter großen Innenraum. Für die Konstruktion werden Stahlträger als Dachbalken mit speziellen Klammern an den oberen Kanten beider Container fixiert. Auf den Stahlträgern verschraubte Trapez-Stahlbleche bilden schließlich die Dachdeckung. Optional kannst du ein Containerdach aus Stahlblech auch mit einer Rückwand aus demselben Material erweitern. In Kombination mit einer zusätzlichen Vorderwand aus PVC-Plane mit Rolltor entsteht ein komplett wind- und wettergeschützter Raum, der z.B. als Garage für Baufahrzeuge, Gabelstapler ect. dienen kann.
Containerzelte – viel Platz unter der Plane
Brauchst du mehr Fläche oder lichte Höhe im überdachten Raum zwischen zwei Containern, kann ein Containerzelt die passende Lösung bieten. Hier bildet eine stabile Konstruktion aus Stahlrohren das Gerüst, das mit einer belastbaren PVC-Plane (300 bis 600 g pro m²) überspannt wird. Das Stahlskelett der Zeltkonstruktion erhältst du als Bausatz zum zusammenschrauben. Fixiert wird es an den Twist-Lock-Eckbeschlägen und den oberen Stahlkanten der Container.
Containerzelte gibt es als Rundbogen-Konstruktion und als Satteldach. Sie können Flächen bis zu 10 mal 12 Metern überspannen. Durch ihre Form als Rundbogen oder Satteldach gewinnt der Innenraum an Höhe: Zur Wandhöhe von 2,6 bei Standard-Containern bzw. 2,9 Metern beim High-Cube-Container addieren sich bis zu 3,6 Meter Firsthöhe der Zeltkonstruktion. Containerzelte eignen sich somit auch als Unterstand für große Baufahrzeuge oder LKW.
Falls noch mehr Raumbedarf besteht, lassen sich die Container-Paare mit Zwischenzelt aneinanderreihen, sodass sie einen beliebig langen Containerzelt Tunnel bilden. Oder du stellst Container – Zelt – Container – Zelt usw. in wechselnder Abfolge auf, bis der Raumbedarf gedeckt ist.
Verwendungszwecke einer Überdachung für Container
Das Dach zwischen zwei Schiffscontainer kommt oft in einem dieser Bereiche zum Einsatz:
Gastronomie: Container-Strandbars und Street-Food-Container können per Containerzelt überdachte Außenbereiche schaffen, in denen Gäste auch bei schlechtem Wetter gern verweilen.
Events: Ein Containerdach schützt kleinere Bühnen für Musikauftritte, Comedy- oder Redebeiträge vor plötzlichen Regenschauern, sodass Instrumente und technisches Equipment garantiert keinen Schaden nehmen.
Messen: Große Containerzelte sind ein echter Eye-Catcher. Wenn sie sich zwischen zwei Containern aufspannen, deren Außenhülle im Corporate Design gestaltet wurde, entsteht ein individueller Messestand, der im Gedächtnis bleibt.
Garage: Ob Motorrad, Wohnmobil oder Oldtimer – zwischen zwei Containern kannst du mit dem passenden Dach schnell eine Garage für die Ruhesaison bauen. Wichtig: Um das Fahrzeug vor Witterungseinwirkungen zu schützen, braucht das Dach eine Rückwand und eine verschließbare Tür.
Baustelle: Hier bieten Containerdächer einen befristeten überdachten Arbeitsplatz, z.B. für das Zusägen von Holz oder für die Arbeit von Steinmetzen.
Tierhaltung: Wer seinen Schafen, Ziegen, Schweinen oder Rindern auf der Weide einen Unterstand bieten will, kann Containerzelte ganz ohne Container aufstellen. Die Zelte mit einer Firsthöhe von 3 Metern werden dabei entweder auf Betonblöcken fixiert oder direkt im Erdboden verankert.
Containerdach selber bauen – ein Terrassenvordach für dein Tiny-House
Du nutzt einen ausgebauten ISO-Container im Garten als Schuppen oder Gartenlaube? Hier wünscht man sich häufig ein Vordach, um während der Outdoor-Saison Regenschutz und kühlen Schatten zu genießen. Für einen einzelnen 20-Fuß-Container können handwerklich begeisterte Laien sogar selbst den Aufbau des Containerdach aus Holz bewerkstelligen. Dafür wird der Dachfirst etwas erhöht auf den Twist-Lock-Eckbeschlägen fixiert und parallel zur oberen Langseite des Containers angebracht. Die Dachbalken des flachen Satteldachs erstrecken sich auf einer Seite über das Containerdach, welches das Ende der Balken trägt. Auf der anderen Seite bilden die Balken das Vordach deiner Terrasse und brauchen gut fundamentierte Pfosten als Traggerüst. Auf passenden Dachlatten kannst du die Konstruktion schließlich mit Trapezblech, Wellplatten aus Kunststoff oder OSB-Platten mit Teerpappe eindecken.
Über den Autor
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
Container Rost vermeiden und entfernen – Tipps zur Pflege und Wartung von Schiffscontainern
Schiffscontainer sind ein Sinnbild für Belastbarkeit: Die Quader aus Trapezblech transportieren tonnenschwere Ladung rund um den Globus, ohne dass man es ihnen schnell ansieht.
Doch wie Superman das Kryptonit fürchtet, hat auch das super beständige Containermaterial Metall eine entscheidende Schwäche: Wasser. Wenn beide Elemente langfristig in Berührung kommen, entsteht Rost und der Stahl zerfällt, bis sogar robuste Stahlkonstruktionen ihre strukturelle Integrität verlieren. Wie schnell Schiffscontainer durch Rost verfallen wie man die Korrosion auf hoher See und an Land verhindern kann, wird im Folgenden beleuchtet:
Rostige Schiffscontainer unter der Lupe: Wie entsteht Rost auf Metall?
Trifft Wasser auf eisenhaltiges Metall wie Stahl, verwandeln sich die Eisenmoleküle in seiner Oberfläche unter Einfluss von Sauerstoff zu Eisenoxid. Im Ergebnis entsteht eine rotbräunliche Schicht aus Eisen(II)-Oxid, Eisen(III)-Oxid und kristallinem Wasser, die man Rost nennt. Problematisch: Rost ist durch seine lockere, molekulare Struktur voluminöser und poröser als sein Grundmetall. Er bröckelt und platzt irgendwann der Oberfläche ab. Auf dem freigelegten, blanken Metall setzt sich der Oxidationsprozess dann fort – im schlimmsten Fall solange, bis kein Material mehr vorhanden ist. Auf diese Weise frisst ein feuchtes Klima über Jahre Rostlöcher in die Karosserien alter Autos. Gebäude aus Stahlbeton können sogar einstürzen, wenn der Bewehrungsstahl im Laufe von Jahrzehnten vollständig verrostet. Doch wie gefährdet sind eigentlich ISO-Container für die Korrosion durch Rostbildung?
Sonderfall: Cortenstahl rostet, trotzt aber lange dem Verfall
Das Containermaterial Cortenstahl wurde eigens für höchste Belastungen im Baubereich entwickelt. Es gilt als korrossionsbeständig (corrosion resistent) und zugfest (tensile strong), weil es aus einer speziellen Legierung besteht. Sie rostet zwar oberflächlich, bildet aber direkt unter der Rostschicht eine dichte Sperrschicht aus Phosphaten und Sulfaten aus, die weitere Korrosion verhindert. Den Effekt kann man etwa bei Skulpturen, Gartendeko oder an Fassaden bewundern – hier entwickelt Cortenstahl über die Jahre gewollt eine rostrote Patina („Edelrost“), die seine Stabilität nicht beeinträchtigt. Warum sollte man also einen Container aus Cortenstahl entrosten?
Container rostfrei halten – 5 praktische Tipps
Im Gegensatz zur Gartendeko aus Cortenstahl muss ein Seecontainer in seinem Leben hohe mechanische Belastungen aushalten: sein Rahmen trägt bei jedem Verladen und Stapeln mehrere Tonnen Ladungsgewicht, an seinen Stahlstreben wird Ladung verzurrt und im Trapezprofil der Wände verkantet man Hölzer, um die Ladung zu sichern. Unter diesen Umständen verwandeln sich Rostflecken irgendwann in kritische Schwachstellen: Die immensen Zugkräfte begünstigen, dass sich selbst in der Schutzschicht von Cortenstahl feine Risse bilden. Hier sickert Wasser tiefer ins Material und setzt den Korrosionsprozess fort. Selbst wenn ein Container nur an Land steht (z.B. als Lagercontainer), können saisonale Temperaturschwankungen, die sein Metall immer wieder ausdehnen und zusammenziehen, über Jahre ähnliche Schadstellen begünstigen.
Die gute Nachricht vorneweg: Wer einen Schiffscontainer regelmäßig wartet, kann mit einer langen Nutzungsdauer rechnen. Die wichtigsten Schritte sind dabei
Container trocken halten
Von der Stahlhülle eines Schiffscontainers braucht man Wasser nicht fernzuhalten – immerhin ist er für Wetter und Wellen auf hoher See gebaut und generell wasserdicht. Allerdings kann sich durch Kondenswasser, das sich an den Innenseiten der Containerwände niederschlägt, durchaus Rost bilden. Bei nicht isolierten Containern sorgen eine hohe Luftfeuchtigkeit im Innenraum in Kombination mit einer schwankenden Außentemperatur schnell dafür, dass bei nächtlicher Abkühlung Kondenswasser als „Containerregen“ im Innenraum heruntertropft. Tipp: Ist das Lagergut feucht oder die Luftfeuchtigkeit hoch, sollte man eine ständige Luftzirkulation gewährleisten, die es erlaubt, das Feuchtigkeit rasch abzieht.
Anstrich regelmäßig erneuern
Wenn der Lack bereits stellenweise von der Außenhaut des Containers abplatzt, sorgt ein neuer Anstrich für den besten Rostschutz. Spezieller Containerlack erfüllt dabei drei Zwecke in einem: Er schützt vor Korrosion, bildet die Grundierung und fungiert gleichzeitig als Decklack in diversen Farben. Hier ist beim Streichen deshalb nur ein Arbeitsgang nötig. Wichtig: Die Containerwand muss vor dem Lackieren frei von losen Farb- und Rostpartikeln sein.
Rost entfernen
Falls der Cortenstahl der Containerwand bereits Rost bildet, sollte er vor einem Neuanstrich gründlich entfernt werden, damit der Lack optimal hält. Bei kleinen Roststellen genügt es, sie mechanisch mit einer Drahtbürste abzuschmirgeln. Wer sehr feine Rostpartikel beseitigen will, bestreicht die Region mit einer Mischung aus gleichen Teilen Essig und Öl. Sie wirkt einige Stunden ein und löst beim kräftigen Abreiben im Anschluss auch feinste Rostteilchen.
Container großflächig von Rost befreien
Sind große Teile der Containerwand verrostet, müssen Maschinen zum Einsatz kommen, mit denen man den Belag großflächig abtragen kann. Profis bearbeiten das Metall vorzugsweise mit einem Sandstrahlgerät – dem Laien steht wahrscheinlich maximal ein Hochdruckreiniger zur Verfügung. Doch auch hier besteht die Möglichkeit, dem Wasserstrahl Schleifmittel beizumischen. Viele Hochdruckreiniger für den privaten oder semi-professionellen Nutzer verfügen über ein Ventil, das bei Bedarf über einen Schlauch Quarzsand einzieht, sodass man den Roststellen am Container mit einer Mischung aus Sand und Wasserdruck zu Leibe rücken kann.
Rostlöcher flicken
Kleine Rostlöcher in der Größe eines 2-Cents-Stück können auch Laien noch in den Griff bekommen: Hier wird der Schaden einfach mit einem geeigneten Produkt verspachtelt (Karosserie- oder Metallspachtelmasse) – je nach Ausmaß des Lochs muss unter Umständen ein Netz eingesetzt werden, um die Masse zu stabilisieren. Größere Rostlöcher muss ein Fachmann schweißen, wobei Container Cortenstahl mit allen gängigen Schweißmethoden wie WIG und MAG bearbeitet werden kann.
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Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
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Seecontainer wintertauglich machen – auf diese Punkte müssen Sie achten
Ob als Lagerplatz, Gartenhaus oder Gastrocontainer – in den vergangenen Jahren haben Schiffscontainer auch an Land immer mehr Funktionen übernommen. Doch wenn die Transportboxen aus Stahl nicht mehr um die Welt reisen, sondern dauerhaft dem hiesigen Klima ausgesetzt sind, ergeben sich neue Anforderungen: Wie ein Auto braucht auch der Container vor Einbruch der Kälte ein jährliches Winter Check-Up. Die nötigen Handgriffe, um die Stahlhülle und den Containerinhalt winterfest zu machen, kann der Besitzer in der Regel selbst bewältigen. Wie man dabei Schritt für Schritt vorgeht, wird im Folgenden erklärt:
Was kann im Container gut überwintern?
In einem Seecontainer als Lagerraum kommen viele Dinge gut über den Winter: z.B. Fahrräder, Motorräder, Autos, Möbel und Gartengeräte. Wer Akten und Dokumente einlagern will, sollte nicht nur die Luftfeuchtigkeit im Blick behalten, sondern sich auch über geeignete Sicherheitsmaßnahmen wie Schlösser und weitere Diebstahlsicherungen (Alarmanlagen, Kameratechnik) informieren.
Container winterfest machen – warum ist das eigentlich nötig?
Zugegeben – Schiffscontainer aus wetterfestem Cortenstahl wurden an sich für hohe klimatische Belastungen konstruiert. Schließlich sind ISO-Container auf Frachtschiffen nicht nur Wasser und Salz, sondern auch Zug- und Scherkräften ausgesetzt. Ergo: Für einen durchschnittlichen Schiffscontainer veranschlagen Frachtunternehmen eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren. Wer sich dagegen ein Tiny-House aus Containern baut, sie als Lager für den örtlichen Fußballverein nutzen will oder sein kleines Business damit plant, hat Interesse daran, die Lebensspanne seines Schiffscontainers zu maximieren. Die gute Nachricht: Wenn man die Stahlbox gut pflegt, kann sie wesentlich länger im Dienst bleiben – dann spricht nichts gegen eine Nutzungsspanne von mindestens 25 Jahren.
Container für den Winter präparieren – Schritt für Schritt gegen Schimmel und Rost
Kühlere Temperaturen und mehr Niederschlag im Winter erzeugen beim Container zwei Probleme: Seine Stahlkomponenten rosten, während Einbauten und Inhalt Schimmel entwickeln können. So beugen Container Nutzer dem Verfall vor:
Rost am Container entfernen und vorbeugen
Cortenstahl, das spezielle Material der Schiffscontainer, zeigt sich extrem witterungsbeständig. Wenn er rostet, bildet er unter der Oxidationsschicht eine Sperrschicht aus Phosphaten und Sulfaten, die ein schnelles Durchrosten verhindert. Dennoch ist das Material nicht völlig immun gegen Korrosion. Wer seinen Container auf die klimatischen Belastungen im Winter vorbereiten will, sollte deshalb folgende Punkte checken:
Anstrich erneuern: Gibt es Stellen, an denen die Farbe des Außenanstriches abblättert? Hier sind eine gründliche Reinigung und ein neuer Anstrich fällig, um das Containermaterial vor Rostbildung zu schützen. Sogenannte Einschichtlacke, die keine Grundierung benötigen, gelten als gute und bequeme Wahl.
Rost behandeln: Verrostete Stellen sollte man abschleifen, bevor die Farbe aufgetragen wird. Dazu bearbeitet man den Rostfleck zunächst mit einer Drahtbürste. Zum Entfernen kleiner Rostpartikel kann man die betroffenen Partien danach mit einer Mischung aus Essig und Öl im Verhältnis 1 : 1 bestreichen, einige Stunden einwirken lassen und anschließend abreiben. Große rostige Bereiche der Containerhülle lassen sich mit einem Hochdruckreiniger säubern, der dem Wasserstrahl zusätzlich Quarzsand als Schleifmittel beimischt.
Löcher flicken: Haben sich über die Jahre schon Rostlöcher entwickelt, sollte man diese Stellen vor Wintereinbruch unbedingt abdichten. Falls sie sehr klein sind, genügt hier das Verspachteln mit einem Karosserie- bzw. Metallspachtel auf Glasfaserbasis. Große Löcher müssen dagegen mit Metallblech zugeschweißt werden.
Scharniere ölen: Die beweglichen Teile eines Containers – das sind in erster Linie Türscharniere und Schlösser – müssen auch im Winter gängig bleiben, wenn sich das Metall durch die Kälte zusammenzieht. Hier eignet sich dünnflüssiges Graphitöl, das festsitzende Schlösser auch bei Minustemperaturen löst und nicht verharzt.
Schimmel im Container vermeiden
Prinzipiell ist ein Schiffscontainer wasserdicht – sind seine Stahldecke und die Wände intakt, dringt kein Regenwasser ein. Allerdings kann in der kühlen Jahreszeit ein anderes Phänomen die Bildung von Schimmel begünstigen:
Ein Problem: Containerregen und Kondenswasser
Wenn sich im Spätsommer warme Tagestemperaturen mit einer starken Abkühlung in der Nacht abwechseln, kann unter Umständen die Luftfeuchtigkeit im Innern des Containers an seinen kalten Stahlwänden und der Decke kondensieren. Sie tropft und rinnt dann als „Containerregen“ auf Holzboden, Einrichtung und Lagergüter nieder. Lässt man diesem Phänomen während der kühleren Jahreszeit freien Lauf, entwickelt sich Schimmel, Holz vermodert und Metallgegenstände rosten.
Gegenmaßnahmen: Container isolieren und Lagergüter sachgerecht verpacken
Welche Methode den Inhalt eines Containers idealerweise vor Kondenswasser schützt, hängt auch von der Motivation seines Besitzers ab, langfristig in eine bestimmte Nutzung zu investieren:
Lagergut verpacken: Wer Fahrzeuge, Möbel oder Gartengeräte im Container bis zur nächsten Sommersaison überwintern will, kann sie einfach mit geeigneten Hussen, Planen oder Folien abdecken. Diese Lösung ist preisgünstig, aber schützt einen Containerboden aus Holz nicht dauerhaft vor den Schäden von Kondenswasser.
Container isolieren: Diese Lösung ist für die befristete Nutzung als Lager wahrscheinlich überdimensioniert – sie lohnt sich aber für Container, die saisonal als Gartenhaus, Extra-Raum, Büro oder Gastro-Container verwendet werden. Durch eine Isolationsschicht an Decke und Wänden fallen Temperaturschwankungen weniger extrem aus. Die Folge: Es bildet sich kein Kondenswasser und sowohl Sommerhitze als auch Kälte schränken die Nutzung des Containers weniger ein. Wichtig: In Schiffscontainer sollten Dämm-Materialien eingebaut werden, die wasserabweisende Eigenschaften haben, da die Feuchtigkeit aus dem Innern nicht durch seine Stahlhülle abziehen kann. Wie man einen Container selbst fachgerecht dämmt, wird hier erklärt.
Um die Stahlkonstruktion und ihren Inhalt vor Bodennässe zu schützen, sollte man einen Lagercontainer nie direkt auf dem Erdboden abstellen. Wenn Regenwasser das Erdreich aufweicht, besteht hier außerdem die Gefahr, dass der Container absackt und dabei Schaden nimmt. In der Regel genügt es, unter einem Lagercontainer ein simples Punktfundament zu gießen. Handelt es sich um ein Containerhaus, ist unter Umständen ein größeres Fundament nötig. Wer mehr Informationen zu Container Fundamenten braucht, erhält sie hier.
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Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
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Den eigenen Wohnraum zu verkleinern, vergrößert Freiheit und Sicherheit – daran glauben hierzulande immer mehr Menschen. Der Hintergrund: Aktuell klettern Immobilien- und Energiepreise auf ein Allzeithoch. Für Normalverdiener rückt das klassische Einfamilienhaus deshalb in weite Ferne. Auch der Gedanke an Nachhaltigkeit bremst die Baulust. Denn viele Hausbesitzer wollen ihren Verbrauch an Wohnraum, Baumaterial und Energie der Umwelt zuliebe reduzieren. Hier überzeugen Tiny Houses gleich doppelt: Sie bieten preisgünstigen Wohnraum, der Ressourcen schont. Doch macht das die Mini-Häuser zur Wohnform der Zukunft?
Der folgende Artikel erklärt, was ein Tiny House technisch definiert, welche Bauformen existieren und wo man die Mini-Häuser in Deutschland überhaupt nutzen darf.
Woher kommt der Trend zum Tiny House?
Zugegeben: Das Wohnen im (mobilen) Mini-Gebäude ist keine neue Erfindung. Schausteller und Zirkusartisten lebten schon immer so, bevor der Urtyp des Tiny House in den 1980er Jahren die alternative Wohnkultur erreichte. Damals entwickelten sich aus der Hausbesetzer-Szene die Bauwagenplätze, z.B. die „Bambule“ im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Wer zur selben Zeit als Kind vor dem TV-Gerät saß, dem prägte sich ein idyllisches Bild vom Leben im Bauwagen ein: durch Hauptdarsteller Peter Lustig in der ZDF-Wissens-Sendung „Löwenzahn“.
Doch der Trend, der das Tiny House als Wohnform für Jedermann propagiert, entwickelte sich erst zur Jahrtausendwende in den USA. Dort gilt Jay Shafer als Pionier der Szene. Er baute 1999 in Eigenleistung ein „Tiny House on Wheels“. Dieselbe Form, an der sich aktuelle Entwürfe noch immer orientieren.
Nach der Immobilienblase zum neuen Realismus
Viele Amerikaner kopierten Shafers Lebensmodell im Tiny House, nachdem sie in der Finanzkrise 2008 ihre Häuser verloren hatten. In deren Vorfeld war die durchschnittliche Wohnfläche eines US-Einfamilienhauses auf über 200 Quadratmeter gewachsen. Allgemein herrschte die Vorstellung, dass die üppige Lebensweise für jeden erschwinglich wäre – zumindest auf Kredit. Nach dem Schock der Bankenkrise rückten dann Aspekte wie finanzielle Unabhängigkeit, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit wieder mehr in den Fokus von Wohnraumsuchenden. Hier bieten Tiny Häuser einen Lösungsansatz für diverse Probleme.
Ein Tiny House kaufen – diese Gründe sprechen für Downsizing im Wohnen
Nicht nur in den USA galt lange „Bigger is Better“ – auch in Deutschland stieg nach dem Zweiten Weltkrieg der Wohnflächenverbrauch immens. Während in den 1960er Jahren jedem Bundesbürger 20 Quadratmeter zur Verfügung standen, bewohnt eine Person heutzutage mit 47 Quadratmetern mehr als doppelt so viel. Doch aktuell findet ein Bewusstseinswandel statt. Immer mehr Menschen entscheiden sich mit Tiny Häusern für das Downsizing beim Wohnen. Was sind ihre Gründe?
Begrenztes Budget: Gerade in beliebten Städten ist das klassische Einfamilienhaus für junge Menschen unerschwinglich geworden: In Berlin kostet es rund 780.000 Euro; in München über 1,5 Millionen. Auch im Tiny House ist der Quadratmeterpreis nicht billig – in der Summe aber gut bezahlbar. Die meisten Hersteller bieten ein voll ausgestattetes und mobiles Mini-Haus ab 45.000 Euro an. Wer selber baut, kommt noch günstiger weg. Das macht das Tiny Haus gerade für Berufseinsteiger, die trotz geringem Eigenkapital Wohneigentum besitzen wollen, zur erschwinglichen Variante. Und es kann berufsbedingte Wohnortwechsel einfach mitmachen.
Bewusstes Downsizing: Jüngst bemerken Tiny House Hersteller eine wachsende Nachfrage in einer bestimmten Kundengruppe: Rentner und Menschen ab Mitte 50 entscheiden sich immer häufiger dafür, ihre Wohnfläche stark zu reduzieren. Der Grund: Bei vielen sind die Kinder ausgezogen und das ehemalige Familienheim wird schlichtweg zu groß. Immerhin bedeutet es Arbeit, 200 Quadratmeter Wohnfläche zu putzen, ein altes Haus laufend zu reparieren – ganz zu schweigen von der (finanziellen) Verantwortung, das Gebäude technisch und energetisch auf dem aktuellen Stand zu halten.
Die Lösung für Mutige: Das alte Haus wird verkauft, die Einrichtung ausgemistet und man beginnt ein neues Leben im Mini-Format. Wer als Rentner nicht mehr ortsgebunden arbeitet, kann sich außerdem frei dazu entscheiden, mit dem mobilen Tiny House öfter mal den Wohnort zu wechseln.
Mobilität: Berufe fordern Flexibilität, der Klimawandel schafft Wetter-Extreme – beides macht es der jungen Generation schwer, sich perspektivisch bis ans Lebensende an einen Wohnort zu binden. Die Beliebtheit des Lifestyles von digitalen Nomaden beweist außerdem selbst im Computerzeitalter: Irgendwie scheint dem Menschen eine nomadische Lebensweise in die genetische Wiege gelegt worden zu sein. Auch dieses Bedürfnis kann ein Tiny erfüllen. Immerhin behält der Bewohner stets die Option, es irgendwann ganz woanders aufzustellen.
Definition Tiny House: innen wirkt´s geräumig, außen ist´s kompakt
Was heißt jetzt eigentlich „tiny“ beim Haus? Hier variieren die Definitionen je nach Anbieter. Im deutschen Sprachraum versteht man darunter in der Regel ein Haus mit weniger als 50 Quadratmetern Wohnfläche. So ein Gebäude kann mobil sein, indem man es per Anhänger am PKW bewegt, muss es aber nicht. Den eigentlichen Clou der Mini-Häuser bildet die ausgefeilte Einrichtung, die jeden Zentimeter Raum sinnvoll nutzt. Da verschwinden Schubladen in Raumspartreppen, Regale fungieren als Leiter und geschlafen wird auf einer eingezogenen Ebene unterm Dach. Die klassischen Raumfunktionen Wohnen, Schlafen, Kochen und Körperhygiene deckt das Tiny House voll ab, braucht dafür aber deutlich weniger Fläche als ein klassisches Haus.
Was ist ein Tiny House – laut Baugesetz?
Im deutschen Baugesetz existiert der Begriff „Tiny House“ bislang nicht. Wer so ein Mini-Haus als Wohngebäude ganzjährig nutzen will, muss deshalb die normalen Anforderungen einhalten, die für jedes noch so große Haus gelten. Im Klartext heißt das: Der Tiny House Grundriss muss definierte Bereiche für Wohnen, Bad und Küche aufweisen. Ohne WC wäre das Haus als ständiger Wohnraum nicht genehmigungsfähig. Dass ein Tiny House ganzjährig bewohnbar ist, müssen außerdem die spezielle Dämmung der Wände sowie seine Heizung gewährleisten. Schließlich müssen ein Wasseranschluss und ein Stromanschluss vorhanden sein.
Ich will ein Tiny House kaufen – welche Kosten kommen auf mich zu?
Die Preise für ein voll ausgestattetes Tiny House beginnen bei den meisten Herstellern bei rund 45.000 Euro und sind nach oben hin nicht begrenzt. Je exklusiver der Kunde die Innenausstattung wählt und je größer das Tiny House absolut wird, desto teurer wird das Projekt. Auch Luxus-Features wie die Sauna oder Extras wie eine hauseigene Photovoltaik-Anlage lassen die Kosten steigen. Tiny Häuser sind in den meisten Fällen handwerkliche Einzelanfertigungen – daher kann auch ihr Preis stark variieren. Laut Umfragen lag der Durchschnittspreis 2020 bei etwa 67.000 Euro.
Interessierte sollten dabei bedenken: Nicht nur der Kaufpreis für das Tiny Haus bestimmt die Wohnkosten. Hinzu kommen wie in jeder anderen Wohnung die laufenden Kosten für Strom und Wasser. Außerdem muss ein Tiny House irgendwo stehen. Das bedeutet für die Bewohner entweder, eine Pachtgebühr oder Stellplatzmiete zahlen zu müssen, oder in ein Baugrundstück zu investieren.
Ein Tiny House mieten – so können Interessenten das Mikrowohnen testen
Wer sich unsicher ist, ob das Wohnen auf kleinstem Raum überhaupt zum eigenen Lebensgefühl passt, sollte es einfach ausprobieren. Die Möglichkeit dazu bieten viele private Ferienhaus-Vermieter und etliche Camping-Plätze in Deutschland. Interessierte können zum Beispiel einen Urlaub im Naturresort Land of Green bei Worpswede nahe Bremen planen, wo sie im Tiny House Dorf zwölf Häuser verschiedener Hersteller probeweise bewohnen und das minimalistische Lebensgefühl testen können.
Diese Arten von Tiny Houses gibt es
Tiny Haus ist nicht gleich Tiny Haus. Unter den Oberbegriff fallen mehrere Konstruktions-Arten, die sich in Preis, Komfort und Mobilität deutlich unterscheiden können. Die beliebtesten sind die folgenden Haustypen:
Seecontainerhaus: Ein Boden, vier Wände und ein Dach – ein Schiffscontainer bietet fertig umbauten Raum, der sich per LKW an beliebige Orte transportieren lässt. Damit daraus ein Haus wird, müssen Wände gedämmt und Fenster eingesetzt werden. Außerdem braucht es einen gemütlichen Innenausbau. Da gebrauchte Seecontainer mit einem Preis ab 2000 Euro einen relativ günstigen Rohbau bieten, entscheidet sich manch leidenschaftlicher Heimwerker für den Selbstausbau zum Haus. Einige Hersteller bieten auch wohntauglich ausgebaute Seecontainer zum Kauf an.
Containerhaus bzw. Modulhaus: Hier bildet kein Seecontainer die Grundform, sondern Container-Module, die man auch für temporäre Büros oder Schulgebäude kennt. Sie lassen sich modular erweitern und können damit vom Tiny House zum Familienheim wachsen.
Individuell gefertigtes Tiny House: Deutschlandweit haben sich aktuell etwa 75 holzverarbeitende Betriebe auf individuelle Tiny Houses spezialisiert. Sie werden meist auf der Basis eines Anhängers gebaut, damit sie später per PKW gezogen werden können. Boden, Wände und Dach des Tiny Houses bestehen hier aus Holz – wobei viele Betriebe auf Holz aus nachhaltiger und lokaler Forstwirtschaft setzen.
Mehr als Wohnraum – was können Tiny Houses noch?
Kleine Räume, die sich flexibel positionieren lassen, sind nicht nur zum Wohnen beliebt. Unternehmerisch lassen sich Container beispielsweise als Ausstellungsräume bzw. Showrooms auf Messen oder Märkten nutzen. In einem Office Container lassen sich Büro- und Verwaltungsaufgaben genau dorthin verlagern, wo immer sie benötigt werden. Auch pädagogische Konzepte wie Natur- oder Waldkindergärten profitieren von mobilen Räumen auf Rädern oder einer flexiblen Container-Architektur.
Im Prinzip ja: Tiny Houses aus Seecontainern kann man per LKW transportieren und auch Modulhäuser lassen sich relativ unkompliziert demontieren und versetzen. Doch nur klassische Tiny Houses auf Basis eines PKW-Anhängers können spontan durch ihre Besitzer bewegt werden. Die Voraussetzung: Der Hänger und die erforderliche TÜV-Zulassung begrenzen hier die Maße des Hauses. Für den deutschen Straßenverkehr darf es maximal 2,55 Meter breit, 4 Meter hoch und 12 Meter lang sein. Da das Haus als PKW-Anhänger ein Gewicht von 3,5 t nicht überschreiten darf, lässt sich die Länge jedoch kaum ausnutzen. Tiny Häuser, die per Auto bewegt werden, erreichen meist nur zwischen 6 und 7 Metern Länge. Falls das Gewicht oder die Maße keine TÜV-Zulassung als PKW-Anhänger erlauben, besteht noch die Möglichkeit, das Tiny Haus per LKW als Sondertransport zu verfahren.
Tiny Houses in Deutschland – Grundstück, Baugenehmigung und Co
Auch ein kleines Haus muss hierzulande große bürokratische Hürden nehmen, bevor seine Bewohner es rechtmäßig aufstellen und nutzen dürfen: Hängt es als Anhänger am PKW, braucht es eine TÜV-Zulassung. Sobald es auf einem Grundstück parkt und bewohnt wird, fällt es in den Zuständigkeitsbereich der Baubehörden.
Welche Normen muss ein Tiny House als Dauerwohnsitz erfüllen?
Für eine Dauernutzung rund ums Jahr muss das Tiny Haus den generellen Anforderungen an Wohngebäude entsprechen: Es braucht eine minimale Raumhöhe von 2,4 Metern und darf nur dann fensterlose Sanitärräume haben, wenn eine Lüftung den Luftaustausch gewährleistet. Zusätzlich fallen die Maße von Treppen, Fenstern und Türen unter die Vorschriften der Landesbauordnung für Fluchtwege. Als kleines Wohngebäude unter 50 Quadratmeter braucht ein Tiny House auch nach dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) keinen Energieausweis. Die einzelnen Bauteile eines Kleinsthauses müssen jedoch den Anforderungen des GEG entsprechen und dürfen nur eine begrenzte Wärmedurchlässigkeit (maximaler U-Wert) aufweisen.
Wo darf man sein Tiny House zum Wohnen aufstellen?
Um die Baugenehmigung für ein Tiny House zu erhalten – was in diesem Fall einfach das Hinfahren und Aufstellen bedeutet – braucht der Besitzer ein geeignetes Grundstück. Dieses Grundstück muss erschlossen sein und gemäß BauNVO für die Nutzung durch Wohngebäude ausgewiesen sein. Infrage kommen z.B. reine Wohngebiete, Mischgebiete oder „Gebiete zur Erhaltung und Entwicklung der Wohnnutzung“ bzw. Sondergebiete.
Tiny House im Garten des Elternhauses – geht das?
Wenn Eltern oder Freunde einen großen Garten besitzen, liegt es nahe, das Grundstück für ein Tiny House Projekt zu teilen. Das Problem: Welche Fläche eines existierenden Grundstücks überhaupt bebaut werden darf, ist durch den örtlichen Bebauungsplan geregelt. Er schreibt in vielen gewachsenen Wohngebieten auch vor, welche Architektur erlaubt ist. Kubische Tiny Häuser zwischen den typischen Einfamilienhäusern mit Satteldach haben oft schlechte Karten auf eine Genehmigung, weil sie aus dem Stadtbild fallen.
Wo gibt es Tiny House Siedlungen?
Einige Städte reagieren auf die wachsende Nachfrage und weisen neue Baugebiete speziell für die Nutzung mit Tiny Häusern aus. Für Tiny Houses in Bayern stehen etwa Flächen in Amberg, Coburg, Pfaffenhofen und Erding zur Verfügung. Besitzer von Tiny Houses in Nordrhein-Westfalen können Grundstücke in der Stadt Hamm bekommen. Dortmund bietet mit der Tiny Village Sölde Platz für 12 Tiny Houses, während die Stadt Jülich immerhin 10 Bauplätze ausweist.
Tiny House als Wochenendhaus – Welche Auflagen sind zu beachten?
Wer sein Tiny House für den Wochenendurlaub am Meer, am Badesee oder in der Natur nutzen will, hat Zugriff auf andere Grundstücke. Anders als Wohnhäuser dürfen Ferienhäuser und Wochenendhäuser nämlich in ausgewiesenen Sondergebieten stehen, die der Erholung dienen. Der Vorteil: Viele dieser Grundstücke befinden sich in attraktiver landschaftlicher Umgebung. Hier ist der Gestaltungsansatz nicht streng geregelt, sodass es selten Probleme mit der Baugenehmigung gibt. Der Nachteil: Ferienhäuser dürfen in der Regel maximal vier Monate im Jahr bewohnt werden – die Anmeldung als Dauerwohnsitz ist in den meisten Gemeinden dort nicht gestattet.
Im Tiny House auf dem Campingplatz – was müssen Bewohner beachten?
Da Grundstücke teuer und Baugenehmigungen selten sind, weichen viele Tiny-Haus-Besitzer auf Campingplätze aus. Ein Pluspunkt: Der Stellplatz erfordert keine Baugenehmigung und kann günstig gemietet werden. Die einzigen Auflagen bestehen hier darin, dass das Haus nicht mehr als 50 Quadratmeter Wohnfläche haben darf und die Höhe von 3,5 Metern nicht überschreitet. Allerdings gestatten viele Campingplatzbetreiber auch Tiny Houses bis zu 4 Metern Gebäudehöhe die Aufstellung. Falls ein Campingplatz nicht in einem ausgewiesenen Erholungsgebiet liegt, sondern nahe eines Wohngebiets, können Tiny House Bewohner dort mit Zustimmung des Betreibers und Ausnahmegenehmigung vom Amt sogar ihren Erstwohnsitz anmelden.
Wie nachhaltig ist ein Tiny House?
Im Hinblick auf Umwelt und Ressourcen kann man mit dem Tiny House eine einfache Rechnung aufmachen: Je weniger Raum pro Person umbaut und beheizt werden muss, desto geringer ist der Bedarf an Baumaterial und Energie. Ergo sinkt auch der CO2-Ausstoß mit jedem Menschen, der seine Etagenwohnung bzw. sein Einfamilienhaus gegen ein Mini-Haus eintauscht. Hinzu kommt: Viele Tiny Houses bestehen aus recycelten Materialien wie gebrauchten Schiffscontainern oder Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Relativ gesehen erreichen Tiny Häuser allerdings nie die gute Energie-Effizienzklasse moderner Passivhäuser. Aufgrund der verbauten Infrarotheizung und der dünnen Wände braucht ein Tiny Haus bezogen auf den Quadratmeter mehr Energie als ein KfW40-Haus mit Wärmepumpenheizung.
Autark leben – das Tiny House macht´s möglich?
Warmes Wasser und Strom im Tiny Haus selbst erzeugen, um von den großen Energieversorgern unabhängig zu sein – das ist leider nur bedingt möglich. In der Theorie könnte eine Photovoltaikanlage auf dem Dach in Kombination mit einem Batteriespeicher zwar ausreichend Strom erzeugen, in der Praxis machen das aber zwei Faktoren schwierig: Bei langen Schlechtwetterperioden in Deutschland produziert die kleine Dachfläche per Photovoltaik relativ wenig Strom. Ein großer Batteriespeicher ist jedoch teuer und schwer – er treibt sowohl das erlaubte Gewicht als auch Preis des Tiny Houses empfindlich in die Höhe. Für ein voll-autarkes Tiny House müssen Interessenten daher rund 180.000 Euro einplanen und eventuell Abstriche bei seiner Mobilität machen.
Fazit
Klein, aber mein: Die Investitionssumme für ein Tiny House ist begrenzt, ein Kredit schnell getilgt – das macht das Mini-Haus attraktiv für Menschen, die finanzielle Risiken meiden. Abenteurer überzeugt dagegen die Möglichkeit, mit dem Haus an neue Orte zu reisen. Minimalisten gibt das Mikro-Heim die Gelegenheit, Überflüssiges über Bord zu werfen und sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Insgesamt bietet das Downsizing des Wohnraums gute Argumente für viele verschiedene Zielgruppen – doch ob das eigene Leben in ein Tiny House passt, muss jeder, der in die eigenen vier Wände strebt, individuell entscheiden.
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
Taubenschlag bauen – Tipps für Kommunen, Tierschützer und genervte Stadtmenschen
Aktualisiert am: 18.12.2025
Ein guter Taubenschlag ist hell, gut belüftet und so gebaut, dass er sich leicht reinigen lässt. Im Container bedeutet das: strukturierte Nistplätze, klare Sitzbereiche und ein praktischer und leicht zu reinigender Innenausbau. Wenn Städte und Vereine das richtig aufsetzen, landen die Tauben nicht mehr in Nischen und Parkhäusern – sondern an einem Ort, wo man sie betreuen und die Population sauber steuern kann.
Wenn ihr als Kommune oder Verein eine fertige Lösung sucht: Auf taubenloft.de bekommt ihr konkrete Infos und könnt unverbindlich anfragen.
Taubenschlag in einem umgebauten Seecontainer
Tauben spalten die Gemüter: Manche Menschen fasziniert ihr präziser Orientierungssinn, der Brieftauben über hunderte Kilometer nach Hause zurückfinden lässt. Andere leiden unter dem Taubenkot und -lärm in ihrer Stadt so sehr, dass sie beim Anblick der gefiederten Verursacher am liebsten zum Luftgewehr greifen würden.
In beiden Fällen braucht es … einen Taubenschlag! Denn nicht nur edle Rassetauben, sondern auch gewöhnliche Stadttauben brauchen ein geeignetes Zuhause, um mit uns in friedlicher Nachbarschaft leben zu können. Warum das so ist und warum ein recycelter Seecontainer oft die optimale Lösung bieten kann, erklären wir hier:
Wieder im Trend: der Taubenschlag für Liebhaber und Züchter von Rassetauben
DIY und Selbstversorgung liegen im Trend. Damit gewinnen auch Gärtnern und Kleintierhaltung an Popularität. Neben Bienen, Hühnern und Kaninchen, interessieren sich zunehmend Menschen für die Haltung von Brief- und Rassetauben. Der Reiz daran: Obwohl die Tauben frei fliegen dürfen, kehren sie als standorttreue Tiere immer wieder zu ihrem Halter zurück. Im Gegenzug sollte er den Tieren eine lebenswerte Behausung bieten: Einen trockenen, hellen und sauberen Taubenschlag, in dem die Tauben Futter bekommen, Ruhe finden und nisten können. Je nach Größe ihres Schwarms setzen die meisten Taubenzüchter auf Taubenschläge Marke Eigenbau. Was es bei der Planung und Konstruktion zu beachten gilt, erklären wir weiter unten.
Stadttauben leiden unter fehlenden Schlaf- und Nistmöglichkeiten
Als „Ratten der Lüfte“ leiden Stadttauben hierzulande unter ihrem schlechten Image. Doch dieses Schicksal ist unverschuldet: Immerhin handelt es sich bei den Tauben unserer Innenstädte um ausgesetzte Haustiere, die angezüchteten Verhaltensweisen folgen und damit anecken. Ursprünglich stammen sie nämlich von der Felsentaube des Mittelmeerraums ab, die in Höhlen und auf Felsvorsprüngen brütet. In Ermangelung solch natürlicher Gegebenheiten müssen Tauben in der Stadt mit Nischen an Gebäuden oder Parkhäusern vorliebnehmen.
Tauben leben in Schwärmen, sind standorttreu und verlassen deshalb die Innenstädte nicht. Da sie auf ein ganzjähriges Brutverhalten hin gezüchtet wurden, brauchen sie viel Energie. Also trifft man sie täglich bei der Futtersuche an, wo sie betteln, Dreck hinterlassen und bei den Stadtbewohnern Ärger erzeugen. Viele Kommunen sind auf der Suche nach einer Lösung für die Taubenplage. Doch Vergrämungsmaßnahmen wie Spikes auf Dächern und Fassaden sind nicht die Antwort. Sie führen nur dazu, dass Tauben sich verletzen und elendig verenden.
Wichtig: Dieser Artikel richtet sich vor allem an Kommunen, Vereine und Tierschutz-Initiativen. Denn das Thema “Stadttauben” ist selten ein reines Vergrämungsproblem, sondern ein Steuerungsproblem. Wer einen betreuten Schlag anbietet, holt die Tiere aus der Innenstadtstruktur raus und schafft überhaupt erst die Grundlage, um Brut und Bestand tierschutzgerecht zu regulieren.
Ein Taubenschlag gegen die Taubenplage in der City
Lokale Tierschutzvereine lösen das Problem, indem sie den Stadttauben Taubenschläge anbieten, die ihre Bedürfnisse besser erfüllen als die Altstadt-Architektur. Dort werden sie rund um die Uhr mit Futter und Wasser versorgt und finden geeignete Nistplätze. Um die Population zu dezimieren, tauschen Tierschützer die Eier regelmäßig durch Attrappen aus. Eine Win-win-Situation für Tier und Mensch: Die Innenstädte werden von der Kotverschmutzung durch Tauben entlastet, die Tauben finden bessere Lebensbedingungen vor und können im Krankheitsfall versorgt werden. Diese Strategie ist unter Tierschützern als „Augsburger Stadttaubenkonzept“ bekannt.
Die Lösung: der Container Taubenschlag für Stadttauben
Da viele Tauben unterkommen müssen, braucht ein Taubenschlag für Stadttauben eine gewisse Größe. Außerdem sollte man ihn flexibel dort aufstellen können, wo sich die Tauben aufhalten. Hier bieten Container die pragmatische Lösung: So errichtete etwa der Verein Stadttauben Buchholz e.V. seinen Taubenschlag aus einem umgebauten Umkleidecontainer, der Hamburger Tierschutzverein nutzt einen Bürocontainer und die Stadt Braunschweig betreibt ihren Modelltaubenschlag in einem umgebauten Seecontainer. Wer sich für die Schiffscontainer-Lösung interessiert, erhält detaillierte Informationen und konkrete Angebote direkt vom Anbieter auf taubenloft.de.
Container-Taubenschlag am Standort: robust, abschließbar und schnell aufstellbar, ohne klassisches Bauprojekt.
Hier haben Rassetauben und Stadttauben gleiche Interessen: Sie leben in stabilen Paarbeziehungen; viele Paare formieren dann einen Schwarm. Durch ihren Orientierungssinn kehren die Vögel immer wieder an ihren Heimatort zurück. Eine „artgerechte“ Taubenhaltung gibt deshalb wenigen bis vielen Taubenpaaren die Möglichkeit, unter einem Dach zu nisten, fressen und zu schlafen, wobei die Tiere jederzeit frei ausfliegen können.
Tipps zum Bau: Wie muss ein Taubenschlag aussehen?
Grundsätzlich gilt: Tauben brauchen einen Rückzugsort, der vor Wetter und Wind geschützt, aber dennoch hell ist. Ob die Wände aus Stein gemauert, aus Holz gezimmert oder (wie im Falle eines Containers) aus Stahl gefertigt sind, ist dabei zweitrangig. Da Tauben nicht empfindlich auf die kühlen Temperaturen unserer Breiten reagieren, müssen die Außenwände nicht aufwendig isoliert werden. Viel wichtiger sind ausreichend große Fensteröffnungen für den Lichteinfall sowie eine gute Lösung für den Luftaustausch. Professionell gefertigte Taubenschläge verfügen hier über elektrische Lüftungssysteme, im Eigenbau kann sich der Halter mit diagonal im Raum angeordneten Luftlöchern behelfen. Die Frischluftzufuhr erfolgt hier bodennah, während die Abluft in Deckenhöhe abziehen kann.
Innenausbau des Taubenschlags: Tauben brauchen Nistplätze und SitzmöglichkeitenBeispiel Innenausbau: Nistzellen und Sitzbretter sind so angeordnet, dass man die Tiere gut versorgen kann und die Reinigung schnell geht.
Taubenschlag selber bauen: Diese Elemente gehören dazu
Ausreichend Grundfläche und Raum: Drei bis sechs Tauben beanspruchen dabei laut Fachleuten etwa einen Kubikmeter.
Glatte Oberflächen: Boden, Wände und Sitzgelegenheiten sollten sich gut reinigen lassen, bzw. sollte man Einbauten zum Reinigen aus dem Schlag herausholen können.
Nistzellen: Ihre Größe wird der Taubenrasse angepasst und die Boxen sollten für Züchter bzw. Tierschützer gut zugänglich sein.
Sitzgelegenheiten: Ausreichend Sitzbretter bzw. Sitzregale verhindern Streits um den besten Ruheort.
Außenvoliere: Hier können sich Neuankömmlinge an die Umgebung gewöhnen.
Geräte- und Futterraum: Im Idealfall werden Taubenfutter und Reinigungsutensilien in einem Extra-Raum verstaut.
Wasseranschluss: Wasser braucht man für die Versorgung der Tiere und die Reinigung des Taubenschlags.
Stromanschluss: Um Vogeltränken im Winter beheizen zu können, ist der Elektro-Anschluss vorteilhaft. Auch automatische Belüftungsanlagen brauchen Strom.
Praktisch und flexibel: Taubenschlag bauen mit Container
Diese Lösung findet sich überall in deutschen Innenstädten: Die Stadt Hamburg hat Container für Tauben bereits an mehreren Orten aufstellen lassen und auch in Braunschweig werden Stadttauben im Container-Taubenschlag betreut. Doch was macht ausrangierte Seecontainer so attraktiv für die Taubenhaltung? Die Antwort: Mit relativ geringen „Baukosten“ erhält man schnell ausreichend Raum für große Taubenschwärme. Ein Standard-Seecontainer mit 33 Kubikmeter Raum kann leicht über hundert Tauben aufnehmen. Zudem können die Container flexibel dort platziert werden, wo ein Taubenproblem auftritt, z.B. an Bahnhöfen oder auf Parkhäusern.
Der Taubenschlag Container kann dort aufgestellt werden, wo er gebraucht wird
Taubenschlag aus Seecontainer: Professionelle Anbieter übernehmen den Umbau
Wer den Taubenschlag Container auf dem eigenen Grundstück nutzen will, muss lediglich für den tragfähigen Untergrund sorgen und kann sich den Taubenschlag bezugsfertig liefern lassen. Denn die nötigen Umbauten übernehmen bei Bedarf professionelle Anbieter wie die Experten der Elbbox GmbH.
Das Taubenloft – Komplettlösung für Kommunen
Für das „Taubenloft“ modifizieren die Spezialisten im Containerumbau einen 20-Fuß-Hochseecontainer so, dass die Tiere Futter, Wasser und sichere Brutplätze vorfinden und eine tierschutzgerechte Regulierung der Population möglich wird. Dafür werden z.B. zwei überdachte Pendeleinflüge in die Containerwand gebaut, die so konstruiert sind, dass keine Greifvögel ins Innere gelangen können. Mit den passenden Gittern lassen sich die Einflüge für Reinigungsarbeiten versperren. Tageslicht erhalten die Tauben im Innern durch Fenster und/oder Oberlichter, während sie in 96 Nistzellen und auf 75 Sitzbrettern ihren Platz finden – alle Einbauten sind dafür artgerecht dimensioniert und leicht zu reinigen.
Der Zweck des Taubenlofts im Container: Die Tauben fühlen sich wohl und das menschliche Personal kann sie bequem versorgen. So verhilft die nachhaltige Lösung aus recycelten Seecontainern Mensch und Stadttaube zu einer befriedigenderen Koexistenz.
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
Fundamente für Container anlegen – das müssen Sie beachten
Platten-, Streifen- oder Punktfundament? Welche Basis ein Container braucht, hängt von Größe und Bodenbeschaffenheit ab.
Ob als Lagerraum auf Zeit oder als Ferienhaus auf dem eigenen Grundstück – recycelte Schiffscontainer können das Bedürfnis nach mehr Raum schnell und günstig befriedigen. Doch lässt sich ein Container einfach an einem beliebigen Ort aufstellen und prompt benutzen? Nur bedingt. Denn selbst wenn die Stahlbox zu Wohnzwecken bezugsfertig ausgebaut ist, muss sich der Nutzer vorab Gedanken um den Boden am Aufstellungsort machen: Abhängig davon, wie dieser beschaffen ist, braucht der Container ein Fundament für den sicheren Stand.
Ist ein Fundament für einen Container überhaupt nötig?
Allein das Leergewicht eines 20-Fuß-Containers beträgt 2,3 Tonnen. Je nachdem, welchen Inhalt er fasst, übt er einen hohen Druck auf den Untergrund aus. Auf schlammigem und sandigem Boden platziert, kann die Box schnell einsinken; insbesondere in Regionen mit viel Niederschlag. Während in kleinen Containerhäusern dann durch unebene Böden zumindest die Möbel ins Rutschen geraten, können Konstruktionen aus gestapelten Containern sogar umstürzen.
Je höher ein Gebäude im Verhältnis zu seiner Grundfläche aufragt, desto stärker wirkt sich ein ungeeigneter Boden auf seine Stabilität aus – das zeigt etwa der Schiefe Turm von Pisa eindrucksvoll. Der Glockenturm wurde einst auf den lehmigen und sandigen Untergrund eines ehemaligen Hafenbeckens gesetzt, ohne für sein Gewicht ein adäquates Fundament zu schaffen. Schon als das zweite Stockwerk des Gebäudes abgeschlossen wurde, fing es an, sich zu neigen.
Ein Fundament benötigen daher alle
langfristig genutzten Container auf weichem Untergrund
mehrstöckige Containergebäude
Kein Fundament benötigen
kurzfristig Container, z.B. zeitweilige Lagercontainer, auf festem Grund
Container, die auf versiegelten Flächen wie Asphaltplätzen stehen
Im letzten Fall sollte der Container dennoch nicht direkt auf dem Untergrund stehen, damit ihr Boden ausreichend belüftet wird und der Stahl nicht rostet. Wer seinen Lagercontainer auf einer befestigten Fläche, z.B. auf einem Parkplatz, aufstellt, sollte ihn an den vier Ecken auf Unterbauplatten stellen.
Welches Fundament ist das geeignete für einen Container?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt von den folgenden Faktoren ab:
Gesamtgewicht der Containerkonstruktion
Beschaffenheit des Bodens vor Ort
Anforderung an das Drainagesystem
Regionales Klima
Bestimmungen vonseiten der Baubehörden
Generell kommen 4 Fundament-Arten für ein Container-Gebäude infrage
Die Bodenplatte: Was für ein Einfamilienhaus den Standard bildet, ist für die meisten Container überdimensioniert und zu kostenintensiv. Betonierte Bodenplatten brauchen Containerbauten nur auf extrem instabilem Grund, auf dem die Platte quasi „schwimmt“.
Streifenfundament: Hier bilden etwa 80 Zentimeter tiefe und 50 Zentimeter breite Beton-Streifen die Auflageflächen für den Container. Im Falle eines Containers müssen die Streifen nicht umlaufend unter den vier Wänden gezogen werden. Für einen 20-Fuß-Container genügen 3 Streifen, die jeweils parallel unter beiden Stirnseiten und in der Mitte der Stahlbox verlaufen.
Punktfundament: Hierbei leiten betonierte Fundamentpunkte den Druck des Containers gleichmäßig in den Boden ab. Das funktioniert nur dann, wenn die Punkte etwa den gleichen Abstand voneinander haben. Für eine größere Stabilität wird der Beton mit sogenannten Bewehrungskörben aus Eisengeflecht verstärkt.
Pfahlfundament: Hierbei werden Stahlpfähle mit Gewinde in den Boden gedreht. Ihre Oberseite trägt den Container und kann mit ihm verschweißt bzw. verschraubt werden.
Punktfundament für Container anlegen – eine Anleitung
Für kleine Containerhäuser und Einzelcontainer reicht ein Punktfundament in der Regel aus. Sein Vorteil liegt darin, dass es weniger Material benötigt als eine Fundamentplatte und daher günstiger ist. Darüber hinaus lässt es sich im Eigenbau wesentlich leichter herstellen als ein durchgehend gegossenes Fundament. Ein Container benötigt etwa alle 2,5 bis 3,5 Meter einen Auflagepunkt auf dem Untergrund. Bei einem Punktfundament für einen 20-Fuß-Container müssen Sie also mit 6 Fundamentpunkten planen – 4 an den Ecken des Containers und jeweils einen weiteren auf dem Mittelpunkt jeder Langseite.
Planen Sie das Fundament exakt: Dabei stecken Sie das Zentrum jedes der 6 Fundamentpunkte mit einem Holzpflock ab und spannen die Maurerschnur dazwischen auf. Die Schnur hilft dabei, zu ermitteln, ob sich alle Pflöcke der Langseiten bzw. der Schmalseiten des Containers exakt in einer Flucht befinden.
Heben Sie an jedem durch einen Pflock markierten Punkt ein etwa 40x40cm großes Loch aus. Wie groß es genau sein muss, bestimmt der Durchmesser der genutzten Bewehrungskörbe. Die Tiefe sollte rund 80cm betragen, um bis in den frostsicheren Bereich des Bodens zu gelangen.
Ist der Boden sandig, wird es nötig, die Wände der ausgehobenen Löcher mit Schalbrettern auszukleiden, damit kein Erdreich ins Loch zurückrutscht. Außerdem kann man den Fundamentpunkt auf diese Weise 15-20 cm über das Niveau des Bodens herausragen lassen. Das bietet den Vorteil, dass der Container unterlüftet wird.
Mischen Sie den Beton an. Dazu können Sie eine Fertigmischung aus dem Baumarkt nutzen oder den Beton vom Betonwerk beziehen. Letzteres rechnet sich nur bei größeren Abnahmemengen.
Stellen Sie die Bewehrungskörbe in die ausgehobenen Gruben und füllen Sie sie mit Beton. Wenn Sie die Fundamentpunkte nicht durch Eisengeflecht armieren wollen, müssen Sie den Beton in einzelnen Schichten eingießen. Dabei werden zunächst 25 Zentimeter aufgefüllt und anschließend verdichtet, bevor die nächste Schicht eingebracht werden kann.
Auch das Eingießen von Stahlpfosten, die anschließend mit den Eckpunkten des Containers verschraubt werden ist möglich. In der Regel muss das Fundament bis zu 10 Tage lang aushärten, bevor es belastet werden kann. Daher ist es günstig, die Punkte vor der Anlieferung des Containers zu gießen. Der Lieferant kann die Stahlbox anschließend per Ladekran an den gewünschten Platz setzen.
Über den Autor
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
Seit ihrer Erfindung vor über 6 Jahrzehnten haben Schiffscontainer alle Winkel der Welt erreicht. Sogar die Antarktis, die Forscher aufgrund ihren unwirtlichen Bedingungen zuweilen sogar mit dem Mars vergleichen. Doch in der Eiswüste erfüllen Seecontainer optimal die geforderten Funktionen – immerhin sind die Stahlboxen leicht zu transportieren und vielseitig einsetzbar. Hier sind 3 Beispiele für ihren Nutzen am Südpol:
Die 2500 Quadratmeter große indische Forschungsstation in der Larsemann Hills Region der Antarktis basiert auf 134 verbundenen ISO-Containern, die mit einer Isolierschicht und einer schützenden Außenhülle verkleidet wurden. Die Statik des gesamten Baus basiert dabei allein auf der Aussteifung der Containerwände. Die Architekten haben mit der Bharati Forschungsstation aus gängigen Schiffscontainern ein Gebäude geschaffen, das im arktischen Winter selbst Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern standhält. Für diesen Zweck wurde das Design der Fassade eigens im Windkanal entwickelt. Aerodynamisch und futuristisch anmutend gewann die Station zudem den European Steel Design Award 2013.
Nicht nur, dass die einzelnen Module aus Schiffscontainern per Schiff bequem in die Antakrtis transportiert werden konnten, sie entsprechen auch den lokalen Bauvorschriften. Um das sensible Ökosystem des Südpols zu schützen, schreiben die Richtlinien vor, dass jedes Gebäude vollständig rückbaufähig sein muss. In diesem Sinne wurde für die Bharati Station kein Plattenfundament geschaffen, das große Bodenflächen versiegelt hätte, sondern das Gebäude auf Stelzen positioniert. Die erhöhte Position verhindert gleichzeitig, dass die Station im Winter unter Schneewehen verschwindet.
Mit Einrichtung und Technik ausgestattet wurden die einzelnen Containermodule nicht vor Ort, sondern in einer Fabrikhalle in Duisburg. Indem sämtliche Module vorgefertigt wurden, trugen die Konstrukteure der Station den schwierigen antarktischen Umweltbedingungen Rechnung: Vor Ort besteht jährlich nur ein kleines Zeitfenster, in dem die Licht- und Wetterverhältnisse ausreichend gut für den Bau einer Forschungsstation sind.
Insgesamt beherbergt Bharati Station ganzjährig 24 bis 47 Wissenschaftler. Diese müssen trotz der Entlegenheit ihres Arbeitsortes nicht auf Annehmlichkeiten verzichten. Bharati ist neben den Wohnquartieren mit Küchen, einer Bibliothek, Fitnessräumen, Büros, Entspannungszonen und einem vollständigen Operationssaal für medizinische Eingriffe ausgestattet. Die Energieversorgung für den Gesamtkomplex liefern insgesamt drei Heiz- und Stromaggregate, die mit Kerosin betrieben werden. Nur eines davon ist notwendig – die weiteren bilden lediglich die Notfall-Lösung.
EDEN-ISS: Weltraum-Gemüse aus dem Container
Bild: DLR
Die Antarktis wird vielfach mit dem Mars verglichen – das wollten Wissenschaftler des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ausnutzen. Innerhalb eines Schiffscontainers richteten sie ein das Gewächshaus EDEN-ISSein, das die Bedingungen einer Reise durch den Weltraum simulieren soll. Zentraler Punkt ist die geschlossene Stahlhülle: durch sie dringt kein Tageslicht, wie es auch innerhalb eines Raumschiffes der Fall wäre. Das Innere des Gartencontainers erhellt stattdessen eine rund 20.000 USD teure komplexe LED-Beleuchtungsanlage, die das Kultivieren von Pflanzen ohne Sonnenlicht ermöglichen soll. Der künstlich ausgeleuchtete Container, der im Winter von minus 45 Grad Außentemperatur umgeben ist, liefert den Forschern Informationen zu den Möglichkeiten für Pflanzenzucht auf Mond, Mars und den unwirtlichen Regionen der Erde.
Bislang zeigt sich der Versuch durchaus erfolgreich: Wöchentlich erntet der Verantwortliche Paul Zabel hier durchschnittlich 1,8 kg Gurken, 400g Kohlrabi und 740g Tomaten. Auf einer Anbaufläche von rund 13 Quadratmetern wurden damit bislang über 100 kg Gemüse erzeugt. Entscheidende Innovation gegenüber früheren Anbau-Experimente ist der geschlossene Wasserkreislauf im EDEN-ISS-Container. Jeder Tropfen Feuchtigkeit, der nicht in Pflanzen oder Früchten steckt, wird dabei recycelt. Darüber hinaus können die Forscher im luftdichten Container analysieren, wie viel Sauerstoff die Pflanzen produzieren.
Positiver Nebeneffekt des Projektes: Die Station Neumayer III ganzjährig Wissenschaftler, die im antarktischen Winter vollkommen von den Versorgungslinien abgetrennt leben müssen. Dank des DLR-Projekts können sie auch in der kalten Jahreszeit auf vitaminreiche Kräuter und Gemüse zugreifen.
Villa Las Estrellas: ein berühmtes Postamt im Container
Villa Las Estrellas ist die größte zivile Siedlung der Antarktis. Sie befindet sich in der „Presidente Eduardo Frei Montalva-Station“ auf King George Island vor dem antarktischen Kontinent. In der chilenischen „Sternenstadt“ leben ganzjährig etwa 80 bis 120 Menschen. Die Bevölkerung setz sich aus Mitarbeitern der chilenischen Luftwaffe und Marine sowie deren Angehörigen zusammen. Die Siedlung ist derartig abgelegen, dass für die Bewohner eine skurrile Vorschrift aufgestellt wurde: Wer in die Stadt zieht, muss sich vorher den Blinddarm entfernen lassen. Denn im Falle einer nötigen Operation könnte die Entfernung zum nächsten Krankenhaus mit der passenden Ausrüstung durchaus tödlich sein.
Erbaut aus recycelten Schiffscontainern umfasst die „Stadt“ vierzehn Häuser, eine Grundschule, einen Kindergarten, ein Militär-Krankenhaus und sogar ein Hostel mit Platz für 20 Gäste. Größte Sehenswürdigkeit in der Südpol-Siedlung: Das kleine Postamt, das in einem orangen 20-Fuß-Container untergebracht ist. Hier werden die Südpol-Poststempel genutzt, die bei Sammlern weltweit Höchstpreise erzielen. Eine Postkarte vom Südpol zu verschicken, ist daher Pflichtprogramm für jeden Abenteuer-Touristen.
Über den Autor
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
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Von der Luxusvilla bis zum Tiny House – Beispiele auf der ganzen Welt zeigen, wie recycelte Schiffscontainer in Wohnraum verwandelt werden. Auch in Deutschland interessieren sich zunehmend Privatpersonen für den Bau eines Containerhauses. Wer die Stahlbox in Eigenregie umbauen will, muss neben ausreichendem Lichteinfall vor allem für eine gute Temperaturisolierung sorgen. Wie Sie Ihr Containerhaus richtig dämmen, verraten wir Ihnen hier:
Warum muss ein Container gedämmt werden?
Ein ISO-Container ist in seinem ursprünglichen Zweck als Transportbehältnis auf dem Seeweg nicht dafür konstruiert, im Innern ein angenehmes Klima zu bewahren. Seine Aufgabe besteht darin, Waren vor der Witterung zu schützen und auf dem Frachtschiff stapelfähig zu machen. Diese beiden Eigenschaften sind für den Hausbau ebenfalls interessant – schließlich soll kein Regen ins Innere dringen. Die Steckverbindungen, mit denen Container an Bord übereinandergestapelt werden, nutzen Architekten zuweilen auch für mehrgeschossige Container-Anlagen aus.
Die Innentemperatur eines Schiffscontainers kann dagegen während eines Seetransports zuweilen um 40 Grad Celsius schwanken. Bei starker Sonneneinstrahlung heizt er sich rasch auf; bei Kälte gibt der Stahl die Temperatur schnell in die Umgebung ab. Da die dichte Stahlkiste kein Passieren von Wasserdampf erlaubt, entsteht ein anderes Problem: Kondenswasser im Innern. Es schlägt sich nieder, wenn bei hohen Temperaturen Feuchtigkeit aus den transportieren Waren verdunstet und an den kühlen Stahlwänden kondensiert. Zu diesem Zweck hängen Transportunternehmen Trockenmittelbeutel mit in die Container oder polstern sie mit saugfähigen Materialien aus. Zwei Maßnahmen, die man sicher nicht anwenden will, wenn der Container als Wohnzimmer dienen soll.
Vorschriften zur Dämmung
Wenn ein Containerhaus mehr als vier Monate pro Jahr bewohnt wird, fällt es unter die Richtlinien der Energiesparverordnung. Diese besagt, wie groß der Energieverlust maximal sein darf, der durch die Außenhülle eines Gebäudes stattfindet. Wie stark die Wände isoliert werden müssen, begründet sich demnach nicht im persönlichen Temperaturempfinden des Bauherren, sondern in den U-Werten (Wärmedurchgangskoeffizienten) der EnEV 2014, Anlage 3, Tabelle 1.
Gerne übernehmen wir die Dämmung für Sie, kontaktieren Sie uns jetzt unter info@containerbasis.de
Welches Material eignet sich zum Dämmen eines Schiffscontainers?
PU-Spritzschaum: Schaum aus Polyurethan gilt als einfachste Möglichkeit, einen Container zu dämmen. Das Material ist in verschiedenen Isolierstärken erhältlich. Es wird auf die Innen- oder Außenseite des Containers aufgesprüht und haftet selbstständig und dauerhaft an. Bei korrektem Vorgehen entstehen dabei keine Fugen oder Spalten. Der Schaum selbst nimmt keine Feuchtigkeit auf, deshalb kommt er selbst in wasserreichen Umgebungen wie Ölplattformen gern zum Einsatz. Als Dämm-Material wird PU-Schaum in Deutschland etwa seit 5 Jahrzehnten erprobt.
Geschlossenzellige Dämmplatten: Platten aus Dämm-Material sind eine weitere Option für die Isolierung eines Containers. Bei Schaumkunststoffen unterscheidet man zwischen offen- und geschlossenzelligen Materialien. Bei offenzelligen sind die Luftbläschen im Material untereinander verbunden. Wie ein Spülschwamm üben sie eine Kapillarwirkung auf Feuchtigkeit aus und saugen sie auf. Geschlossenzellige Materialien hingegen weisen getrennte Luftbläschen auf und sind im Ergebnis wasser- und luftdicht. Das verhindert, dass sich die Dämmung im Containerhaus mit Feuchtigkeit vollsaugt und hinter der Verkleidung beginnt zu schimmeln. Im Gegensatz zu Schaum benötigen Platten oder Matten ein Holzgerüst an den Containerwänden, in das sie montiert werden könne.
Hinweis: Nutzen Sie im Innern des Containers keine herkömmlichen Dämm-Materialen aus dem Hausbau, die feuchtigkeitsdurchlässig sind. Im Container bietet diese keinen Vorteil, sondern laufen Gefahr zu verrotten, weil das aufgenommene Wasser nicht durch die Stahlhülle verdunsten kann.
Variante: Hinterlüftete Dämmung
Diese Dämmung wird innen nicht direkt auf der Wand angebracht, sondern hält bis zu 5 Zentimeter Abstand zu ihr. Dort entsteht eine Luftschicht, die durch Schlitze in der Außenhülle mit der Außenluft zirkuliert. Schimmel wird so verhindert, selbst wenn die Dämmmaterialien nicht wasserdicht sind. Die Schwierigkeit liegt hier darin, die Luftöffnungen vor Regen und Insekteneindringen abzudichten. Darüber hinaus nimmt die Dämmung durch die Breite der Luft- und Dämmschichten viel Platz im Raum ein.
Was muss beim Dämmen eines Containers beachtet werden?
Fenster und Türen, die in das Containerhaus eingebaut werden, müssen ihrerseits den U-Werten der EnEV entsprechen. Vorteilhaft sind hier dreifach verglaste Fenster mit Isolationsglas.
Innen oder außen dämmen? Wer seinen Container von innen dämmen will, muss mit einer deutlich verminderten Raumbreite rechnen. Im Urzustand beträgt diese 2,35m – wenn Dämmplatten und MDF-Platten davor angebracht werden, reduziert sie sich pro Wand um etwa 15 Zentimeter. Die Isolierung außen anzubringen ist ebenfalls nicht ganz unproblematisch. Immerhin muss die Außenhülle des Gebäudes der Witterung standhalten und es darf kein Regenwasser zwischen Container und Isolierschicht gelangen.
Wärmebrücken vermeiden: Wärmebrücken sind besonders auf Thermobildern von Gebäuden gut zu erkennen. An Fensterrahmen oder Hausecken dringt besonders viel Temperatur aus dem Innern nach draußen. Als Folge bildet sich an diesen Stellen häufig Kondenswasser und Schimmel.
Lüftung optimieren: Da Stahl nicht so porös ist wie Stein, kann Wasserdampf, der im Innern eines Containerhauses entsteht, erst einmal nicht durch die Wand nach draußen diffundieren. Infolgedessen braucht es eine optimale Lüftung, die selbst im Winter bei geschlossenen Fenstern einen Feuchtigkeitsaustausch mit der Außenluft ermöglicht.
Container selbst dämmen – lohnt sich der Aufwand?
Wer einen Container selbst dämmt, sollte wissen, was er tut. Schließlich sind die Gegebenheiten durch die wasserdichte Stahlhülle etwas komplizierter als bei traditionellem Mauerwerk. Darüber hinaus sollten Sie beim Arbeiten mit Dämm-Materialien, insbesondere mit Schaum, auf ausreichend Belüftung und einen guten Atemschutz achten.
Wesentlich praktischer ist es da, einen fertig gedämmten Wohncontainer zu kaufen. Einige Hersteller entwickeln eigens für die Isolierung von Containern spezielle Materialien, die eine hohe Isolationswirkung bei wenig Raumverlust gewährleisten. Überlassen Sie beim Dämmen Ihres Containerhauses den Profis das Handwerk, vermeiden Sie Fehler und haben unter Umständen länger Freude am Container.
Gerne übernehmen wir die Dämmung für Sie, kontaktieren Sie uns jetzt unter info@containerbasis.de
Über den Autor
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
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Der Baseler Verein ENCOURAGE baut für sein Gesundheits- und Lifestylezentrum ein Recyclinghaus aus Containern
Bild: Verein Encourage, Basel
Die Idee brachte der Kulturmanager Lukas Biry von einer Fahrradtour um die Welt mit – gemeinsam mit der Naturheilpraktikerin Sara Schwarz will er jetzt ein Beispiel-Projekt für nachhaltigen Lebensstil realisieren. Die beiden Baseler begründeten 2016 mit dem Verein Encourage ein Zentrum für interdisziplinäre Begegnungen und konzipierten dafür ein innovatives wie umweltfreundliches Gebäude: Sechs alte Schiffscontainer sollen in einem zweigeschossigen Arrangement das Haus für Meditation, Massagen, Yoga und Pilates bilden. Den beiden upcycling-begeisterten Unternehmer erschienen die ausgedienten 40-Fuß-Container mit ihren 12 Metern Länge und 2,40 Breite geradezu als ideales Baumaterial.
Ein autarkes Gebäude, versorgt mit erneuerbarer Energie
Geplant und realisiert wird die Baumaßnahme durch den jungen Architekten Jordan Prendi. Bevor Begegnungen und Kurse unter dem Containerdach stattfinden können, müssen die Frachtboxen isoliert und mit Korkböden ausgestattet werden. Das nachhaltige Naturmaterial dämpft den Schall und sorgt für ein angenehmes Klima.Die Planung sieht ebenfalls vor, das Regenwasser zur Weiternutzung zu sammeln und Solarpanels zur Energieversorgung am Haus anzubringen. Komposttoiletten dienen dazu, das im Gebäude autark zu sein, ohne das Abwassernetz zu nutzen. Die Umgebung des Containerhauses soll mit Parmakulturen indigener Pflanzen besiedelt werden und in der warmen Jahreszeit einen stimmungsvollen Aufenthaltsort bieten. Damit es im Winter im Container nicht zu frostig wird, investieren die Containerhausbauer in eine Power Wall aus dem Hause Tesla.Diese Batterie ermöglicht es, Solarenergie zu speichern, um sie auch bei grauem Himmel oder bei Dunkelheit zu nutzen, um das Innere der Container zu heizen.
Das Echo bei der Baseler Öffentlichkeit und den potenziellen Geschäftspartnern ist durchweg positiv. So haben die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) dem Team eine Grundfläche am Bahnhof Basel günstig zur Verfügung gestellt, auf der das Container-Haus platziert werden soll. Der zentrale Standort befindet sich an der Meret-Oppenheim-Straße gleich beim Gundeli-Passerellenausgang. Momentan existiert dort noch nichts außer einem Fahrradständer, einer Flixbus-Haltestelle und Unkraut. Zwar ist der Mietvertrag zunächst auf 4 Jahre befristet, doch scheuen die Projekt-Initiatoren auch einen späteren Ortswechsel nicht: „Die Container sind zerlegbar gebaut und können auch umziehen.“Dennoch ist der anvisierte Standort ideal: Er liegt in einem belebten Quartier, das verkehrstechnisch optimal erschlossen ist. Die Nachbarschaft im Gundeldingerfeld zeichnet sich bereits durch einige gemeinwohlorientierte Großprojekte aus. Kein Wunder, dass die Containerhaus-Initiatoren in ihrem Vorhaben ein Beispiel für das Basel der Zukunft sehen.
Große Unterstützung für das Container-Projekt
Insgesamt 140 Unterstützer finanzierten das Vorhaben über Crowdfunding mit insgesamt 33850 CHF. Belohnt wurden die Spender zum Beispiel mit Massage-Einheiten, Yogastunden oder einem veganen Burger-Workshop.
Etwa ein Viertel des benötigten Betrages decken die öffentlichen Spenden aktuell ab. In der Stadtgärtnerei und den Industriellen Werken Basel hat Encourage zusätzlich wohlwollende Unterstützer gefunden. Letztere nominierten das Projekt für den KMU Award, einen Preis für innovative Bemühungen um Energieeffizienz. Über Solarzellen und Regenwasserrecycling hinaus achten die Containerhausbauer zusätzlich auf die umweltschonende Beschaffung ihrer Rohstoffe. Um den Bau möglichst CO2-neutral zu gestalten, versuchen sie, über einen der nahe gelegenen Rheinhäfen an die benötigten Container zu gelangen.
Über den Autor
Andreas Atrott
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Doch wie bei jedem Bauprojekt können auch beim Container-Umbau einige Dinge schiefgehen. Einfach ins kalte Wasser zu springen ist hier die schlechteste Wahl. Angehende Container-Bauherren sollten sich stattdessen vorab gründlich über die möglichen Risiken und Fehlerquellen informieren.
Wer die folgenden Fehler vermeidet, gibt seinem Container-Bauprojekt die besten Chancen zum Erfolg:
Vor Projektbeginn keine Bau- bzw. Aufstellungsgenehmigung einholen
Wer sich nicht rechtzeitig um die erforderliche Genehmigung kümmert, versetzt seinem Bauprojekt eventuell bereits vor Beginn den Todesstoß. In Deutschland entscheidet ausnahmslos die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes darüber, welcher Gebäude-Typ an welchem Ort stehen darf. Wer einen umgebauten Container auf einem Dauerstellplatz oder einem Randgrundstück aufstellen will, kann in der Regel mit der Zustimmung der Ämter rechnen. In Wohngebieten achten die Behörden allerdings auf die Einheitlichkeit des Bebauungsbildes und zeigen sich für unkonventionelle Projekte zuweilen wenig kooperativ.
Einen gebrauchten Container kaufen, ohne seinen Zustand zu überprüfen
Container sind auf hoher See und im Hafen großen physikalischen Belastungen ausgesetzt – sei es durch rauen Seegang, extreme Witterung oder Unfälle beim Rangieren. Da am Containerhaus-Standort kaum dieselben widrigen Bedingungen herrschen, kommen durchaus auch gebrauchte Container als Baustoff infrage. Weil ihr Zustand von Stück zu Stück sehr unterschiedlich ausfällt, ist eine persönliche Begutachtung unerlässlich.
Auf dem Markt teilen Anbieter die Qualität eines Containers in vier Klassen ein: A – herausragende Qualität, B – gute Qualität, C – Lagerqualität, D – minderwertige Qualität. „Wie neu“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Container nur eine einzige Seereise von der Produktionsstätte zum Zielhafen hinter sich hat. Container, die als „Cargo Worthy“ klassifiziert werden, sind aufgrund des guten Zustandes noch zum Transport geeignet. Diese Frachtboxen weisen keine strukturellen Mängel auf. „Wind and Watertight“ bedeutet hingegen, dass der Container nur zur stationären Lagerhaltung dienen sollte.
Bei der Besichtigung eines gebrauchten Containers sollten Interessenten vor allem auf Roststellen achten. Risse und Löcher entdeckt man schnell, wenn man sich bei Tageslicht in den geschlossenen Container begibt.
ISO-Container sind in der Regel 2,43m breit und entweder 20 Fuß (etwa 6 Meter) oder 40 Fuß (etwa 12 Meter) lang. Wenn man bedenkt, dass beim Ausbau der Innenwände bis zu 6 Zentimeter durch die Isolationsschicht verloren gehen, stehen dem Bewohner eines 20-Fuß-Hauses schlussendlich weniger als 14 m² zur Verfügung. In diesen Dimensionen gleicht bereits das Koordinieren mehrerer langer Möbelstücke wie Bett und Esstisch einem Puzzlespiel. Einen Vorteil in puncto Stauraum verschafft sich, wer den Container in der sogenannten High Cube Variante wählt. Diese Exemplare sind statt gängigen 2,59m ganze 2,90m hoch und verleihen dem kleinen Haus ein großzügigeres Raumgefühl.
Überflüssige Löcher in den Container schneiden
Schiffscontainer sind robust konstruiert – immerhin werden sie auf Deck bis zu 9-fach übereinandergestapelt. Allerdings ist dies nur unfallfrei möglich, wenn die ursprüngliche Statik intakt der Stahlbox intakt bleibt. Wer plant, große Fensterfronten in seinen Container zu schneiden oder mehrere Boxen durch Stapeln und das Herausnehmen von Wänden zu verbinden, sollte die Konstruktion gegebenenfalls durch zusätzliche Stahlträger unterstützen. Eine weitere Möglichkeit für spezielle räumliche Bedürfnisse bieten Container, die an mehreren Seiten zu öffnen sind, wie Side Door Container oder Full Access Container. Diese Konstruktionen verfügen bereits über zusätzliche Verstärkungen.
Sich nicht mit der Isolation des Containers befassen
Außer speziellen Kühlcontainern, die sicher niemand bewohnen will, sind ISO-Container nicht dazu gebaut, eine konstante Innentemperatur zu halten. Im Gegenteil: Die Stahlhülle begünstigt ein Aufheizen des Innenraumes im Sommer und eiskalte Temperaturen im Winter. Um sich in einem Containerhaus wohlzufühlen, braucht es deshalb eine gute Isolations- und Belüftungstechnik.
In Deutschland spielen hier auch baurechtliche Belange eine Rolle: Als „Neubau“ unterliegen auch kleine Containerhäuser unter 50 m² der Energiesparverordnung. Damit dürfen Wände, Fenster und andere Bauteile der Außenhülle nur eine begrenzte Wattanzahl der thermischen Energie nach außen hin abstrahlen. Diese betreffenden Wärmetransmissionswerte listet Paragraf 8 Absatz 3 der EnEV 2014 auf.
Keinen Puffer ins Budget einplanen
Sonderangebote bei Gebrauchtcontainern bieten auf den zweiten Blick manchmal keinerlei Vorteile – schließlich muss jedes Schnäppchen auch zum endgültigen Bauplatz gebracht werden. Beim Transport auf der Straße berechnen die Anbieter etwa 1,50 Euro pro gefahrenen Kilometer. Die folgende Leerfahrt des LKW zum nächsten Beladeort muss der Containerkäufer zusätzlich bezahlen.
Wer selbst ein begabter Handwerker ist, kann seinen Container für etwa 10.000€ in ein spartanisches Häuschen umbauen. Mit bis zu 1300€ Baukosten pro Quadratmeter ist das Containerdomizil genau so teuer wie ein Haus gleicher Größe. Ausreichende finanzielle Toleranzen sollten trotzdem eingeplant werden – egal, ob man selbst Hand anlegt oder es einem Profi überlässt. Schließlich stellt jedes Bauprojekt individuelle Ansprüche und verursacht unkalkulierbare Probleme, z.B. Baustopps bei Wetterumschwüngen und verzögerten Materiallieferungen.
Keine erfahrenen Partner mit ins Boot holen
Von der Bezugsquelle des Containers bis hin zum Ausbau – gut beraten ist, wer sich auf erfahrene Anbieter verlässt. Sowohl das Beurteilen von gebrauchten Seecontainern als auch deren Handhabung braucht Fachwissen, das Firmen fehlt, die nur mit „regulären“ Baumaterialien arbeiten. Sprechen Sie uns gerne an – wir unterstützen Sie bei der Umsetzung Ihres Projekts!
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
Die German International School in Sydney unterrichtet ihre Schüler in Klassenräumen aus Seecontainern
Bilder: germanschoolsydney.com
Seit Januar 2018 verfügt die German International School Sydney über einen im Stadtgebiet einzigartigen Klassenzimmer-Komplex. Insgesamt 12 umgebaute Schiffscontainer, sechs 20-Fuß-Exemplare und sechs 40-Fuß-ISO-Container, bilden die neuen Unterrichtsräume.
Die Initiative kam aus der Elternschaft
Den Anstoß zur Umsetzung der innovativen Bauweise gab Architekt Andrew Nolan, dessen Kinder selbst die deutsche Schule besuchen. Gemeinsam mit dem Verwaltungsratspräsidenten Bernd Winter erwog Nolan eine Alternative zur geläufigen Modulbauweisen, wie sie bei institutionellen Gebäuden häufig Anwendung findet. „An unserer Schule ermutigen wir die Schüler, zu progressiven und vorangehenden Denkern zu werden“, so Winter. Daher stieß die Pionierlösung, umgebaute Frachtcontainer in kreative Räume zu verwandeln, in der Schulgemeinschaft sofort auf Zuspruch. Die Flexibilität der Containerarchitektur trage zusätzlich dem Wachstumsbestreben der Schule Rechnung.
Luftige Bauweise durch gestapelte Container
Die vier zusätzlichen Container-Klassenzimmer bestehen jeweils aus zwei parallel angeordneten Containern auf dem Boden und einem weiteren, der mittig über die zusammenstehenden Langseiten gesetzt wurde. Dieser Container im „Obergeschoss“ ermöglicht eine doppelte Raumhöhe und ist wichtig für Beleuchtung und Klima. Mit einer nach Süden ausgerichteten Glasfront liefert er Tageslicht ohne zu blenden und verhindert den Eindruck von Enge, der in Flachdachgebäuden zuweilen entsteht. Darüber hinaus schafft der obere Container Platz für die Klimaanlage und enthält Wärmekammern zum passiven Heizen und Kühlen des Raumes. Die auf Erdniveau stehenden Container dienen als große multifunktionale Lernräume, die Schülern Gelegenheiten zum Lernen, Entfalten und Präsentieren von Projekten bieten. In ihrer ausgeklügelten klimaregulierenden Konstruktion und unter dem Recycling-Aspekt zweifach genutzter Schiffscontainer entsprechen die neuen Räume perfekt dem ökologischen Anspruch der deutschen Schule.
Gestaltung in Harmonie mit der Umgebung
Die Container architektonisch zu Dreiergruppen zusammenzufassen, stellte laut Bernd Winter eine bewusste Entscheidung dar: In der gestaffelten und über dem Gelände verteilten Form, harmoniert der Komplex mit der umgebenden Ursprünglichkeit des Buschlandes. Die lockere Anordnung der Boxen schafft optisch vielfältige Perspektiven und verhindert die visuelle Strenge und institutionelle Ausstrahlung, wie sie eine reihenweisen Anordnung der Frachtboxen vermitteln würde.
Aufgelockert wird die Containerarchitektur zudem durch den farbenfrohen und abwechslungsreichen Anstrich einer jeden Frachtbox. Das bunte Ensemble weckt Assoziationen an das Farbspektrum der australischen Loris, den nektartrinkende Papageien, die als typisch für die hiesige Fauna gelten. Dass die Außenwände der Container nur gestrichen und nicht verkleidet wurden, ist ebenfalls gestalterisches Kalkül. Die gesickten Wände aus Cortenstahl vermitteln eine abstrakte und moderne Atmosphäre. Dass die bunten Blöcke im Ganzen Assoziationen zu Bauklötzen herstellen, ist in der Schule durchaus gewollt.
Mit ihrem fröhlichen Konzept setzen die Erbauer auch ein Statement gegen das zuweilen schlechte Image der Containerarchitektur. Im Vergleich mit den Beton-Bauwerken des Brutalismus entdecken Kritiker auch in der ab der Jahrtausendwende erstarkenden Container-Architektur manchmal neo-brutalistische Elemente. Obgleich die Frachtboxen mit ihrem Design schnell einen industriellen Charme verbreiten, zeigen etliche Beispiele gelungener Containerhäuser rund um die Welt, dass die Gebäude auch eine inspirierende, ruhige und ästhetische Erscheinung haben können.
Eröffnung mit feierlicher Zeremonie
Nach 18 Monaten Bauzeit wurde der in Sydney einzigartige Klassenraumkomplex am 31.1.2018 durch Robert Stokes, den Bildungsminister von New South Wales, sowie dem deutschen Konsul Lothar Freischlader offiziell eingeweiht. Dabei betonte der Minister die Wechselbeziehung zwischen einer der anregend gestalteten Lernumgebung eines Schülers und dem zu erwartenden Bildungserfolg. „Die neuen Klassenzimmer der German International School Sidney verkörpern dieses Prinzip“, konstatierte Stokes bei der Einweihung der bunten Räumlichkeiten.
Über den Autor
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
Ein australisches Unternehmen konzipiert ein faltbares Haus im 20-Fuß-Container
Weltweit existieren beeindruckende Beispiele für Häuser aus recycelten Containern. Dabei bildet die einzelne Stahlbox vor allem den passenden Baustoff für Anhänger der Tiny-House-Bewegung. Ein australisches Unternehmen will jetzt die Vorteile des genormten Schiffscontainers mit einem erweiterten Raumkonzept kombinieren:
Das Containerhaus – entweder mehr Raum oder mehr Mobilität
Ein Mini-Haus im Schiffscontainer. Dieses Projekt birgt die Möglichkeit, sein Haus per LKW an jeden Ort in Europa hinzubewegen und per Schiff sogar andere Kontinente zu erreichen. Doch selbst bei Verwendung eines 40-Fuß-ISO-Containers bekommen die Bewohner die begrenzten Dimensionen ihres mobilen Heims deutlich zu spüren: Im Innern beträgt die Raumbreite des Containers 2,35m; abzüglich der nötigen Wand-Isolation bleiben etwa 2 Meter. Das Aufstellen eines Doppelbetts schränkt hier die Bewegungsfreiheit der Bewohner deutlich ein.
Wer dagegen versucht, durch das Kombinieren mehrerer Container größere Räume zu erzeugen, muss auf die Statik achten. Entfernt man die Längswand eines Schiffscontainers, beraubt man die Stahlbox damit eines zentralen Stabilisierungs-Elements. Darüber hinaus lassen sich Häuser aus mehreren Containern nicht mehr ganz so unproblematisch zu anderen Aufstellungsorten transportieren. Das ausklappbare Containerhaus der australischen Firma EBS Block will das Bedürfnis nach Mobilität und den Wunsch nach zusätzlichem Wohnraum in Zukunft verbinden:
Ein Haus wie ein Klapp-Wohnwagen
Auf Basis eines 20-Fuß-High-Cube-Containerskonstruierte das Unternehmen ein Haus, das schlussendlich auf die Grundfläche von 8 mal 6 Metern erweitert werden kann. Vom Prinzip her erinnert es an Klapp-Caravans, die bequem als Anhänger gefahren und schließlich auf dem geeigneten Campingplatz zum komfortablen Wohnwagen ausgeklappt werden. Was das Containerhaus betrifft, befinden sich sämtliche Wände, Streben und Installationen im eingeklappten Zustand im Innern des Containers. Ein Transport per LKW oder sogar rund um den Globus ist auf diese Weise problemlos möglich.
Die Transformation vom Container zum Haus in 5 Minuten
Noch einfacher soll laut Firmenangabe der Aufbau des Hauses laufen. Hier ist kein Schrauben oder Hämmern vonnöten – die Transformation des 20-Fuß-Containers in das komfortable Anwesen soll auf Knopfdruck automatisiert funktionieren. Dabei erhebt sich das Dach des Containers in die Höhe, seine Seitenwände klappen auf und lassen die erweiternden Wände und das Dach zu beiden Seiten herausfahren. Integriert sind zusätzlich ein Badezimmer und sämtliche Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser. Das Leitungssystem muss seinerseits lediglich an bereits vorhandene Versorgungsanschlüsse angeschlossen werden, wie es auch beim Wohnwagen auf dem Campingplatz der Fall ist. Völlig entfaltet bietet das Containerhaus schließlich 54 Quadratmeter Lebensraum mit einer Raumhöhe von 3,5 Metern. Darauf verteilen sich 2 Schlafzimmer, ein Gemeinschaftsraum, ein Bad und eine Küche. Laut Angabe des Herstellers soll das Entfalten des Containers in seine endgültigen Raumdimensionen lediglich 5 Minuten in Anspruch nehmen.
Ausklapp-Haus als Feriendomizil oder mobiles Familienheim
Für Privatleute empfehlen die Schöpfer des Klappcontainerhauses die Verwendung als Ferienhaus oder temporärer Wohnsitz. Zwar braucht man im Endeffekt zwei Transporteinheiten, um mit dem EBS-Block-Haus umzuziehen – einmal den Hauscontainer und einen weiteren für das Mobiliar –, doch ist dieser Aufwand gerechtfertigt gegenüber dem Vorteil, das eigene Haus überall hin mitnehmen zu können. Alle paar Jahre könnten die Hausbewohner auf diese Weise den Ferien- oder Wohnort wechseln. Für Familien besteht die Möglichkeit, bis zu drei der Containerhäuser zu einer größeren Wohneinheit zu kombinieren. Darüber hinaus betonen die Macher, dass Konstruktionsstabilität, Fassade und Isolation an die raue Umwelt und die anspruchsvollen Wetterbedingungen ihres Standorts Australien angepasst sind.
Mehr Möglichkeiten für Saison-Gastronomie
Aktuell befindet sich EBS Block in der Vorproduktionsphase und das faltbare Containerhaus ist noch nicht für Privatkunden verfügbar. In Zukunft soll das Produkt allerdings weltweit bestellbar sein. Neben den Privathäusern sollen dann auch Varianten für Veranstalter und Unternehmen angeboten werden. Geplant ist eine Version, die als Bar oder Café dienen kann, und eine weitere, die als Veranstaltungsort fungiert. Gerade für Gastronomie-Betreiber könnte es ein faltbares Containergebäude ermöglichen, saisonale Angebote zu machen, die für Kunden mehr Komfort bieten als ein Verkaufsstand.
Über den Autor
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg.
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