Das Tiny House – mehr Freiheit dank Mini-Heim?


Den eigenen Wohnraum zu verkleinern, vergrößert Freiheit und Sicherheit – daran glauben hierzulande immer mehr Menschen. Der Hintergrund: Aktuell klettern Immobilien- und Energiepreise auf ein Allzeithoch. Für Normalverdiener rückt das klassische Einfamilienhaus deshalb in weite Ferne. Auch der Gedanke an Nachhaltigkeit bremst die Baulust. Denn viele Hausbesitzer wollen ihren Verbrauch an Wohnraum, Baumaterial und Energie der Umwelt zuliebe reduzieren. Hier überzeugen Tiny Houses gleich doppelt: Sie bieten preisgünstigen Wohnraum, der Ressourcen schont. Doch macht das die Mini-Häuser zur Wohnform der Zukunft?

Der folgende Artikel erklärt, was ein Tiny House technisch definiert, welche Bauformen existieren und wo man die Mini-Häuser in Deutschland überhaupt nutzen darf.

Woher kommt der Trend zum Tiny House?

Zugegeben: Das Wohnen im (mobilen) Mini-Gebäude ist keine neue Erfindung. Schausteller und Zirkusartisten lebten schon immer so, bevor der Urtyp des Tiny House in den 1980er Jahren die alternative Wohnkultur erreichte. Damals entwickelten sich aus der Hausbesetzer-Szene die Bauwagenplätze, z.B. die „Bambule“ im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Wer zur selben Zeit als Kind vor dem TV-Gerät saß, dem prägte sich ein idyllisches Bild vom Leben im Bauwagen ein: durch Hauptdarsteller Peter Lustig in der ZDF-Wissens-Sendung „Löwenzahn“. 

Doch der Trend, der das Tiny House als Wohnform für Jedermann propagiert, entwickelte sich erst zur Jahrtausendwende in den USA. Dort gilt Jay Shafer als Pionier der Szene. Er baute 1999 in Eigenleistung ein „Tiny House on Wheels“. Dieselbe Form, an der sich aktuelle Entwürfe noch immer orientieren. 

Nach der Immobilienblase zum neuen Realismus

Viele Amerikaner kopierten Shafers Lebensmodell im Tiny House, nachdem sie in der Finanzkrise 2008 ihre Häuser verloren hatten. In deren Vorfeld war die durchschnittliche Wohnfläche eines US-Einfamilienhauses auf über 200 Quadratmeter gewachsen. Allgemein herrschte die Vorstellung, dass die üppige Lebensweise für jeden erschwinglich wäre – zumindest auf Kredit. Nach dem Schock der Bankenkrise rückten dann Aspekte wie finanzielle Unabhängigkeit, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit wieder mehr in den Fokus von Wohnraumsuchenden. Hier bieten Tiny Häuser einen Lösungsansatz für diverse Probleme.


Ein Tiny House kaufen – diese Gründe sprechen für Downsizing im Wohnen

Nicht nur in den USA galt lange „Bigger is Better“ – auch in Deutschland stieg nach dem Zweiten Weltkrieg der Wohnflächenverbrauch immens. Während in den 1960er Jahren jedem Bundesbürger 20 Quadratmeter zur Verfügung standen, bewohnt eine Person heutzutage mit 47 Quadratmetern mehr als doppelt so viel. Doch aktuell findet ein Bewusstseinswandel statt. Immer mehr Menschen entscheiden sich mit Tiny Häusern für das Downsizing beim Wohnen. Was sind ihre Gründe?

  1. Begrenztes Budget: Gerade in beliebten Städten ist das klassische Einfamilienhaus für junge Menschen unerschwinglich geworden: In Berlin kostet es rund 780.000 Euro; in München über 1,5 Millionen. Auch im Tiny House ist der Quadratmeterpreis nicht billig – in der Summe aber gut bezahlbar. Die meisten Hersteller bieten ein voll ausgestattetes und mobiles Mini-Haus ab 45.000 Euro an. Wer selber baut, kommt noch günstiger weg. Das macht das Tiny Haus gerade für Berufseinsteiger, die trotz geringem Eigenkapital Wohneigentum besitzen wollen, zur erschwinglichen Variante. Und es kann berufsbedingte Wohnortwechsel einfach mitmachen.
  2. Bewusstes Downsizing: Jüngst bemerken Tiny House Hersteller eine wachsende Nachfrage in einer bestimmten Kundengruppe: Rentner und Menschen ab Mitte 50 entscheiden sich immer häufiger dafür, ihre Wohnfläche stark zu reduzieren. Der Grund: Bei vielen sind die Kinder ausgezogen und das ehemalige Familienheim wird schlichtweg zu groß. Immerhin bedeutet es Arbeit, 200 Quadratmeter Wohnfläche zu putzen, ein altes Haus laufend zu reparieren – ganz zu schweigen von der (finanziellen) Verantwortung, das Gebäude technisch und energetisch auf dem aktuellen Stand zu halten. 

Die Lösung für Mutige: Das alte Haus wird verkauft, die Einrichtung ausgemistet und man beginnt ein neues Leben im Mini-Format. Wer als Rentner nicht mehr ortsgebunden arbeitet, kann sich außerdem frei dazu entscheiden, mit dem mobilen Tiny House öfter mal den Wohnort zu wechseln.

  1. Mobilität: Berufe fordern Flexibilität, der Klimawandel schafft Wetter-Extreme – beides macht es der jungen Generation schwer, sich perspektivisch bis ans Lebensende an einen Wohnort zu binden. Die Beliebtheit des Lifestyles von digitalen Nomaden beweist außerdem selbst im Computerzeitalter: Irgendwie scheint dem Menschen eine nomadische Lebensweise in die genetische Wiege gelegt worden zu sein. Auch dieses Bedürfnis kann ein Tiny erfüllen. Immerhin behält der Bewohner stets die Option, es irgendwann ganz woanders aufzustellen.

Definition Tiny House: innen wirkt´s geräumig, außen ist´s kompakt

Was heißt jetzt eigentlich „tiny“ beim Haus? Hier variieren die Definitionen je nach Anbieter. Im deutschen Sprachraum versteht man darunter in der Regel ein Haus mit weniger als 50 Quadratmetern Wohnfläche. So ein Gebäude kann mobil sein, indem man es per Anhänger am PKW bewegt, muss es aber nicht. Den eigentlichen Clou der Mini-Häuser bildet die ausgefeilte Einrichtung, die jeden Zentimeter Raum sinnvoll nutzt. Da verschwinden Schubladen in Raumspartreppen, Regale fungieren als Leiter und geschlafen wird auf einer eingezogenen Ebene unterm Dach. Die klassischen Raumfunktionen Wohnen, Schlafen, Kochen und Körperhygiene deckt das Tiny House voll ab, braucht dafür aber deutlich weniger Fläche als ein klassisches Haus.

Was ist ein Tiny House – laut Baugesetz?

Im deutschen Baugesetz existiert der Begriff „Tiny House“ bislang nicht. Wer so ein Mini-Haus als Wohngebäude ganzjährig nutzen will, muss deshalb die normalen Anforderungen einhalten, die für jedes noch so große Haus gelten. Im Klartext heißt das: Der Tiny House Grundriss muss definierte Bereiche für Wohnen, Bad und Küche aufweisen. Ohne WC wäre das Haus als ständiger Wohnraum nicht genehmigungsfähig. Dass ein Tiny House ganzjährig bewohnbar ist, müssen außerdem die spezielle Dämmung der Wände sowie seine Heizung gewährleisten. Schließlich müssen ein Wasseranschluss und ein Stromanschluss vorhanden sein.

Ich will ein Tiny House kaufen – welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Preise für ein voll ausgestattetes Tiny House beginnen bei den meisten Herstellern bei rund 45.000 Euro und sind nach oben hin nicht begrenzt. Je exklusiver der Kunde die Innenausstattung wählt und je größer das Tiny House absolut wird, desto teurer wird das Projekt. Auch Luxus-Features wie die Sauna oder Extras wie eine hauseigene Photovoltaik-Anlage lassen die Kosten steigen. Tiny Häuser sind in den meisten Fällen handwerkliche Einzelanfertigungen – daher kann auch ihr Preis stark variieren. Laut Umfragen lag der Durchschnittspreis 2020 bei etwa 67.000 Euro.

Interessierte sollten dabei bedenken: Nicht nur der Kaufpreis für das Tiny Haus bestimmt die Wohnkosten. Hinzu kommen wie in jeder anderen Wohnung die laufenden Kosten für Strom und Wasser. Außerdem muss ein Tiny House irgendwo stehen. Das bedeutet für die Bewohner entweder, eine Pachtgebühr oder Stellplatzmiete zahlen zu müssen, oder in ein Baugrundstück zu investieren.

Ein Tiny House mieten – so können Interessenten das Mikrowohnen testen

Wer sich unsicher ist, ob das Wohnen auf kleinstem Raum überhaupt zum eigenen Lebensgefühl passt, sollte es einfach ausprobieren. Die Möglichkeit dazu bieten viele private Ferienhaus-Vermieter und etliche Camping-Plätze in Deutschland. Interessierte können zum Beispiel einen Urlaub im Naturresort Land of Green bei Worpswede nahe Bremen planen, wo sie im Tiny House Dorf zwölf Häuser verschiedener Hersteller probeweise bewohnen und das minimalistische Lebensgefühl testen können. 

Diese Arten von Tiny Houses gibt es

Tiny Haus ist nicht gleich Tiny Haus. Unter den Oberbegriff fallen mehrere Konstruktions-Arten, die sich in Preis, Komfort und Mobilität deutlich unterscheiden können. Die beliebtesten sind die folgenden Haustypen:

  • Seecontainerhaus: Ein Boden, vier Wände und ein Dach – ein Schiffscontainer bietet fertig umbauten Raum, der sich per LKW an beliebige Orte transportieren lässt. Damit daraus ein Haus wird, müssen Wände gedämmt und Fenster eingesetzt werden. Außerdem braucht es einen gemütlichen Innenausbau. Da gebrauchte Seecontainer mit einem Preis ab 2000 Euro einen relativ günstigen Rohbau bieten, entscheidet sich manch leidenschaftlicher Heimwerker für den Selbstausbau zum Haus. Einige Hersteller bieten auch wohntauglich ausgebaute Seecontainer zum Kauf an.
  • Containerhaus bzw. Modulhaus: Hier bildet kein Seecontainer die Grundform, sondern Container-Module, die man auch für temporäre Büros oder Schulgebäude kennt. Sie lassen sich modular erweitern und können damit vom Tiny House zum Familienheim wachsen.
  • Individuell gefertigtes Tiny House: Deutschlandweit haben sich aktuell etwa 75 holzverarbeitende Betriebe auf individuelle Tiny Houses spezialisiert. Sie werden meist auf der Basis eines Anhängers gebaut, damit sie später per PKW gezogen werden können. Boden, Wände und Dach des Tiny Houses bestehen hier aus Holz – wobei viele Betriebe auf Holz aus nachhaltiger und lokaler Forstwirtschaft setzen. 

Mehr als Wohnraum – was können Tiny Houses noch?

Kleine Räume, die sich flexibel positionieren lassen, sind nicht nur zum Wohnen beliebt. Unternehmerisch lassen sich Container beispielsweise als Ausstellungsräume bzw. Showrooms auf Messen oder Märkten nutzen. In einem Office Container lassen sich Büro- und Verwaltungsaufgaben genau dorthin verlagern, wo immer sie benötigt werden. Auch pädagogische Konzepte wie Natur- oder Waldkindergärten profitieren von mobilen Räumen auf Rädern oder einer flexiblen Container-Architektur. 


Sind alle Tiny Houses mobil?

Im Prinzip ja: Tiny Houses aus Seecontainern kann man per LKW transportieren und auch Modulhäuser lassen sich relativ unkompliziert demontieren und versetzen. Doch nur klassische Tiny Houses auf Basis eines PKW-Anhängers können spontan durch ihre Besitzer bewegt werden. Die Voraussetzung: Der Hänger und die erforderliche TÜV-Zulassung begrenzen hier die Maße des Hauses. Für den deutschen Straßenverkehr darf es maximal 2,55 Meter breit, 4 Meter hoch und 12 Meter lang sein. Da das Haus als PKW-Anhänger ein Gewicht von 3,5 t nicht überschreiten darf, lässt sich die Länge jedoch kaum ausnutzen. Tiny Häuser, die per Auto bewegt werden, erreichen meist nur zwischen 6 und 7 Metern Länge. Falls das Gewicht oder die Maße keine TÜV-Zulassung als PKW-Anhänger erlauben, besteht noch die Möglichkeit, das Tiny Haus per LKW als Sondertransport zu verfahren.

Tiny Houses in Deutschland – Grundstück, Baugenehmigung und Co

Auch ein kleines Haus muss hierzulande große bürokratische Hürden nehmen, bevor seine Bewohner es rechtmäßig aufstellen und nutzen dürfen: Hängt es als Anhänger am PKW, braucht es eine TÜV-Zulassung. Sobald es auf einem Grundstück parkt und bewohnt wird, fällt es in den Zuständigkeitsbereich der Baubehörden.

Welche Normen muss ein Tiny House als Dauerwohnsitz erfüllen?

Für eine Dauernutzung rund ums Jahr muss das Tiny Haus den generellen Anforderungen an Wohngebäude entsprechen: Es braucht eine minimale Raumhöhe von 2,4 Metern und darf nur dann fensterlose Sanitärräume haben, wenn eine Lüftung den Luftaustausch gewährleistet. Zusätzlich fallen die Maße von Treppen, Fenstern und Türen unter die Vorschriften der Landesbauordnung für Fluchtwege. Als kleines Wohngebäude unter 50 Quadratmeter braucht ein Tiny House auch nach dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) keinen Energieausweis. Die einzelnen Bauteile eines Kleinsthauses müssen jedoch den Anforderungen des GEG entsprechen und dürfen nur eine begrenzte Wärmedurchlässigkeit (maximaler U-Wert) aufweisen. 

Wo darf man sein Tiny House zum Wohnen aufstellen?

Um die Baugenehmigung für ein Tiny House zu erhalten – was in diesem Fall einfach das Hinfahren und Aufstellen bedeutet – braucht der Besitzer ein geeignetes Grundstück. Dieses Grundstück muss erschlossen sein und gemäß BauNVO für die Nutzung durch Wohngebäude ausgewiesen sein. Infrage kommen z.B. reine Wohngebiete, Mischgebiete oder „Gebiete zur Erhaltung und Entwicklung der Wohnnutzung“ bzw. Sondergebiete. 

Tiny House im Garten des Elternhauses – geht das?

Wenn Eltern oder Freunde einen großen Garten besitzen, liegt es nahe, das Grundstück für ein Tiny House Projekt zu teilen. Das Problem: Welche Fläche eines existierenden Grundstücks überhaupt bebaut werden darf, ist durch den örtlichen Bebauungsplan geregelt. Er schreibt in vielen gewachsenen Wohngebieten auch vor, welche Architektur erlaubt ist. Kubische Tiny Häuser zwischen den typischen Einfamilienhäusern mit Satteldach haben oft schlechte Karten auf eine Genehmigung, weil sie aus dem Stadtbild fallen. 

Wo gibt es Tiny House Siedlungen?

Einige Städte reagieren auf die wachsende Nachfrage und weisen neue Baugebiete speziell für die Nutzung mit Tiny Häusern aus. Für Tiny Houses in Bayern stehen etwa Flächen in Amberg, Coburg, Pfaffenhofen und Erding zur Verfügung. Besitzer von Tiny Houses in Nordrhein-Westfalen können Grundstücke in der Stadt Hamm bekommen. Dortmund bietet mit der Tiny Village Sölde Platz für 12 Tiny Houses, während die Stadt Jülich immerhin 10 Bauplätze ausweist. 


Tiny House als Wochenendhaus – Welche Auflagen sind zu beachten?

Wer sein Tiny House für den Wochenendurlaub am Meer, am Badesee oder in der Natur nutzen will, hat Zugriff auf andere Grundstücke. Anders als Wohnhäuser dürfen Ferienhäuser und Wochenendhäuser nämlich in ausgewiesenen Sondergebieten stehen, die der Erholung dienen. Der Vorteil: Viele dieser Grundstücke befinden sich in attraktiver landschaftlicher Umgebung. Hier ist der Gestaltungsansatz nicht streng geregelt, sodass es selten Probleme mit der Baugenehmigung gibt. Der Nachteil: Ferienhäuser dürfen in der Regel maximal vier Monate im Jahr bewohnt werden – die Anmeldung als Dauerwohnsitz ist in den meisten Gemeinden dort nicht gestattet.

Im Tiny House auf dem Campingplatz – was müssen Bewohner beachten?

Da Grundstücke teuer und Baugenehmigungen selten sind, weichen viele Tiny-Haus-Besitzer auf Campingplätze aus. Ein Pluspunkt: Der Stellplatz erfordert keine Baugenehmigung und kann günstig gemietet werden. Die einzigen Auflagen bestehen hier darin, dass das Haus nicht mehr als 50 Quadratmeter Wohnfläche haben darf und die Höhe von 3,5 Metern nicht überschreitet. Allerdings gestatten viele Campingplatzbetreiber auch Tiny Houses bis zu 4 Metern Gebäudehöhe die Aufstellung. Falls ein Campingplatz nicht in einem ausgewiesenen Erholungsgebiet liegt, sondern nahe eines Wohngebiets, können Tiny House Bewohner dort mit Zustimmung des Betreibers und Ausnahmegenehmigung vom Amt sogar ihren Erstwohnsitz anmelden. 

Wie nachhaltig ist ein Tiny House?

Im Hinblick auf Umwelt und Ressourcen kann man mit dem Tiny House eine einfache Rechnung aufmachen: Je weniger Raum pro Person umbaut und beheizt werden muss, desto geringer ist der Bedarf an Baumaterial und Energie. Ergo sinkt auch der CO2-Ausstoß mit jedem Menschen, der seine Etagenwohnung bzw. sein Einfamilienhaus gegen ein Mini-Haus eintauscht. Hinzu kommt: Viele Tiny Houses bestehen aus recycelten Materialien wie gebrauchten Schiffscontainern oder Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Relativ gesehen erreichen Tiny Häuser allerdings nie die gute Energie-Effizienzklasse moderner Passivhäuser. Aufgrund der verbauten Infrarotheizung und der dünnen Wände braucht ein Tiny Haus bezogen auf den Quadratmeter mehr Energie als ein KfW40-Haus mit Wärmepumpenheizung. 

Autark leben – das Tiny House macht´s möglich?

Warmes Wasser und Strom im Tiny Haus selbst erzeugen, um von den großen Energieversorgern unabhängig zu sein – das ist leider nur bedingt möglich. In der Theorie könnte eine Photovoltaikanlage auf dem Dach in Kombination mit einem Batteriespeicher zwar ausreichend Strom erzeugen, in der Praxis machen das aber zwei Faktoren schwierig: Bei langen Schlechtwetterperioden in Deutschland produziert die kleine Dachfläche per Photovoltaik relativ wenig Strom. Ein großer Batteriespeicher ist jedoch teuer und schwer – er treibt sowohl das erlaubte Gewicht als auch Preis des Tiny Houses empfindlich in die Höhe. Für ein voll-autarkes Tiny House müssen Interessenten daher rund 180.000 Euro einplanen und eventuell Abstriche bei seiner Mobilität machen. 

Fazit

Klein, aber mein: Die Investitionssumme für ein Tiny House ist begrenzt, ein Kredit schnell getilgt – das macht das Mini-Haus attraktiv für Menschen, die finanzielle Risiken meiden. Abenteurer überzeugt dagegen die Möglichkeit, mit dem Haus an neue Orte zu reisen. Minimalisten gibt das Mikro-Heim die Gelegenheit, Überflüssiges über Bord zu werfen und sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Insgesamt bietet das Downsizing des Wohnraums gute Argumente für viele verschiedene Zielgruppen – doch ob das eigene Leben in ein Tiny House passt, muss jeder, der in die eigenen vier Wände strebt, individuell entscheiden.


Über den Autor

Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Fundamente für Container anlegen – das müssen Sie beachten

Platten-, Streifen- oder Punktfundament? Welche Basis ein Container braucht, hängt von Größe und Bodenbeschaffenheit ab.

Ob als Lagerraum auf Zeit oder als Ferienhaus auf dem eigenen Grundstück – recycelte Schiffscontainer können das Bedürfnis nach mehr Raum schnell und günstig befriedigen. Doch lässt sich ein Container einfach an einem beliebigen Ort aufstellen und prompt benutzen? Nur bedingt. Denn selbst wenn die Stahlbox zu Wohnzwecken bezugsfertig ausgebaut ist, muss sich der Nutzer vorab Gedanken um den Boden am Aufstellungsort machen: Abhängig davon, wie dieser beschaffen ist, braucht der Container ein Fundament für den sicheren Stand.

Ist ein Fundament für einen Container überhaupt nötig?

Allein das Leergewicht eines 20-Fuß-Containers beträgt 2,3 Tonnen. Je nachdem, welchen Inhalt er fasst, übt er einen hohen Druck auf den Untergrund aus. Auf schlammigem und sandigem Boden platziert, kann die Box schnell einsinken; insbesondere in Regionen mit viel Niederschlag. Während in kleinen Containerhäusern dann durch unebene Böden zumindest die Möbel ins Rutschen geraten, können Konstruktionen aus gestapelten Containern sogar umstürzen.

Je höher ein Gebäude im Verhältnis zu seiner Grundfläche aufragt, desto stärker wirkt sich ein ungeeigneter Boden auf seine Stabilität aus – das zeigt etwa der Schiefe Turm von Pisa eindrucksvoll. Der Glockenturm wurde einst auf den lehmigen und sandigen Untergrund eines ehemaligen Hafenbeckens gesetzt, ohne für sein Gewicht ein adäquates Fundament zu schaffen. Schon als das zweite Stockwerk des Gebäudes abgeschlossen wurde, fing es an, sich zu neigen.

Ein Fundament benötigen daher alle

  • langfristig genutzten Container auf weichem Untergrund
  • mehrstöckige Containergebäude

Kein Fundament benötigen

  • kurzfristig Container, z.B. zeitweilige Lagercontainer, auf festem Grund
  • Container, die auf versiegelten Flächen wie Asphaltplätzen stehen

Im letzten Fall sollte der Container dennoch nicht direkt auf dem Untergrund stehen, damit ihr Boden ausreichend belüftet wird und der Stahl nicht rostet. Wer seinen Lagercontainer auf einer befestigten Fläche, z.B. auf einem Parkplatz, aufstellt, sollte ihn an den vier Ecken auf Unterbauplatten stellen.

Welches Fundament ist das geeignete für einen Container?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt von den folgenden Faktoren ab:

  • Gesamtgewicht der Containerkonstruktion
  • Beschaffenheit des Bodens vor Ort
  • Anforderung an das Drainagesystem
  • Regionales Klima
  • Bestimmungen vonseiten der Baubehörden

Generell kommen 4 Fundament-Arten für ein Container-Gebäude infrage

  1. Die Bodenplatte: Was für ein Einfamilienhaus den Standard bildet, ist für die meisten Container überdimensioniert und zu kostenintensiv. Betonierte Bodenplatten brauchen Containerbauten nur auf extrem instabilem Grund, auf dem die Platte quasi „schwimmt“.
  2. Streifenfundament: Hier bilden etwa 80 Zentimeter tiefe und 50 Zentimeter breite Beton-Streifen die Auflageflächen für den Container. Im Falle eines Containers müssen die Streifen nicht umlaufend unter den vier Wänden gezogen werden. Für einen 20-Fuß-Container genügen 3 Streifen, die jeweils parallel unter beiden Stirnseiten und in der Mitte der Stahlbox verlaufen.
  3. Punktfundament: Hierbei leiten betonierte Fundamentpunkte den Druck des Containers gleichmäßig in den Boden ab. Das funktioniert nur dann, wenn die Punkte etwa den gleichen Abstand voneinander haben. Für eine größere Stabilität wird der Beton mit sogenannten Bewehrungskörben aus Eisengeflecht verstärkt.
  4. Pfahlfundament: Hierbei werden Stahlpfähle mit Gewinde in den Boden gedreht. Ihre Oberseite trägt den Container und kann mit ihm verschweißt bzw. verschraubt werden.

Punktfundament für Container anlegen – eine Anleitung

Für kleine Containerhäuser und Einzelcontainer reicht ein Punktfundament in der Regel aus. Sein Vorteil liegt darin, dass es weniger Material benötigt als eine Fundamentplatte und daher günstiger ist. Darüber hinaus lässt es sich im Eigenbau wesentlich leichter herstellen als ein durchgehend gegossenes Fundament. Ein Container benötigt etwa alle 2,5 bis 3,5 Meter einen Auflagepunkt auf dem Untergrund. Bei einem Punktfundament für einen 20-Fuß-Container müssen Sie also mit 6 Fundamentpunkten planen – 4 an den Ecken des Containers und jeweils einen weiteren auf dem Mittelpunkt jeder Langseite.

Für den Fundamentbau brauchen Sie

  • 6 Holzpflöcke
  • Schalbretter
  • Maurerschnur
  • Wasserwaage
  • Spaten
  • Betonmischung
  • Betonwanne und Rührgerät
  • Bewehrungskörbe aus Metall


So gehen Sie vor:

  1. Planen Sie das Fundament exakt: Dabei stecken Sie das Zentrum jedes der 6 Fundamentpunkte mit einem Holzpflock ab und spannen die Maurerschnur dazwischen auf. Die Schnur hilft dabei, zu ermitteln, ob sich alle Pflöcke der Langseiten bzw. der Schmalseiten des Containers exakt in einer Flucht befinden.
  2. Heben Sie an jedem durch einen Pflock markierten Punkt ein etwa 40x40cm großes Loch aus. Wie groß es genau sein muss, bestimmt der Durchmesser der genutzten Bewehrungskörbe. Die Tiefe sollte rund 80cm betragen, um bis in den frostsicheren Bereich des Bodens zu gelangen.
  3. Ist der Boden sandig, wird es nötig, die Wände der ausgehobenen Löcher mit Schalbrettern auszukleiden, damit kein Erdreich ins Loch zurückrutscht. Außerdem kann man den Fundamentpunkt auf diese Weise 15-20 cm über das Niveau des Bodens herausragen lassen. Das bietet den Vorteil, dass der Container unterlüftet wird.
  4. Mischen Sie den Beton an. Dazu können Sie eine Fertigmischung aus dem Baumarkt nutzen oder den Beton vom Betonwerk beziehen. Letzteres rechnet sich nur bei größeren Abnahmemengen.
  5. Stellen Sie die Bewehrungskörbe in die ausgehobenen Gruben und füllen Sie sie mit Beton. Wenn Sie die Fundamentpunkte nicht durch Eisengeflecht armieren wollen, müssen Sie den Beton in einzelnen Schichten eingießen. Dabei werden zunächst 25 Zentimeter aufgefüllt und anschließend verdichtet, bevor die nächste Schicht eingebracht werden kann.
  6. Auch das Eingießen von Stahlpfosten, die anschließend mit den Eckpunkten des Containers verschraubt werden ist möglich. In der Regel muss das Fundament bis zu 10 Tage lang aushärten, bevor es belastet werden kann. Daher ist es günstig, die Punkte vor der Anlieferung des Containers zu gießen. Der Lieferant kann die Stahlbox anschließend per Ladekran an den gewünschten Platz setzen.

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Andreas Atrott
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Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Minimalismus und Containerhaus – 7 Tipps für Leben auf wenig Raum

Wer auf kleinstem Raum in einem umgebauten Schiffscontainer lebt, sollte gut wählen, mit was er sich umgibt …

Allen voran engagieren sich die Tiny-House-Bewegung und digitale Nomaden seit Jahren den Minimalismus als erstrebenswerten Lebensstil. Fakt ist: Wer sich sein Mini-Heim in einem 20-Fuß-Container einrichtet, ist auf platzsparende Konstruktionen angewiesen und sollte hoch motiviert sein, sich von überflüssigem materiellen Anhang zu trennen. Doch auch Besitzer eines durchschnittlich großen Domizils können die folgenden Tricks nutzen, um ihr Leben zu entrümpeln:

Musik- und Filmbibliotheken verkleinern

Beinahe jeder Deutsche über 35 hortet Ton- und Bildträger, die zum Ausklang des letzten Jahrtausends als High-End-Technologie galten: CDs, DVDs und Blu-ray Discs stapeln sich heutzutage im Wohnzimmerschrank, selbst wenn die dazugehörigen Abspielgeräte längst auf dem Sperrmüll gelandet sind. Die Scheiben selbst behalten viele in der Hoffnung, sie bei Gelegenheit auf dem PC abspielen zu können. Doch realistisch betrachtet, braucht im Zeitalter der Streamingdienste niemand mehr Musik- und Filmkonserven aufzubewahren, wenn es sich dabei nicht um private Aufnahmen handelt. Um Platz in kleinen Wohnverhältnissen zu schaffen sollte man die Lieblingssongs in hoher Qualität digital archivieren und die Scheiben zum Trödler bringen.

Eine Ausnahme bilden Schallplatten – sie unterliegen anderen Maßstäben: Die Atmosphäre einer kratzenden Nadel auf rotierendem Vinyl können WAV und MP3 einfach nicht erreichen. Wer Raritäten auf Platte besitzt, legt sie idealerweise bei der nächsten (Containerhaus)-Party auf oder lässt sie einem Liebhaber zukommen.

Den Kleiderschrank ausmisten

Dieser Hinweis gilt auf den ersten Blick den Damen der Schöpfung – doch auch männliche Modefans häufen zuweilen eine stattliche Kollektion von Shirts und Sneakers an. Bei Kleidung folgen angehende Minimalisten am besten der Grundregel: Was eine ganze Saison nicht den Schrank verlassen hat, wird auch im folgenden Jahr kaum vermisst werden. Diese überflüssigen Anschaffungen wandern besser in die Altkleidersammlung oder den Second-Hand-Shop.

Das Bücherregal auf Diät setzen

Während Privatbibliotheken früher den Großteil der Wohnzimmer-Wandfläche beanspruchten, machen heute E-books und Internet viele Romane und Nachschlagewerke in Papierform überflüssig. Behalten sollten Bücherwürmer mit Platzmangel nur noch wertvolle Erbstücke, teure Fachliteratur für Beruf und Studium sowie Bildbände, die man noch den Enkeln zeigen will. Leichte Unterhaltungsliteratur muss keine Regalbretter beschweren – wer sie in digitaler Form genießt, spart Wohnraum und Gewicht beim Reisegepäck.

Nippes oder Nostalgie?

Witzige Kaffeetassen, Miniatur-Eiffeltürme oder Stofftiere – bei reichlich Kleinkram, der sich auf Schreibtischen, Regal- und Fensterbrettern sammelt, sollte der Besitzer ernsthaft nach dem emotionalen Wert fragen. Handelt es sich bei Urlaubs-Mitbringseln um touristentaugliche Massenware oder um handgefertigte Unikate, mit denen sich Lebensgeschichten verbinden? Unter diesem Gesichtspunkt ausgewählt, zieren bald nur noch wenige unersetzbare Kleinode das Private Umfeld.

Clever shoppen

Platzsparen fängt bereits vor dem Einkauf an. „Benötige ich diesen Gegenstand wirklich?“ ist dabei die Frage, die sich jeder Konsument vor dem Kaufentscheid ehrlich beantworten sollte. Lautet die Antwort darauf „ja“, lohnt sich die Investition in ein teures Qualitätsprodukt. Dinge, die dagegen nur wenige Male gebraucht wurden, die mangelhaft sind oder deren Reparatur sich kaum lohnt, nehmen nur unnötig Platz weg. Wer seinen Haushalt radikal von Fehlkäufen entrümpelt, gewinnt garantiert einige Quadratmeter mehr Platz.

Was tun, wenn´s brennt? – ein Gedankenspiel

Es klingt makaber, doch wer sich unsicher ist, an welchen Gegenständen sein Herz wirklich hängt, sollte sich fragen, was er aus seinem brennenden Haus retten würde. Oder, was schmerzlich vermisst würde, wenn der eigene Hausstand tatsächlich den Flammen zum Opfer fiele.

Die Liste von vermeintlich unersetzlichen Objekten fällt meist überraschend kurz aus.

Funktionale Möbel

Die geerbte Stehlampe, der todschicke aber unbequeme Designersessel – viele Hausstände strotzen nur so vor Einrichtungsgegenständen ohne funktionalen Wert. Wer sich mit einem Containerhaus in puncto Platz reduziert, sollte sich vorab von sperrigen Staubfängern trennen. Auf kleinstem Raum müssen Möbel optimal auf den Bewohner zugeschnitten sein und im besten Fall gleich mehrere Funktionen erfüllen. Beispiele für optimale Containerhaus-Möbel sind

  • Bänke und Sitzwürfel, die gleichzeitig als Aufbewahrungsboxen dienen
  • Betten auf einer Empore, die das Nutzen zweier Ebenen ermöglichen. Als Variante bei gemäßigter Deckenhöhe: Betten, die tagsüber an der Wand hochgeklappt oder unter die Decke gezogen werden
  • Ausklappbare Tische und Tresen, die nur Platz beanspruchen, wenn sie gebraucht werden
  • Einbauschränke: Sie nutzen die vorhandene Wandfläche restlos aus. Vorteilhaft bei kleinen Häusern sind Schränke mit geringer Tiefe, die wenig Raum beanspruchen und verhindern, dass sich in zweiter Reihe Dinge ansammeln, die nie gebraucht werden.
  •  Raumspartreppen oder schmale Treppen mit Stauraum unter den Stufen
  • Ein Ofuro: Die japanische Sitzbadewanne spart nicht nur viel Platz gegenüber dem traditionell europäischen Modell – sie gilt aktuell auf Möbelmessen auch als Designtrend schlechthin. Den hippen Zuber gibt es in kubischen oder fass-artigen Formen aus Holz, Keramik und Acryl.

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Andreas Atrott
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Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Die 7 größten Fehler beim Containerhausbau

In Zeiten knapper Ressourcen gewinnen Nachhaltigkeit und Recycling in allen Lebensbereichen an Bedeutung. Konsequenterweise begeistert viele Menschen die Idee, gebrauchte Schiffscontainer in Wohnräume, Büros oder Eventlocations zu verwandeln.

Doch wie bei jedem Bauprojekt können auch beim Container-Umbau einige Dinge schiefgehen. Einfach ins kalte Wasser zu springen ist hier die schlechteste Wahl. Angehende Container-Bauherren sollten sich stattdessen vorab gründlich über die möglichen Risiken und Fehlerquellen informieren.

Wer die folgenden Fehler vermeidet, gibt seinem Container-Bauprojekt die besten Chancen zum Erfolg:

Vor Projektbeginn keine Bau- bzw. Aufstellungsgenehmigung einholen

Wer sich nicht rechtzeitig um die erforderliche Genehmigung kümmert, versetzt seinem Bauprojekt eventuell bereits vor Beginn den Todesstoß. In Deutschland entscheidet ausnahmslos die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes darüber, welcher Gebäude-Typ an welchem Ort stehen darf. Wer einen umgebauten Container auf einem Dauerstellplatz oder einem Randgrundstück aufstellen will, kann in der Regel mit der Zustimmung der Ämter rechnen. In Wohngebieten achten die Behörden allerdings auf die Einheitlichkeit des Bebauungsbildes und zeigen sich für unkonventionelle Projekte zuweilen wenig kooperativ.

Einen gebrauchten Container kaufen, ohne seinen Zustand zu überprüfen

Container sind auf hoher See und im Hafen großen physikalischen Belastungen ausgesetzt – sei es durch rauen Seegang, extreme Witterung oder Unfälle beim Rangieren. Da am Containerhaus-Standort kaum dieselben widrigen Bedingungen herrschen, kommen durchaus auch gebrauchte Container als Baustoff infrage. Weil ihr Zustand von Stück zu Stück sehr unterschiedlich ausfällt, ist eine persönliche Begutachtung unerlässlich.

Auf dem Markt teilen Anbieter die Qualität eines Containers in vier Klassen ein: A – herausragende Qualität, B – gute Qualität, C – Lagerqualität, D – minderwertige Qualität. „Wie neu“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Container nur eine einzige Seereise von der Produktionsstätte zum Zielhafen hinter sich hat. Container, die als „Cargo Worthy“ klassifiziert werden, sind aufgrund des guten Zustandes noch zum Transport geeignet. Diese Frachtboxen weisen keine strukturellen Mängel auf. „Wind and Watertight“ bedeutet hingegen, dass der Container nur zur stationären Lagerhaltung dienen sollte.

Bei der Besichtigung eines gebrauchten Containers sollten Interessenten vor allem auf Roststellen achten. Risse und Löcher entdeckt man schnell, wenn man sich bei Tageslicht in den geschlossenen Container begibt.


Zu kleine Container wählen

ISO-Container sind in der Regel 2,43m breit und entweder 20 Fuß (etwa 6 Meter) oder 40 Fuß (etwa 12 Meter) lang. Wenn man bedenkt, dass beim Ausbau der Innenwände bis zu 6 Zentimeter durch die Isolationsschicht verloren gehen, stehen dem Bewohner eines 20-Fuß-Hauses schlussendlich weniger als 14 m² zur Verfügung. In diesen Dimensionen gleicht bereits das Koordinieren mehrerer langer Möbelstücke wie Bett und Esstisch einem Puzzlespiel. Einen Vorteil in puncto Stauraum verschafft sich, wer den Container in der sogenannten High Cube Variante wählt. Diese Exemplare sind statt gängigen 2,59m ganze 2,90m hoch und verleihen dem kleinen Haus ein großzügigeres Raumgefühl.

Überflüssige Löcher in den Container schneiden

Schiffscontainer sind robust konstruiert – immerhin werden sie auf Deck bis zu 9-fach übereinandergestapelt. Allerdings ist dies nur unfallfrei möglich, wenn die ursprüngliche Statik intakt der Stahlbox intakt bleibt. Wer plant, große Fensterfronten in seinen Container zu schneiden oder mehrere Boxen durch Stapeln und das Herausnehmen von Wänden zu verbinden, sollte die Konstruktion gegebenenfalls durch zusätzliche Stahlträger unterstützen. Eine weitere Möglichkeit für spezielle räumliche Bedürfnisse bieten Container, die an mehreren Seiten zu öffnen sind, wie Side Door Container oder Full Access Container. Diese Konstruktionen verfügen bereits über zusätzliche Verstärkungen.

Sich nicht mit der Isolation des Containers befassen

Außer speziellen Kühlcontainern, die sicher niemand bewohnen will, sind ISO-Container nicht dazu gebaut, eine konstante Innentemperatur zu halten. Im Gegenteil: Die Stahlhülle begünstigt ein Aufheizen des Innenraumes im Sommer und eiskalte Temperaturen im Winter. Um sich in einem Containerhaus wohlzufühlen, braucht es deshalb eine gute Isolations- und Belüftungstechnik.

In Deutschland spielen hier auch baurechtliche Belange eine Rolle: Als „Neubau“ unterliegen auch kleine Containerhäuser unter 50 m² der Energiesparverordnung. Damit dürfen Wände, Fenster und andere Bauteile der Außenhülle nur eine begrenzte Wattanzahl der thermischen Energie nach außen hin abstrahlen. Diese betreffenden Wärmetransmissionswerte listet Paragraf 8 Absatz 3 der EnEV 2014 auf.

Keinen Puffer ins Budget einplanen

Sonderangebote bei Gebrauchtcontainern bieten auf den zweiten Blick manchmal keinerlei Vorteile – schließlich muss jedes Schnäppchen auch zum endgültigen Bauplatz gebracht werden. Beim Transport auf der Straße berechnen die Anbieter etwa 1,50 Euro pro gefahrenen Kilometer. Die folgende Leerfahrt des LKW zum nächsten Beladeort muss der Containerkäufer zusätzlich bezahlen.

Wer selbst ein begabter Handwerker ist, kann seinen Container für etwa 10.000€ in ein spartanisches Häuschen umbauen. Mit bis zu 1300€ Baukosten pro Quadratmeter ist das Containerdomizil genau so teuer wie ein Haus gleicher Größe. Ausreichende finanzielle Toleranzen sollten trotzdem eingeplant werden – egal, ob man selbst Hand anlegt oder es einem Profi überlässt. Schließlich stellt jedes Bauprojekt individuelle Ansprüche und verursacht unkalkulierbare Probleme, z.B. Baustopps bei Wetterumschwüngen und verzögerten Materiallieferungen.

Keine erfahrenen Partner mit ins Boot holen

Von der Bezugsquelle des Containers bis hin zum Ausbau – gut beraten ist, wer sich auf erfahrene Anbieter verlässt. Sowohl das Beurteilen von gebrauchten Seecontainern als auch deren Handhabung braucht Fachwissen, das Firmen fehlt, die nur mit „regulären“ Baumaterialien arbeiten. Sprechen Sie uns gerne an – wir unterstützen Sie bei der Umsetzung Ihres Projekts!


Über den Autor

Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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Klassenzimmer im Container

Die German International School in Sydney unterrichtet ihre Schüler in Klassenräumen aus Seecontainern

Bilder: germanschoolsydney.com

Seit Januar 2018 verfügt die German International School Sydney über einen im Stadtgebiet einzigartigen Klassenzimmer-Komplex. Insgesamt 12 umgebaute Schiffscontainer, sechs 20-Fuß-Exemplare und sechs 40-Fuß-ISO-Containerbilden die neuen Unterrichtsräume.

Die Initiative kam aus der Elternschaft

Den Anstoß zur Umsetzung der innovativen Bauweise gab Architekt Andrew Nolan, dessen Kinder selbst die deutsche Schule besuchen. Gemeinsam mit dem Verwaltungsratspräsidenten Bernd Winter erwog Nolan eine Alternative zur geläufigen Modulbauweisen, wie sie bei institutionellen Gebäuden häufig Anwendung findet. „An unserer Schule ermutigen wir die Schüler, zu progressiven und vorangehenden Denkern zu werden“, so Winter. Daher stieß die Pionierlösung, umgebaute Frachtcontainer in kreative Räume zu verwandeln, in der Schulgemeinschaft sofort auf Zuspruch. Die Flexibilität der Containerarchitektur trage zusätzlich dem Wachstumsbestreben der Schule Rechnung.

Luftige Bauweise durch gestapelte Container

Die vier zusätzlichen Container-Klassenzimmer bestehen jeweils aus zwei parallel angeordneten Containern auf dem Boden und einem weiteren, der mittig über die zusammenstehenden Langseiten gesetzt wurde. Dieser Container im „Obergeschoss“ ermöglicht eine doppelte Raumhöhe und ist wichtig für Beleuchtung und Klima. Mit einer nach Süden ausgerichteten Glasfront liefert er Tageslicht ohne zu blenden und verhindert den Eindruck von Enge, der in Flachdachgebäuden zuweilen entsteht. Darüber hinaus schafft der obere Container Platz für die Klimaanlage und enthält Wärmekammern zum passiven Heizen und Kühlen des Raumes. Die auf Erdniveau stehenden Container dienen als große multifunktionale Lernräume, die Schülern Gelegenheiten zum Lernen, Entfalten und Präsentieren von Projekten bieten. In ihrer ausgeklügelten klimaregulierenden Konstruktion und unter dem Recycling-Aspekt zweifach genutzter Schiffscontainer entsprechen die neuen Räume perfekt dem ökologischen Anspruch der deutschen Schule.

Gestaltung in Harmonie mit der Umgebung

Die Container architektonisch zu Dreiergruppen zusammenzufassen, stellte laut Bernd Winter eine bewusste Entscheidung dar: In der gestaffelten und über dem Gelände verteilten Form, harmoniert der Komplex mit der umgebenden Ursprünglichkeit des Buschlandes. Die lockere Anordnung der Boxen schafft optisch vielfältige Perspektiven und verhindert die visuelle Strenge und institutionelle Ausstrahlung, wie sie eine reihenweisen Anordnung der Frachtboxen vermitteln würde.

Aufgelockert wird die Containerarchitektur zudem durch den farbenfrohen und abwechslungsreichen Anstrich einer jeden Frachtbox. Das bunte Ensemble weckt Assoziationen an das Farbspektrum der australischen Loris, den nektartrinkende Papageien, die als typisch für die hiesige Fauna gelten. Dass die Außenwände der Container nur gestrichen und nicht verkleidet wurden, ist ebenfalls gestalterisches Kalkül. Die gesickten Wände aus Cortenstahl vermitteln eine abstrakte und moderne Atmosphäre. Dass die bunten Blöcke im Ganzen Assoziationen zu Bauklötzen herstellen, ist in der Schule durchaus gewollt.

Mit ihrem fröhlichen Konzept setzen die Erbauer auch ein Statement gegen das zuweilen schlechte Image der Containerarchitektur. Im Vergleich mit den Beton-Bauwerken des Brutalismus entdecken Kritiker auch in der ab der Jahrtausendwende erstarkenden Container-Architektur manchmal neo-brutalistische Elemente. Obgleich die Frachtboxen mit ihrem Design schnell einen industriellen Charme verbreiten, zeigen etliche Beispiele gelungener Containerhäuser rund um die Welt, dass die Gebäude auch eine inspirierende, ruhige und ästhetische Erscheinung haben können.

Eröffnung mit feierlicher Zeremonie

Nach 18 Monaten Bauzeit wurde der in Sydney einzigartige Klassenraumkomplex am 31.1.2018 durch Robert Stokes, den Bildungsminister von New South Wales, sowie dem deutschen Konsul Lothar Freischlader offiziell eingeweiht. Dabei betonte der Minister die Wechselbeziehung zwischen einer der anregend gestalteten Lernumgebung eines Schülers und dem zu erwartenden Bildungserfolg. „Die neuen Klassenzimmer der German International School Sidney verkörpern dieses Prinzip“, konstatierte Stokes bei der Einweihung der bunten Räumlichkeiten.

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Andreas Atrott
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Das Transformer Containerhaus

Ein australisches Unternehmen konzipiert ein faltbares Haus im 20-Fuß-Container

Weltweit existieren beeindruckende Beispiele für Häuser aus recycelten Containern. Dabei bildet die einzelne Stahlbox vor allem den passenden Baustoff für Anhänger der Tiny-House-Bewegung. Ein australisches Unternehmen will jetzt die Vorteile des genormten Schiffscontainers mit einem erweiterten Raumkonzept kombinieren:

Das Containerhaus – entweder mehr Raum oder mehr Mobilität

Ein Mini-Haus im Schiffscontainer. Dieses Projekt birgt die Möglichkeit, sein Haus per LKW an jeden Ort in Europa hinzubewegen und per Schiff sogar andere Kontinente zu erreichen. Doch selbst bei Verwendung eines 40-Fuß-ISO-Containers bekommen die Bewohner die begrenzten Dimensionen ihres mobilen Heims deutlich zu spüren: Im Innern beträgt die Raumbreite des Containers 2,35m; abzüglich der nötigen Wand-Isolation bleiben etwa 2 Meter. Das Aufstellen eines Doppelbetts schränkt hier die Bewegungsfreiheit der Bewohner deutlich ein. 

Wer dagegen versucht, durch das Kombinieren mehrerer Container größere Räume zu erzeugen, muss auf die Statik achten. Entfernt man die Längswand eines Schiffscontainers, beraubt man die Stahlbox damit eines zentralen Stabilisierungs-Elements. Darüber hinaus lassen sich Häuser aus mehreren Containern nicht mehr ganz so unproblematisch zu anderen Aufstellungsorten transportieren. Das ausklappbare Containerhaus der australischen Firma EBS Block will das Bedürfnis nach Mobilität und den Wunsch nach zusätzlichem Wohnraum in Zukunft verbinden:

Ein Haus wie ein Klapp-Wohnwagen

Auf Basis eines 20-Fuß-High-Cube-Containers konstruierte das Unternehmen ein Haus, das schlussendlich auf die Grundfläche von 8 mal 6 Metern erweitert werden kann. Vom Prinzip her erinnert es an Klapp-Caravans, die bequem als Anhänger gefahren und schließlich auf dem geeigneten Campingplatz zum komfortablen Wohnwagen ausgeklappt werden. Was das Containerhaus betrifft, befinden sich sämtliche Wände, Streben und Installationen im eingeklappten Zustand im Innern des Containers. Ein Transport per LKW oder sogar rund um den Globus ist auf diese Weise problemlos möglich.

Die Transformation vom Container zum Haus in 5 Minuten

Noch einfacher soll laut Firmenangabe der Aufbau des Hauses laufen. Hier ist kein Schrauben oder Hämmern vonnöten – die Transformation des 20-Fuß-Containers in das komfortable Anwesen soll auf Knopfdruck automatisiert funktionieren. Dabei erhebt sich das Dach des Containers in die Höhe, seine Seitenwände klappen auf und lassen die erweiternden Wände und das Dach zu beiden Seiten herausfahren. Integriert sind zusätzlich ein Badezimmer und sämtliche Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser. Das Leitungssystem muss seinerseits lediglich an bereits vorhandene Versorgungsanschlüsse angeschlossen werden, wie es auch beim Wohnwagen auf dem Campingplatz der Fall ist. Völlig entfaltet bietet das Containerhaus schließlich 54 Quadratmeter Lebensraum mit einer Raumhöhe von 3,5 Metern. Darauf verteilen sich 2 Schlafzimmer, ein Gemeinschaftsraum, ein Bad und eine Küche. Laut Angabe des Herstellers soll das Entfalten des Containers in seine endgültigen Raumdimensionen lediglich 5 Minuten in Anspruch nehmen.

Ausklapp-Haus als Feriendomizil oder mobiles Familienheim

Für Privatleute empfehlen die Schöpfer des Klappcontainerhauses die Verwendung als Ferienhaus oder temporärer Wohnsitz. Zwar braucht man im Endeffekt zwei Transporteinheiten, um mit dem EBS-Block-Haus umzuziehen – einmal den Hauscontainer und einen weiteren für das Mobiliar –, doch ist dieser Aufwand gerechtfertigt gegenüber dem Vorteil, das eigene Haus überall hin mitnehmen zu können. Alle paar Jahre könnten die Hausbewohner auf diese Weise den Ferien- oder Wohnort wechseln. Für Familien besteht die Möglichkeit, bis zu drei der Containerhäuser zu einer größeren Wohneinheit zu kombinieren. Darüber hinaus betonen die Macher, dass Konstruktionsstabilität, Fassade und Isolation an die raue Umwelt und die anspruchsvollen Wetterbedingungen ihres Standorts Australien angepasst sind.

Mehr Möglichkeiten für Saison-Gastronomie

Aktuell befindet sich EBS Block in der Vorproduktionsphase und das faltbare Containerhaus ist noch nicht für Privatkunden verfügbar. In Zukunft soll das Produkt allerdings weltweit bestellbar sein. Neben den Privathäusern sollen dann auch Varianten für Veranstalter und Unternehmen angeboten werden. Geplant ist eine Version, die als Bar oder Café dienen kann, und eine weitere, die als Veranstaltungsort fungiert. Gerade für Gastronomie-Betreiber könnte es ein faltbares Containergebäude ermöglichen, saisonale Angebote zu machen, die für Kunden mehr Komfort bieten als ein Verkaufsstand.

 

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Andreas Atrott
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Containerhaus mit Weitsicht

Ein Containerhaus eröffnet den spektakulären Blick auf Montanas unberührte Prärielandschaft

Gebäude aus recycelten Schiffscontainern überzeugen durch ihr nachhaltiges Konzept – besonders, wenn bei der Innenausstattung klimaschonende Materialien zum Einsatz kommen. Ein weiteres Plus, das viele Architekten schätzen, ist die Leichtigkeit, mit der sich ein Containerhaus in die umgebende Natur integrieren lässt: Durch sein Punktfundament und das Aufstellen in bezugsfertigem Zustand, belastet es seine Umgebung weit weniger als die invasiven Baumaßnahmen und die aufwendige Logistik für konventionelle Gebäude. Selbst große Containergebäude, die aus mehreren Modulen kombiniert werden, bewahren so einen Großteil der umliegenden Vegetation. Sie in Umweltschutzzonen und zivilisationsfernen Regionen aufzustellen, hat deshalb entscheidende Vorteile.

Montana – das „Big Sky Country“ bietet unverfälschte Naturerlebnisse

Endlose Weiten von Steppenlandschaft zwischen urtümlichen Gebirgszügen – Park County in Montana ist der ideale Ort für Zivilisationsflüchtlinge. Insgesamt besitzt der Bundesstaat im Nordwesten der USA mehr Fläche als Deutschland, worauf sich knapp 1 Million Einwohner verteilen. Die geringe Bevölkerungsdichte verhindert auf dem Land nah der Stadt Livingston jegliche Lichtverschmutzung und sorgt für absolute nächtliche Dunkelheit. Bei gutem Wetter lässt sich hier der Blick in den scheinbar unendlichen Sternenhimmel genießen. Was läge näher, als in dieser Kulisse ein Haus mit Panoramafenster zu platzieren?

Diesen Traum für Sternengucker erfüllte sich der aus Livingston (Montana) stammende Architekt Ty Kelly mit einem Gebäude aus recycelten Schiffscontainern. Nachdem er seinen Beruf über Jahre in Seattle ausübte, zog ihn das Container-Projekt aus der Großstadt in die einsame Landschaft seines Geburtsortes zurück. Aus zwei recycelten 40-Fuß-Containern kombinierte Kelly ein 65 m² großes Haus mit 3 Räumen. Eine der Container-Langseiten wurde dabei fast vollständig durch ein bodentiefes Panoramafenster ersetzt. Ich mag die Idee, dass das Haus wie ein Objekt in der Landschaft gelandet ist – also entwarf ich die Glaswand mit Blick auf die Berge , erklärt der Architekt sein Design. Die Planung des Hauses im Vorfeld des Baus nahm ein Jahr in Anspruch. Nachdem Kelly zwei Container von einer Logistikfirma aus Seattle erwarb, ließ es sich jedoch schnell realisieren.

Zwei Container als großzügiger und moderner Lebensraum

„Als Architekt war ich schon immer von Containern als Baumaterial fasziniert – sogar schon, bevor das in Mode kam“, berichtet der Architekt. „Für die Form und die Größe meines geplanten Hauses stellen Container das perfekte Bau-Modul dar.“

Obgleich der Grundriss des Hauses nur 65 m² misst, wirkt der Lebensraum durch den freien Blick in die Landschaft und die moderne Einrichtung wesentlich größer. Den Hauptlebensraum bildet das Wohnzimmer mit einer gemütlichen Sitzgruppe und einer Kücheninsel, die gleichzeitig als Esstisch dient. Auf die Annehmlichkeiten des konventionellen Wohnens muss auch im einsam gelegenen  Containerhaus niemand verzichten: Herd, Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner gehören zur Ausstattung.

Durch Dielenböden und Holzverkleidungen der Wände, ist der industrielle Charme der ISO-Container vollständig einer warmen Atmosphäre gewichen. Hier war dem Erbauer insbesondere die Verwendung nachhaltiger Materialien wichtig: Die Sperrholz-Paneele stammen aus der Renovierung eines Bürogebäudes, die Reedwood-Wandverkleidungen und Dielen fielen als Altholz von anderen Projekten ab.

Duschen mit Blick auf die Rocky Mountains

Der Grundriss erforderte wenig Gliederung: Vom Hauptlebensraum trennt eine T-förmige Innenwand das kleine Bad und das Schlafzimmer ab. Letzteres bietet durch die Glaswand ebenfalls den Blick auf die Absaroka Range, einen Gebirgszug der Rocky Mountains. Wer selbst beim Duschen nicht auf das Naturerlebnis verzichten will, nutzt die zusätzlich angebrachte Außendusche. Vor neugierigen Nachbarn braucht man sich bei der Körperpflege im Freien nicht zu fürchten – allenfalls ein paar Kojoten passieren das Grundstück von Zeit zu Zeit. Auf der Terrasse aus Zedernplanken können die Hausbewohner bei gutem Wetter mit dem Blick in die Wildnis entspannen.

Architekt Kelly achtete darauf, die Umgebung für das Haus so wenig wie möglich zu verändern. Das Gebäude steht auf einem Punktfundament und Stelzen, sodass die ursprüngliche Beschaffenheit des Bodens weitgehend bewahrt werden konnte. Die gedämmte Hülle der Container zu drei Himmelsrichtungen schützt vor den rauen Temperaturen, die in den Wintermonaten bis auf den Gefrierpunkt absinken. Durch die Glaswand sammelt das Gebäude auch in der kalten Jahreszeit passiv Solarwärme.

Landesweites Kaufinteresse für Containerhäuser

Nachdem der Erbauer sein Containerhaus drei Jahre lang vermietete, bot er es schließlich für 125.000 $ zum Verkauf an. Der Andrang war laut Kelly überraschend groß: Mein Makler meinte, sein Telefon habe noch nie so oft geklingelt!“  Tatsächlich kamen Anfragen aus dem gesamten Gebiet der USA, von Los Angeles bis hin zur Ostküste. Obgleich Kelly Zweifel an einem teuren und komplizierten Transport hatte, zeigte er sich offen für die Ideen. Schlussendlich bekam jedoch eine „Nachbarin“ den Zuschlag – sie wohnt rund 10 Meilen vom Aufstellungsort entfernt. Die neue Besitzerin will das komfortable Haus dafür nutzen, ihre Kinder und Enkel zu beherbergen, wenn sie zu Besuch kommen.

Dieser Zweck erscheint auch Architekt Kelly ideal: Containerhäuser eignen sich seiner Meinung nach perfekt als Ferienhäuser, zusätzliche Wohneinheiten auf öffentlichem Grund oder gar Wohnprojekte für Obdachlose.

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Andreas Atrott
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Containerhaus Jupiter Farms, Florida

Rick Clegg bietet sein Containerhaus in Jupiter Farms (Florida, USA) als Unterkunft für Ökotouristen an


Bild: Airbnb

Am Ufer des Loxahatchee River In Jupiter Farms am wartet ein Urlaubsdomizil der besonderen Art auf Kajak-Fans, Radsportler und Ökotouristen. So simpel sie drei alte 40-Fuß-ISO-Container zu einem Komplex verbindet, erinnert die Konstruktion des Gebäudes auf den ersten Blick an überdimensionierten Legosteine: Zwei parallel stehende Container formieren das Erdgeschoss, während ein dritter – um 90 Grad gedreht – ein zweites Stockwerk bildet.

Erstes Containerhaus in Palm Beach County

Für Rick Clegg, den Erbauer und Besitzer des Recycling-Hauses, standen bei der Wahl des Baumaterials „Container“ vor allem die Kompaktheit der Räumlichkeit und die günstige CO2-Bilanz im Vordergrund. Auch die Investitionskosten für den Rohbau fielen im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise niedrig aus: als Rick den Bau des Containerhauses im Sommer 2015 in Angriff nahm, kosteten ihn die drei Container zusammen rund 9000$. Das Projekt, alte Schiffscontainer in ein Haus zu verwandeln, nahm er als erster Bauherr in seinem County in Angriff.

3 Container mit Platz für 8 Personen


Bild: Airbnb
Um einer geräumigen Küche inklusive hellem Aufenthaltsraum Platz zu bieten, entfernte Rick die Seitenwände der parallel stehenden Container teilweise, sodass eine Raumbreite von knapp 5 Metern entstand. Die Dachfläche der auf dem Boden positionierten Container wiederum schuf den Grund für eine großzügige Dachterrasse im ersten Stock. Insgesamt befinden sich 2 Bäder und 4 Schlafräume in den drei umgebauten Containern, sodass hier bis zu 8 Personen gemeinsam ihren Urlaub verleben können. Um den Raum innerhalb des Containerbaus voll auszunutzen, erfolgt der Zugang zur zweiten Etage über eine Außentreppe. Tragbare Klimaanlagen sorgen in der Hitze Floridas für ein angenehme Temperaturen im Containerhaus. An potenziell bedrohliche Wetterverhältnisse musste Rick bereits beim Bau des Hauses denken: Damit das Gebäude den regionalen Schutzrichtlinien entspricht, musste die Stabilität der Konstruktion von vornherein auf einen möglichen Hurricane ausgerichtet werden, inklusive des Einbaus bruchsicherer Fenster und Glastüren. Die ehemaligen Ladeklappen der Container blieben am Zugang zur Terrasse erhalten und bieten im Falle eines Sturms die Möglichkeit, sich vollständig zu verbarrikadieren. „Ich selbst lebe am Strand“, erklärt Hausbesitzer Rick, „wenn ein Hurricane aufzieht komme ich her.“

Neubau mit Hindernissen

Dennoch besitzt die Containerbauweise laut Clegg ihre Tücken, insbesondere, wenn sich Neulinge daran heranwagen. Sein Haus erhielt im Ergebnis ein weit massiveres Gussfundament, als es tatsächlich benötigt hätte, und der Bauherr hatte zunächst Schwierigkeiten, zu entscheiden, ob die Isolierung außen oder innen an der Containerwand angebracht werden sollte. „Wir machten eine Menge Fehler, weil wir uns nicht auskannten“, resümiert Rick jetzt.

Die Region, Palm Beach County, bietet Containerhausbauern darüber hinaus kaum Möglichkeiten zur Entfaltung. Rick Clegg, der selbst als Immobilienmakler tätig ist und in der Stadt Jupiter einen Wassersportausrüstungsverleih betreibt, wählte das im Osten angrenzende Jupiter Farms als Bauort, da es dort keine baurechtlichen Verordnungen gibt, die der Containerarchitektur widersprechen. Die meisten Kommunen des County hingegen gestatten den eigenwilligen Baustil nicht, da er zu sehr von der bestehenden Architektur abweicht. Die Baugenehmigung für Cleggs Container zog als Erste ihrer Art anschließend so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass Containerhäuser auf einer Kommunalversammlung im Jahre 2017 als Lösung für die bestehende Wohnungsnot in Erwägung gezogen wurden.

Rick Clegg stimmt zu, dass Container durchaus eine Möglichkeit zur Schaffung bezahlbaren Wohnraumes böten. Obgleich er nicht enthüllen möchte, was der Bau seines 3-Container-Hauses schlussendlich gekostet hat, schätzt er die Baukosten für einen Quadratmeter Containerhaus auf etwa 600 bis 700 Dollar. Das gut 80m² große Haus am Loxahatchee River wäre damit für 58.000$ zu realisieren – die Grundstückskosten nicht mit einkalkuliert.

Kajak-Touristen sind angetan vom Recycling-Charme

Wer die einzigartige Atmosphäre des Containerhauses am Fluss selbst erleben möchte, kann es für gut 150€ pro Nacht über Airbnb buchen. Die bisherigen Bewertungen der zahlreichen Gäste aus den USA, Südamerika und Europa fielen trotz oder gerade wegen des Recycling-Charmes der Containerbehausung beinahe durchweg positiv aus. Rick Clegg räumt zwar ein, sein Containerhaus sei nicht mit dem Four Seasons vergleichbar, aber gerade diese Tatsache mache das Flair aus. „Die Menschen suchen nach Alternativen zu traditionellen Hotels“, betont er und ist dabei bestrebt, die Alleinstellungsmerkmale des Ortes in den Mittelpunkt zu rücken: Die Nähe zum Wasser, zum Riverbend Park und zu Rad- und Wanderwegen machen Ricks Containerhaus zum idealen Stützpunkt für Outdoortouristen. Fahrräder, Kajaks und Kanus, die vom Hausbesitzer gestellt werden, laden sportliche Urlauber dazu ein, die umliegende Flora und Fauna auf dem Land- und dem Wasserwege zu erkunden. Zwei große Sonnenterrassen am Haus und eine Feuerstelle bieten danach Raum zum Relaxen. Wenn Kritik am Urlaubsdomizil vorgebracht wird, bezieht sich diese selten auf die Konstruktion des Containerheims, sondern eher auf die wilde Umgebung: „Ich empfehle, genügend Mückenspray mitzubringen!“, schreibt ein Gast und Rick selbst mahnt zukünftige Besucher: „Vorsicht vor den Alligatoren – sie mögen Hunde besonders gern!“

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Vom Mietfrust zum Containerhaus-Bauunternehmer

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Luke Iseman (32) baut, verkauft und vermietet in West Oakland zum Wohnen umgebaute 20-Fuß-Container

Bild: Luke Iseman

Seinen 20-Fuß-ISO-Container hat sich Luke Iseman gemütlich eingerichtet: mit Küchenzeile, Hochbett, Duschzelle und Fenstern auf der Stirn- und Langseite. Die Wände des 15m²-Minihauses erstrahlen in kräftigem Blau, als Trittfläche dient professionell verlegter Laminatboden. „Unser Zuhause hat jetzt eine Dimension, dass wir uns sogar Marmorböden leisten könnten, wenn wir wollten“, lacht Lukes Freundin Heather Stewart. Das Paar traf die Entscheidung, in einen Schiffscontainer zu ziehen, weil es nicht länger 4600$ Monatsmiete für eine Wohnung in San Francisco bezahlen wollte.

Aus dem Aussteigen wurde ein Geschäftsmodell

Der damals 32-jährige Start-up Berater Iseman nutzt die Containerlösung nicht nur privat, sondern entwickelte daraus gleich ein Business-Modell. Er mietete für 9000$ eine 1600m²-Lagerhalle in West Oakland und stellte darin 11 Container auf. Die Minihäuser wiederum vermietete er für 1000$ monatlich an Menschen, die aus dem städtischen Wohnungsmarkt aussteigen wollen: unter anderem ein Facebook Inc. Ingenieur, ein Mitarbeiter einer Solartechnikfirma, Künstler und ein Fahrradkurier. Alle teilen sich in „Containertopia“ öffentliche Toiletten und ein bisschen Abenteuer-Feeling. Immerhin ist die Nutzung der Lagerhalle als Wohnraum nicht von offizieller Stelle gestattet. Auf dem Platz vor der Lagerhalle, der eigentlich nur industriellen Zwecken dienen soll, steht ein weiterer Container, der über Airbnb für 40 bis 120$ die Nacht vermietet wird.

Oakland als passende Kulisse

Wer das Industrieviertel von Oakland sieht, versteht, warum Container als Baumaterial naheliegen: Der Hafen in der östlichen Bucht von San Francisco zählt zu den vier größten Häfen weltweit und zu den vier größten in den USA. Jährlich werden hier etwa 2,24 Millionen Schiffscontainer (TEU- Twenty-foot Equivalent Units) umgeschlagen.
Bild: Luke Iseman

Vom Vermieter zum „Bauunternehmer“

Anstatt die Container nur zu vermieten, gründete Iseman jüngst das Unternehmen Boxouse, um Containerhäuser zu bauen und fertig ausgestattet zu verkaufen. Als Basis dienen gebrauchte 20-Fuß-ISO-Container, die das Oakland-Startup für etwa 1500$ pro Stück (Preisangabe von vor 3 Jahren) ankauft. In unter einer Woche schneidet die Crew Tür und Fenster in die Box, isoliert Wände und Boden und stattet den Container mit einem Stromnetz aus. Die nackte Basisversion kann der Kunde dann für 9000$ erwerben. Die Luxusversion – energieautark durch Solarzellen, mit Nasszelle, Küchenzeile und Bett – gibt es ab 49.000$. Iseman betrachtet sein Geschäftsmodell als Beitrag zur Schaffung bezahlbaren Wohnraumes: „Jeder sagt ja zu bezahlbarem Wohnraum – aber wir bauen einfach nicht schnell genug.“ Das Problem von Städten wie Oakland, so Iseman, läge in der Kluft zwischen denen, die hier leben wollen, und denen, die es sich leisten können. Der durchschnittliche Hauspreis in Oakland liegt derzeit bei 685.000$.

Perspektive für Wohnungsnot und soziale Probleme

Isemans Plan ist, die Container als bezuschussten Wohnraum für Geringverdiener bereitzustellen. Oakland wies in den 1990er Jahren einen der höchsten Anteile an Einwohnern in staatlich gefördertem Wohnraum (Section 8 housing) auf, aktuell besitzt es einen der niedrigsten. „Und dies nicht, weil die Nachfrage gesunken ist“, so Iseman. Selbst die Stadtverwaltung, die dem Aufstellen von Containerhäusern sonst kritisch gegenübersteht und Isemans „Containertopia“ bereits zweimal zum Umziehen zwang, zeigt sich offen. „Alles, das Potenzial besitzt, unsere wachsende Obdachlosen-Krise zu bewältigen, ist es Wert zu erkunden“, so Ratsmitglied Rebecca Kaplan zu Isemans Containerhäusern.

Der Boxouse-CEO sieht sein Modell dagegen ganz simpel: „Unser Ziel ist es, Häuser zu bauen, die Menschen wollen und sich leisten können – das ist unser Gegenstück zu Software, die jeder nutzt.“[/vc_column_text][cb_call_to_action size_left=“6″ size_right=“6″ heading=“Sie wollen ein eigenes Containerprojekt umsetzen?“ subheading=“Wir liefern Ihnen die Container dazu (gebraucht / neu)“ button_text=“Jetzt unverbindlich anfragen“][/vc_column][/vc_row]

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Dock Inn – Deutschlands erstes Containerhotel

Dock Inn Warnemünde: Erstes Seecontainer-Hotel in Deutschland eröffnet

Ob in Edinburgh, Schottland, oder Yokohama, Japan: Hostels und Hotels aus Schiffscontainern, von preiswert bis stylish, findet man weltweit. Seit dem Sommer 2017 gibt es auch in Deutschland ein Containerhotel. Das Dock Inn in Warnemünde bei Rostock bietet maritimes Flair mit Retro-Schick in 72 recycelten High-Cube-Seecontainern direkt am Hafenkai zwischen Werftkränen und Fischkuttern.

Hotelgästen können in insgesamt 64 Zimmer und Suiten – letztere bestehen aus zwei Containern – mit zwei, vier oder acht Betten übernachten. Ein Bett im Schlafsaal ist dabei ab rund 17 Euro zu haben. Für ein Doppelzimmer zahlt man ab rund 60 Euro. Für gemeinschaftliches Kochen steht die Kombüse, eine voll ausgestattete Küche, zur Verfügung. Aber auch ein Selbstbedienungsrestaurant – nicht nur zum Frühstücken – und ein Musikzimmer mit Schallplatten zum selbst Auflegen gibt es, und natürlich WLAN für alle, kostenlos und unbegrenzt.

Das Konzept überzeugt offenbar. Auf dem Buchungsportal booking.com bewerten Hotelgäste das Dock Inn mit „fabelhaft“ (8,7 von 10 Punkten).

Bilder: Dock Inn

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Andreas Atrott
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Eine eigene Container-Stadt für Studierende

Eine eigene Container-Stadt für Studierende

Bjarke Ingels ist nicht irgendein Architekt. Ihm geht es nicht um Standards, vielmehr möchte er dass seine Entwürfe und Bauten perfekt auf die Bewohner ausgerichtet sind. Bestes Beispiel: Das Projekt „Urban Rigger“, eine schwimmende Container-Mini-Stadt für Studierende, zu sehen in Kopenhagen / Dänemark.

Das Projekt bietet günstigen Wohnraum und hat dabei den Aspekt der Nachhaltigkeit im Auge. Insgesamt vereinen sich auf den 680 Quadratmetern Gesamtfläche viel mehr als „nur“ Wohnraum für junge Leute: Ein urbaner Innenhof, der gemeinschaftlich genutzt werden kann, ein Grillplatz, eine Kajaklandestelle und eine Badeplattform machen aus dem Projekt tatsächlich eine kleine Stadt. Das besondere daran: Erbaut ist die kleine Stadt nicht aus Beton, sondern aus Stahl – in Form von Seecontainern.

Alles da im Container

Nicht sichtbar – da unterhalb des Meeresspiegels – befinden sich die technischen Anlagen, die Räume für die Waschmaschinen und 12 Lagerzonen. Insgesamt wurden für das Projekt neun 40-Fuß-Container so angeordnet, dass sie einen Kreis bilden. Pro Container ergibt das eine Länge von rund 12 Metern, eine Breite von etwa 2,40 und eine Höhe von 2,40 Meter. Das ergibt in der Summe immerhin 15 einzelne Wohnungen, die letztendlich ortsunabhängig sind, denn sie sind schwimmfähig.

Innovation aus Dänemark

Der Vorteil für das Projekt liegt darin, dass die Container schnell, effizient und vor allem kostengünstig an ihren jeweiligen Bestimmungsort transportiert werden können. Es sind handelsübliche Seecontainer, die sowohl per Lkw, mit dem Schiff oder in der Luft äußerst kostengünstig von A nach B verbracht werden können. Im Grunde kann die ganze „Stadt“ kurzerhand an einen anderen Hafen oder komplett in eine andere Region verbracht werden.

Ein weiterer Vorteil liegt in den baulichen Maßnahmen, die sich ohne weiteres auch in einem Seecontainer umsetzen lassen. Eine dünne Wärmedämmung sorgt dafür, dass der dänische Winter nicht in den Wohnraum Einzug hält, eine Hydroquellenheizung bietet die Option kuscheliger Wärme, Solarenergie zeugt von Nachhaltigkeit und Niedrigenergiepumpen sind ebenfalls Standard.

Für Studierende eine ideale Option

Schaut man sich die generelle Knappheit an Wohnraum an, rechnet noch die teils utopischen Mietpreise hinzu und bindet die Flüchtlingsproblematik mit ein, dann ist klar, dass gerade Studierende von dem Mangel an bezahlbaren Wohnraum besonders betroffen sind. Könnte der Platz im Hafen überall so genutzt werden, wie in Kopenhagen, wären Städte wie Hamburg, Bremen oder Cuxhaven sicher entlastet.

 

Sie wollen Ihr eigenes Container-Projekt verwirklichen? Wir haben mit Sicherheit die richtigen Seecontainer für Ihr Vorhaben. 20 Fuß, 40 Fuß – oder was immer Sie brauchen! Hier geht es direkt zur unverbindlichen Anfrage.

Bilder: urbanrigger.com

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Ein Containerhaus in Korea

„Nemo“ – Ein Containerhaus in Korea

Die eigenen vier Wände – für viele Menschen scheint der Wohntraum in weiter Ferne zu liegen. Doch genau die weite Ferne ist es, die besonders für junge Menschen den Wunsch nach dem Eigenheim realisierbar macht. Klingt unlogisch? Ist es nicht, denn was sich in Form von Seecontainern über die Weltmeere bewegt, dient nach der Schifffahrt immer häufiger als gemütliches Heim mit allem Drum und Dran. Unser heutiges Beispiel zeigt das Containerhaus „Nemo“ aus Korea.

Leben im Container?

Die einen bauen Stein auf Stein, die anderen setzen auf Fertigelemente, wieder andere ziehen das Leben im Wohnwagen vor und derzeit entwickelt sich ein regelrechter Trend zum Containerhaus. Während in den Vereinigten Staaten das Wohnen im Container bereits als völlig normal angesehen wird, ist es hierzulande immer noch etwas Außergewöhnliches. Doch warum eigentlich? Ein Containerhaus vereint sämtliche Vorzüge eines „normalen“ Hauses und lässt sich auch mit kleineren Budgets realisieren.

Ein Paradebeispiel – Containerhaus „Nemo“

Das Architekturbüro „Thinktree Architects and Partners“ wurde im Jahre 2012 durch Kangsoo Lee und Joohyung Kang gegründet. Gemeinsam mit kreativen Köpfen aus der Ingenieurs- und Architekturbranche setzen die innovativen Denker auf einzigartiges, günstiges, umweltfreundliches und vor allem kreatives Design.

Ein wunderbares Beispiel ideenreicher Kreativität steht inmitten einer sattgrünen Landschaft Koreas. Wie ein geschickt platzierter Farbkleks eines Malers auf der Leinwand hebt sich ein weiß-rotes Containerhaus vor den Wiesen und Wäldern der Region ab. Der Anblick von Weitem vermag zu irritieren, denn die mutige Farbgestaltung einerseits und die eigenwillige Formgebung andererseits verleihen zwar Hauscharakter, doch irgendetwas scheint anders zu sein.

Natürlich – während die meisten Häuser zwar durchaus eigenwillige Formen präsentieren, sind sie letztendlich nahezu immer viereckig angeordnet. Das koreanische Haus hat seine erste Etage nicht mittig auf dem Erdgeschoss stehen, sondern diese wurde versetzt arrangiert. Zeit, sich den Wohntraum etwas näher anzuschauen.

Innen und außen ein Highlight


Beim Näherkommen gibt es kein Zweifel mehr – es handelt sich tatsächlich um Seecontainer. Das Architekturbüro setzte auf drei 40-Fuß-Container, die jeweils eine exakte Länge von 12,32 Metern und eine Breite von 2,35 Metern aufweisen. Durch die standardisierten Maße und einer strategisch günstigen Platzierung ließe sich solch ein Haus quasi unendlich erweitern.

Zwei große und ein etwas kleinerer Schiffscontainer bilden das Erdgeschoss und somit die Basis des Hauses. Der kleinere Container steht zwischen den beiden Großen und schließt bündig an der Hausrückseite ab. Somit erklärt sich der Eingangsbereich, der an der Vorderseite etwas eingerückt ist. Zu einem wind- und wettergeschützten Zutrittsbereich wird der Eingang durch die sinnvolle Platzierung des Obergeschosses. Die Architekten setzen den oberen Container versetzt auf das Erdgeschoss mittig auf, so entstand ein kleines Vordach, welches sich mit etwas Ideenreichtum im Dekobereich sicher hübsch gestalten ließe.

Und innen?


Schiffscontainer können auf Wunsch mit Fenster und Türen ausgestattet werden, wie es einem beliebt. In dem koreanischen Beispiel entstand durch den Einbau bodentiefer Fenster ein lichtdurchflutetes Wohnzimmer. Eine stilvolle Treppe führt in den oberen Stock, wo das Tageslicht ebenso ungehindert Einlass findet. Und wem das noch nicht reicht, nimmt auf dem Balkon Platz, um die Sonnenstrahlen einzufangen.

Im Inneren dominieren Holzelemente, welches das behagliche Ambiente noch zusätzlich fördern. Geschickt gewählte Regalsysteme bieten sowohl Platz als auch praktischen Nutzen. Alles in allem zeigt dieses Beispiel exzellent, was aus einem gebrauchten Seecontainer werden kann, wenn seine Reise über die Weltmeere endet. Ein Wohntraum, der sich mit kleinem Budget realisieren lässt.

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Bilder: thinkTREE Partners, Inc.

 

 

Über den Autor

Andreas Atrott
Andreas Atrott
Über 12 Jahre Erfahrung in der Container Branche. Neben dem Containerhandel mit 3000+ Kunden verwandelt er mit seinem Team aus Containern spannende Umbauprojekte. Herr Atrott ist Gründer & Geschäftsführer der Containerbasis GmbH mit Sitz in Hamburg. Weitere Infos zu Herrn Atrott findest du hier.
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